Archive for category Moralphilosophie
Wilhelm Vossenkuhl über Derek Parfits “On What Matters”: “Ein Werk der Superlative”
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Buecher, David Hume, Ethik, Moralphilosophie on 2012/02/01
Wilhelm Vossenkuhl rezensiert in der NZZ Derek Parfits voluminöses neues Buch “On What Matters“. (Weitere Hinweise zu dem Buch hier.)
Vossenkuhl gibt einen guten Überblick von Parfits Argumentation. Mit seiner Einheitstheorie der Moral, die das “richtig zusammengefügte und von Fehlern bereinigte Alte” der Konzeptionen von Kant, Scanlon und Sidgwick enthalte, tritt er gegen “internalistische” Moraltheorien an, die sich auf Hume berufen und “auf die Kraft von Motiven, Wünschen und Willensakten” setzen. Seiner wertbasierten Theorie fällt auch die mikroökonomische Theorie des Begehrens zum Opfer.
Da man mit Parfits Theorie Schritt für Schritt zu konkreten Zielen moralischen Handelns – wie dem Verzicht von Reichen auf einige Luxusgüter oder die Bewahrung des Planeten – kommt, “ist «On What Matters» trotz den erwähnten Defiziten ein Werk der Superlative, das die geduldige Lektüre lohnt“.
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War Hume ein Utilitarist?
Posted by Björn in David Hume, Ethik, Moralphilosophie on 2011/11/13
Hume “concludes that we tend to feel a sentiment of approbation for actions or traits of character that are “useful or agreeable to ourselves or others.” This formula, which he repeats many times, has led some commentators to conclude that Hume is a utilitarian, but I think that is a mistake. Hume does not say that we ought to approve of what is useful or agreeable to ourselves or others. He simply observes that we do, and if someone [such as Kant, for example] were to argue that we ought not to base our moral approbation on these considerations, Hume would, I think, reply that in fact we do, and short of changing human nature, there is nothing we can do about altering our natural tendencies.”
(Robert Paul Wolff, The Philosophy of Hume – Part Thirteen, Sept. 14, 2011)
Utilitarismus (nicht nur) für Anfänger
Posted by Björn in Ethik, Moralphilosophie, Sozialphilosophie on 2011/11/09
Bei Brian Leiter gibt es in den Kommentaren verschiedene Vorschläge, was sich zur Einführung in die Kritik des Utilitarismus eignet (und wenn es gute Kritik ist, eignet es sich auch zur Einführung in die kritisierte Position selbst). Es sind einige gute Vorschläge dabei, u.a. der Eintrag in der Stanford Encyclopedia of Philosophy zum Konsequenzialismus.
Rezension zu Martha Nussbaums “Creating Capabilities”
Posted by Björn in Ethik, Moralphilosophie, Politische Philosophie, Sozialphilosophie on 2011/09/02
Ingrid Robeyns rezensiert auf Crooked Timber ausführlich Martha Nussbaums Buch “Creating Capabilities“. Das Buch sei eine gelunge Einführung in den Capabilties Approach. Als solche könne es aber nicht umfassend auf alle Details eingehen, wie beispielsweise Fragen der ökonomischen Messung. Schließlich geht Robeyns, die den Eintrag zum Thema bei der SEP geschrieben hat, zu einer Kritik von Nussbaums Capabilties Approach über – ihre Voraussetzungen unterstellten einen Konsens, der nicht existiert. Man könne sich auch eine paternalistischere Version des Capabilities Approach denken, wie Nussbaum ihn ablehnt. Wie ist diese Kritik einzuordnen? Ich denke, aus Nussbaums Sicht würde man einen solchen Ansatz … eben … ablehnen.
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Zu Derek Parfits “On what matters”
Posted by Björn in Buecher, Ethik, Leute, Moralphilosophie, rezensionen on 2011/08/30
In den “Notre Dame Philosophical Reviews” ist eine ausführliche Rezension von Mark Schroeder zu Derek Parfits “On what matters” erschienen.
Bei “New APPS” diskutiert Eric Schliesser “Parfit’s fanaticism” (“On wasted philosophic lives…”).
Der neue “New Yorker” hat ein interessantes Stück (vollständig nur auf Subskription) über Parfit und sein neues Buch. Es enthält einige Trivia zu Parfits Person, bspw. dass er kürzlich seine langjährige Lebensgefährtin Janet Radcliffe Richards geheiratet hat.
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Interview mit Peter Singer über Privatsphäre und Internet
Posted by Björn in Datenschutz, Ethik, Internet, Moralphilosophie, Privacy, Privatsphaere on 2011/08/26
Peter Singer hat im Harper’s Magazine einen Artikel mit dem Titel “Visible Man” (nur für registrierte Nutzer) veröffentlicht. Darüber hat er dem Sender KUOW ein Interview gegeben, das auf der Webseite zu hören ist oder als MP3 heruntergeladen werden kann.
Sonderausgabe der Philosophical Quarterly online
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Antike, Ethik, Links, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Quellen on 2011/08/19
Wieder eine philosophische Zeitschrift, die in einer Sonderausgabe ausgewählte Artikel aus bisherigen Ausgaben versammelt und als virtuelle Sonderausgabe online stellt – diesmal ist es The Philosophical Quarterly, mit Klassikern von Gilbert Ryle, Gregory Vlastos oder dem bemerkenswerten, möglicherweise technisch überdrehten Aufsatz von Bernard Williams “Aristotle on the Good: A Formal Sketch“
Singer über Sidgwick
Posted by Björn in Ethik, Links, Moralphilosophie, Philosophiegeschichte on 2011/08/10
Bei Philosphy Bites gibt es einen neuen Podcast, in dem Peter Singer über die Bedeutung von Henry Sidgwick für den Utilitarismus spricht.
BBC-Interview mit Martha Nussbaum
Posted by Björn in Ethik, Moralphilosophie, Politische Philosophie, Sozialphilosophie on 2011/08/04
In der Sendereihe “Thinking Allowed” der BBC wurde ein Interview mit Martha Nussbaum veröffentlicht. Sie spricht über ihren Fähigkeitenansatz (capabilities approach) im Vergleich zum Konzept des Bruttosozialproduktes. Das Interview kann als MP3-Datei heruntergeladen (Direktlink) werden.
Tyler Cowen rezensiert Parfits “On what matters”
Posted by Björn in Ökonomie, Buecher, Ethik, Moralphilosophie, rezensionen on 2011/07/29
Interessante Rezension bei Marginal Revolution zu Derek Parfits “On what matters“:
Tyler Cowen ist nicht überzeugt von Parfits – einem seiner “favorite philosophers” – Hauptargumenten. Der zentrale Teil des Buches schreie nach Formalisierung “or at the very least citations to formalized game theory“. Und nicht nur das:
“Parfit is operating in the territory of solution concepts and game-theoretic equilibrium refinements, but with nary a nod in their direction. By the end of his lengthy and indeed exhausting discussions, I do not feel I am up to where game theory was in 1990.
I read the standard game-theoretic results as implying that ethics is a far more indeterminate enterprise than Parfit might like to see. Any particular specification of rule consequentialism tends to require increasingly baroque refinements to cover all the different possible kinds of situations.”
Parfits Diskussion des Konsequenzialismus verfehle “the questions defined by where the frontier — choice theory and not just philosophic ethics — has been for some time“. Bis diese Fragen nicht geklärt seien, sei eine Integration mit dem Kontraktualismus nicht möglich.
Außerdem wundert sich Cowen – wie ich auch – über die Danksagungsliste im Vorwort. Und er verweist neben der hier im Blog schon verlinkten positiven Rezension von Peter Singer auf eine weitere, eher kritische von Constantine Sandis.
Nachtrag: Jussi Suikkanen, der zusammen mit John Cottingham das Buch “Essays on Derek Parfit’s On What Matters” (Blackwell, 2009) herausgegeben hat, schreibt eine Kurzrezension, in der er einige Probleme von Parfits Buch anspricht, die sich seiner Methode verdanken: “What strikes me most now is the philosophical method which Parfit employs again and again throughout the book. It is the oldest tool in the philosophers’ kit. Parfit proceeds by attacking familiar versions of general ethical principles with innovative counterexamples. He then makes these principles more and more sophisticated until they survive the thought-experiments.”
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Simon Blackburn über Parfits “On what matters”
Posted by Björn in Buecher, Ethik, Moralphilosophie, rezensionen on 2011/07/15
Simon Blackburn hat eine Rezension zu Derek Parfits neuem Buch “On what matters“, die ursprünglich von der Financial Times beauftragt, dann aber nicht abgedruckt wurde, auf seiner eigenen Webseite veröffentlicht.
Blackburn nimmt eine kritische Haltung zu Parfits Position ein. Anders als Peter Singer, sieht er nicht, was Parfit zu einer realistischen Aufklärung über Moral beiträgt.
Er zitiert einen Satz vom Anfang des Buches: “‘It would be a tragedy’ he tells us on page 2, ‘if there is no single true morality’” und antwortet darauf: “Well, outside the charmed walls of All Souls College, there actually are tragedies.” Innerhalb der Mauern handele es sich vielleicht aber eher um die Komödie von “Don Quixote tilting at windmills“.
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Weitere Informationen (und Links) zu Parfits neuem Buch habe ich in diesem Blog hier und hier gepostet.
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