Archive for category Medizinethik
Mensch-Maschine-Schnittstellen und menschliche Plastizität
Posted by Björn in Bioethik, Biologie, Ethik, Medizinethik on 2010/02/19
Andy Clark hat im Journal of Medicine and Philosophy 32/2, 2007, einen Artikel zur Frage veröffentlicht, ob und warum implantierte Mensch-Maschine-Schnittstellen und insbesondere Gehirn-Maschine-Schnittstellen möglich sind: “Re-Inventing Ourselves: The Plasticity of Embodiment, Sensing, and Mind“.
Ausgehend von einer Warnung Bruce Sterlings im Internetmagazin WIRED 2004 – “there’s ethical hell at the interfaces” – untersucht Clark die denkbaren Möglichkeiten von Enhancement und Augmentation. Deren Bedingung ist die von Clark postulierte biologische Plastizität des Menschen, sein Potenzial für “sensory re-calibration” und “bodily re-configuration”.
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Zweiter Teil des Videointerviews mit Stephan Schleim zu Neuro-Enhancement
Posted by Björn in Ethik, Medizinethik, Moralphilosophie, Psychologie on 2009/08/25
Der zweite Teil des Videointerviews, das Arvid Leyh mit dem Philosophen Stephan Schleim zum Thema Neuro-Enhancement geführt hat, ist jetzt auch veröffentlicht (hier, oder direkt bei Vimeo hier). Darin geht es, wie Stephan Schleim hier im Blog kommentiert hat, “aus ethisch-philosophischer Sicht … um die wesentlich interessanteren Fragen.” Sehenswert!
Peter Singer über die Gesundheitsreform in den USA
Posted by Björn in Ökonomie, Ethik, Medizinethik, Moralphilosophie, Politik on 2009/08/24
Peter Singer hat CNN ein Interview zur Gesundheitsreform in den USA gegeben. Er trägt einige sachliche Gründe vor, die die aufgeregten Gegner der Reform beruhigen könnten, wenn sie Argumenten zugänglich wären. Besonders interessant finde ich einen Punkt, der genauso für Deutschland gilt, wie ich leidvoll selbst erfahren musste – die absurden, national unterschiedlichen Preise für manche Medikamente, die in anderen Ländern erheblich günstiger verkauft werden: “another area of saving is in the costs of pharmaceuticals. We can see the same drug that we’re buying in the United States is on sale for much less money in Britain because the British National Health Service says we will not provide that at that price.” Hier wird durch staatliche Regulierung das öffentliche Gesundheitssystem durch private Interessen gemolken, und das schlägt bei den Kosten ganz erheblich zu Buche, so dass die Versicherten Kürzungen in anderen Bereichen hinnehmen müssen. [via]
Neuro-Enhancement und Neuroethik: Neil Levy
Posted by Björn in Akademisches, Bioethik, Ethik, Glück, Leute, Medizinethik, Moralphilosophie, Psychologie on 2009/08/24
Neil Levy hat den Eureka Prize for Research in Ethics 2009 der Australian Catholic University erhalten. Der Webseite des Australian Museum zufolge ist Levy (University of Melbourne und Oxford University) ein Pionier der Neuroethik. Er vertritt die These, dass – informierte Einwilligung vorausgesetzt – psychopharmazeutische Behandlung der individuellen Authentizität keinen Abbruch tut. “Dr Levy also argues we need to stop seeing the brain as sacrosanct.”
Seine Positionen hat Levy in dem Buch Neuroethics: Challenges for the 21st Century dargelegt. [via]
Update: Boing Boing hat einen Bericht zur Verwendung von chemischen Substanzen zu militärischen Zwecken. Er bezieht sich auf einen Artikel von Malcolm Dando in Nature: Biologists napping while work militarized. Um das Offenkundige explizit zu machen: Natürlich hat dieser Einsatzzweck nichts mit informierter Einwilligung zu tun. Ausführlicher äußert sich dazu Stephan Schleim: “Neuro-Waffen auf dem Vormarsch”.
Interview mit Stephan Schleim zum Neuro-Enhancement
Posted by Björn in Ethik, Medizinethik, Moralphilosophie, Philosophie des Geistes, Psychologie on 2009/07/29
Arvid Leyh hat mit dem Philosophen Stephan Schleim ein Videointerview zum Thema Neuro-Enhancement geführt, dessen erster Teil jetzt auf seinem Weblog Braincasts erschienen ist.
Stephan Schleim hat auch eine Webseite zu Neuro-Enhancement.
Braincast 165 – Neuro-Enhancement 1 from Anita Leyh on Vimeo.
Demnächst wird dann wohl der zweite Teil des Videos bei Braincasts erscheinen.
Weitere Philoblog-Beiträge zum Enhancement finden sich hier und hier.
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Leistungssteigernde Pharmazeutika
Posted by Björn in Ethik, Medizinethik, Moralphilosophie, Psychologie on 2009/06/05
Bei Neuroanthropology gibt es einen guten Überblicksartikel zur Frage, was von den neuen leistungssteigernden Mitteln für mentale / kognitive Fähigkeiten zu halten ist: The New Performance Enhancing Drugs. Ritalin und Adderall werden in ihren erwünschten und unerwünschten Effekten beschrieben. Erfreulicherweise enthält der Artikel auch eine qualifizierte ethische und soziokulturelle Bewertung. Er kommt zu dem Schluss:
Cognitive enhancers do provide significant long term mental benefits and arguably some social benefits. However, as we have argued, these benefits are outweighed by the physical side effects and social ramifications that such use would entail.