Es ist erstaunlich, welches Bild von Adam Smith heute allgemein verbreitet ist. Nun, er war sozusagen im Zentrum der großen ideologischen Auseinandersetzungen der letzten zweihundert Jahre – allerdings von Gegnern und Anhängern dieser Ideologien dort hingestellt. In der Politik wird bekanntlich grob gehobelt, da nimmt man auf Einzelheiten keine Rücksicht. Dennoch ist es unverständlich, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler, der auf ein überhöhtes Podest gehoben wird, so wenig bekannt, sein Bild so verzeichnet ist.
Nicholas Phillipson hat jetzt eine neue Adam-Smith-Biografie geschrieben, die beim New Statesman rezensiert wird. Eine kurze, aber vorzügliche deutsche Biografie hat Gerhard Streminger schon vor einigen Jahren in der Reihe Rowohlts Monographien veröffentlicht.
.
Es ist erstaunlich, welches Bild von Adam Smith heute allgemein verbreitet ist. Nun, er war sozusagen im Zentrum der großen ideologischen Auseinandersetzungen der letzten zweihundert Jahre - allerdings von Gegnern und Anhängern dieser Ideologien dort hingestellt. In der Politik wird bekanntlich grob gehobelt, da nimmt man auf Einzelheiten keine Rücksicht. Dennoch ist es unverständlich, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler, der auf ein überhöhtes Podest gehoben wird, so wenig bekannt, sein Bild so verzeichnet ist.
Nicholas Phillipson hat jetzt eine neue Adam-Smith-Biografie geschrieben, die beim New Statesman rezensiert wird. Eine kurze, aber vorzügliche deutsche Biografie hat Gerhard Streminger schon vor einigen Jahren in der Reihe Rowohlts Monographien veröffentlicht.
.
Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:
Dieter Birnbacher – Natürlichkeit (2006)
Ansgar Beckermann – Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes (3. Auflage, 2008)
John Stuart Mill – Über die Freiheit (Meiner-Ausgabe, 2009)
Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:
Dieter Birnbacher - Natürlichkeit (2006)
Ansgar Beckermann - Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes (3. Auflage, 2008)
John Stuart Mill - Über die Freiheit (Meiner-Ausgabe, 2009) Bei The Nation ist ein Interview mit Martha Nussbaum über ihr neues Buch “From Disgust to Humanity: Sexual Orientation and Constitutional Law” erschienen. Darin geht es darum, dass Aversionen gegen Fremdartiges nicht als moralische Rechtfertigung politischer Regelungen taugen.
“I don’t think any emotion should be trusted on its own without being constantly in dialogue with moral principles. At every point, whether it’s anger or fear or any emotion–even compassion, which can, of course, lead you to favor your family against other people–you should always be asking, Is this consistent with the idea of a society of people who are free and equal?“.
Vor diesem Hintergrund seien Argumente gegen homosexuelle Ehen nicht haltbar, weil inkonsistent. “We don’t think that heterosexuals who are flaky, silly or awful, Britney Spears marrying on a whim and then divorcing almost immediately, we don’t think that that taints the institution of heterosexual marriage.“.
Nussbaum plädiert für eine Politik der Menschlichkeit, die auf der Fähigkeit beruht, andere Personen als uns ähnlich wahrzunehmen und sie zu respektieren. Unterschiedliche sexuelle Orientierungen rechtfertigen keine unterschiedliche Behandlung vor dem Gesetz. John Stuart Mill hat besonders sorgfältig die Frage gesellschaftlicher Regulierung privaten Verhaltens untersucht – daran möchte Nussbaum anknüpfen und hofft, dass seine Einsichten sich in diesen Fragen weiter verbreiten.
—
. .
. .
Bei The Nation ist ein Interview mit Martha Nussbaum über ihr neues Buch "From Disgust to Humanity: Sexual Orientation and Constitutional Law" erschienen. Darin geht es darum, dass Aversionen gegen Fremdartiges nicht als moralische Rechtfertigung politischer Regelungen taugen.
"I don't think any emotion should be trusted on its own without being constantly in dialogue with moral principles. At every point, whether it's anger or fear or any emotion--even compassion, which can, of course, lead you to favor your family against other people--you should always be asking, Is this consistent with the idea of a society of people who are free and equal?".
Vor diesem Hintergrund seien Argumente gegen homosexuelle Ehen nicht haltbar, weil inkonsistent. "We don't think that heterosexuals who are flaky, silly or awful, Britney Spears marrying on a whim and then divorcing almost immediately, we don't think that that taints the institution of heterosexual marriage.".
Nussbaum plädiert für eine Politik der Mensc Einerseits:
It’s actions, not words, that matter.
Andererseits:
Worte können vernichtend sein, Worte können Labsal sein.
Das Äußern von Worten ist auch eine Handlung.
Auch das Äußern von leeren Worten ist eine Handlung.
Leeren Worten wird oft durch Handlungen widersprochen.
Viele Handlungen werden nicht von Worten begleitet.
Die Guten sind nicht immer gut mit Worten, aber in ihren Handlungen.
Böses geschieht oft durch Worte.
Resümée:
1. Taten sind wichtig. Auf sie kommt es an. Ein Wortkarger, der hilfsbereit, empathisch, solidarisch handelt ist ein besserer Freund als eine wortgewandte Unterhaltsame, auf deren Worte man sich nicht verlassen kann.
2. Verbales Gift ist ein starkes Gift. Es zu verbreiten ist eine zerstörerische Handlung, der ein grelles Etikett fürs Gedächtnis anhaftet. Psychologisch bedingt ist es fünffach stärker als freundliche Worte. Die Geduld, die der freundliche Expressive benötigt, ist ein Stück Alltagsheldentum.
Einerseits:
It's actions, not words, that matter.
Andererseits:
Worte können vernichtend sein, Worte können Labsal sein.
Das Äußern von Worten ist auch eine Handlung.
Auch das Äußern von leeren Worten ist eine Handlung.
Leeren Worten wird oft durch Handlungen widersprochen.
Viele Handlungen werden nicht von Worten begleitet.
Die Guten sind nicht immer gut mit Worten, aber in ihren Handlungen.
Böses geschieht oft durch Worte.
Resümée:
1. Taten sind wichtig. Auf sie kommt es an. Ein Wortkarger, der hilfsbereit, empathisch, solidarisch handelt ist ein besserer Freund als eine wortgewandte Unterhaltsame, auf deren Worte man sich nicht verlassen kann.
2. Verbales Gift ist ein starkes Gift. Es zu verbreiten ist eine zerstörerische Handlung, der ein grelles Etikett fürs Gedächtnis anhaftet. Psychologisch bedingt ist es fünffach stärker als freundliche Worte. Die Geduld, die der freundliche Expressive benötigt, ist ein Stück Alltagsheldentum. Daniel Jacobsons Artikel in der Philosophical Review 117-2, pp. 159-191, “Utilitarianism without Consequentialism: The Case of John Stuart Mill” ist bei Philosopher’s Annual als einer der zehn besten Artikel des Jahres 2008 aufgeführt und dort als PDF-Datei erhältlich. [via]
Obwohl in der üblichen Definition der Konsequenzialismus ein Bestandteil des Utilitarismus ist, will Jacobson zeigen, dass Utilitarismus ohne Konsequenzialismus logisch möglich ist und dass genau dies die Position von Mill gewesen sei. In der gängigen Interpretation sei ein wichtiger Aspekt von Mills Theorie übergangen worden, der seinen unorthodoxen Utilitarismus gerade besonders interessant mache.
“I refer here to Mill’s sentimentalist metaethics, which proves crucial for understanding his view of morality as comprising just one distinct sphere within what he called “the Art of Life, in its three departments. Morality, Prudence or Policy, and Aesthetics; the Right, the Expedient, and the Beautiful or Noble, in human conduct and works”.
—
. .
Daniel Jacobsons Artikel in der Philosophical Review 117-2, pp. 159-191, "Utilitarianism without Consequentialism: The Case of John Stuart Mill" ist bei Philosopher's Annual als einer der zehn besten Artikel des Jahres 2008 aufgeführt und dort als PDF-Datei erhältlich. [via]
Obwohl in der üblichen Definition der Konsequenzialismus ein Bestandteil des Utilitarismus ist, will Jacobson zeigen, dass Utilitarismus ohne Konsequenzialismus logisch möglich ist und dass genau dies die Position von Mill gewesen sei. In der gängigen Interpretation sei ein wichtiger Aspekt von Mills Theorie übergangen worden, der seinen unorthodoxen Utilitarismus gerade besonders interessant mache.
"I refer here to Mill's sentimentalist metaethics, which proves crucial for understanding his view of morality as comprising just one distinct sphere within what he called "the Art of Life, in its three departments. Morality, Prudence or Policy, and Aesthetics; the Right, the Expedient, and the Beautiful or Noble, in human conduct an Der zweite Teil des Videointerviews, das Arvid Leyh mit dem Philosophen Stephan Schleim zum Thema Neuro-Enhancement geführt hat, ist jetzt auch veröffentlicht (hier, oder direkt bei Vimeo hier). Darin geht es, wie Stephan Schleim hier im Blog kommentiert hat, “aus ethisch-philosophischer Sicht … um die wesentlich interessanteren Fragen.” Sehenswert!
Der zweite Teil des Videointerviews, das Arvid Leyh mit dem Philosophen Stephan Schleim zum Thema Neuro-Enhancement geführt hat, ist jetzt auch veröffentlicht (hier, oder direkt bei Vimeo hier). Darin geht es, wie Stephan Schleim hier im Blog kommentiert hat, "aus ethisch-philosophischer Sicht ... um die wesentlich interessanteren Fragen." Sehenswert! Peter Singer hat CNN ein Interview zur Gesundheitsreform in den USA gegeben. Er trägt einige sachliche Gründe vor, die die aufgeregten Gegner der Reform beruhigen könnten, wenn sie Argumenten zugänglich wären. Besonders interessant finde ich einen Punkt, der genauso für Deutschland gilt, wie ich leidvoll selbst erfahren musste – die absurden, national unterschiedlichen Preise für manche Medikamente, die in anderen Ländern erheblich günstiger verkauft werden: “another area of saving is in the costs of pharmaceuticals. We can see the same drug that we’re buying in the United States is on sale for much less money in Britain because the British National Health Service says we will not provide that at that price.” Hier wird durch staatliche Regulierung das öffentliche Gesundheitssystem durch private Interessen gemolken, und das schlägt bei den Kosten ganz erheblich zu Buche, so dass die Versicherten Kürzungen in anderen Bereichen hinnehmen müssen. [via]
Peter Singer hat CNN ein Interview zur Gesundheitsreform in den USA gegeben. Er trägt einige sachliche Gründe vor, die die aufgeregten Gegner der Reform beruhigen könnten, wenn sie Argumenten zugänglich wären. Besonders interessant finde ich einen Punkt, der genauso für Deutschland gilt, wie ich leidvoll selbst erfahren musste - die absurden, national unterschiedlichen Preise für manche Medikamente, die in anderen Ländern erheblich günstiger verkauft werden: "another area of saving is in the costs of pharmaceuticals. We can see the same drug that we’re buying in the United States is on sale for much less money in Britain because the British National Health Service says we will not provide that at that price." Hier wird durch staatliche Regulierung das öffentliche Gesundheitssystem durch private Interessen gemolken, und das schlägt bei den Kosten ganz erheblich zu Buche, so dass die Versicherten Kürzungen in anderen Bereichen hinnehmen müssen. [via]