Category: Logischer Positivismus

Was ist Analytische Philosophie? Nichts als Anti-Metaphysik oder Logik?

Pierre Wagner schreibt bei Eurozine über falsche, weil verkürzende Vorstellungen von Analytischer Philosophie: “The linguistic turn and other misconceptions about analytic philosophy“. Ist Analytische Philosophie dezidiert antimetaphysisch? Heute macht Metaphysik einen großen Teil der analytischen Forschung aus – wenn auch nicht in der Art, wie sie von Hegel oder Bergson betrieben wurde. Ist Analytische Philosophie unhistorisch? Schon einer der “Gründerväter”, Bertrand Russell, hat umfangreich über die Geschichte der Philosophie geschrieben. Wichtige Interpretationen von Platon und Aristoteles stammen aus der Feder von analytischen Philosophen. Ist Philosophie die “Magd der Wissenschaften”? Nicht bei Quine, nicht bei Wittgenstein, und es lassen sich viele Belege in der heutigen Analytischen Philosophie für eine gegenteilige Meinung finden. Sind analytische Philosophen hauptsächlich linguistische Philosophen? Wie ist der “linguistic turn” zu verstehen? Jedenfalls nicht eindeutig in der Weise, so Wagner, dass alle analytischen Philosophen damit auf ein Programm festgelegt wären. Die Analytische Philosophie ist zu vielfältig, als dass sie sich ausschließlich mit einem der genannten Programmpunkte charakterisieren ließe.

Article written by Björn

Texte des Wiener Kreises kostenfrei auf PaperC lesen

March 15, 2010 | Filed Under Analytische Philosophie, Buecher, Logischer Positivismus, Philosophiegeschichte | Comments Off

Die im Meiner Verlag erschienene Textsammlung “Wiener Kreis. Texte zur wissenschaftlichen Weltauffassung” mit Originaltexten von Rudolf Carnap, Otto Neurath, Moritz Schlick, Hans Hahn und anderen Mitgliedern ist online bei PaperC kostenlos zu lesen (Registrierung erforderlich, Druck und Download nur gegen Entrichtung eines Seitenpreises).

. .

Article written by Björn

Rezension von Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science”

Friedrich Stadler und Miles MacLeod rezensieren in den Notre Dame Philosophical Reviews Stefano Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science: Rationality Without Foundations” (Routledge, 2009):

In sum, Gattei’s Karl Popper’s Philosophy of Science is an important reassertion of the value, novelty, and coherency of Popper’s programme. It is an important historiographical contribution, particularly because it leads us to reevaluate our tradition of painting Kuhn as an epistemological radical, when that title more properly belongs to Popper.

Article written by Björn

BBC Interview mit Bertrand Russell auf YouTube

June 9, 2009 | Filed Under Analytische Philosophie, Leute, Logik, Logischer Positivismus, Philosophiegeschichte | Comments Off

1959 hat die BBC ein Fernseh-Interview mit Bertrand Russell geführt, das in drei Teilen auf YouTube zu sehen ist: hier, hier und hier.


[via]

Article written by Björn

Übersicht über Carnaps “Der logische Aufbau der Welt”

February 19, 2009 | Filed Under Analytische Philosophie, Buecher, Logik, Logischer Positivismus, Philosophiegeschichte, Quellen | Comments Off

Christopher Pincock hat einen Entwurf seines Überblicksartikels über Rudolf Carnaps “Der logische Aufbau der Welt” (1928) als PDF-Datei online gestellt: “… it is fair to say that the Aufbau, as the book is typically called, is one of the most important books for the history of analytic philosophy. … The main aim of this article is to help the non-specialist approach the Aufbau and begin to appreciate why so many philosophers have spent so much time trying to understand it.

Article written by Björn

“Ayer on Logical Positivism” bei YouTube

Bryan Magee hat 1977 und dann noch einmal 1987 für die BBC eine Interview-Serie zur Philosophie gemacht. Daraus ist das Buch “Talking Philosophy: Dialogues with Fifteen Leading Philosophers” entstanden. Ein Großteil der Gespräche ist legendär und von hervorragender Qualität: “Peter Singer on Hegel, Putnam on Philosophy of Science, Dworkin on Justice, Bernard Williams on Descartes, AJ Ayer on Logical Positivism, Burnyeat on Plato …” (Link)

Das Gespräch mit Alfred Jules Ayer über den Logischen Positivismus gibt es in vier Teilen bei YouTube:
Section 1:

Section 2

Section 3

Section 4

Article written by Björn

Moritz Schlick Gesamtausgabe

Friedrich Stadler (Universität Wien und Institut Wiener Kreis) und Hans Jürgen Wendel (Universität Rostock, Moritz Schlick Forschungsstelle) geben bei Springer die Moritz Schlick Gesamtausgabe heraus. “Dieses internationale Forschungs- und Editionsprojekt wird im Rahmen einer bilateralen Zusammenarbeit zwischen dem Institut Wiener Kreis und der Universität Wien, der Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie in Graz und der Moritz-Schlick-Forschungsstelle am Institut für Philosophie der Universität Rostock realisiert.
Schlick war Mitbegründer des Wiener Kreises, der in der Zwischenkriegszeit auf der Grundlage der Arbeiten von Einstein, Russell und Wittgenstein den Logischen Emirismus begründete. Der Wiener Kreis wurde durch den Nationalsozialismus zersprengt, seine Mitglieder emigirierten großteils ins Ausland. Moritz Schlick wurde 1936 ermordet.
Die Gesamtausgabe beruht auf dem Nachlass und den veröffentlichten Schriften. In der ersten Abteilung (Veröffentlichte Schriften) sind die ersten fünf Bände bereits erschienen, der sechste (“Die Wiener Zeit”) erscheint im Juli 2008. In Band 3 sind die beiden moralphilosophischen Schriften “Lebensweisheit. Versuch einer Glückseligkeitslehre” und “Fragen der Ethik” endlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Article written by Björn

Symbolische Wegweisersysteme

Da mich Otto Neuraths Isotype-System fasziniert, haben die symbolischen Wegweisersysteme von Lance Wyman meine Aufmerksamkeit geweckt. Bei Webesteem erklärt Wyman seine Arbeiten.

. .

Article written by Björn

Otto Neuraths universelle Silhouetten

September 21, 2007 | Filed Under Leute, Logischer Positivismus, Medien, Philosophiegeschichte | Comments Off

George Pendle schreibt im Cabinet Magazine über Otto Neurath und seine Isotype-Symbole: Otto Neurath’s Universal Silhouettes. (Ein früher Eintrag in diesem Weblog zu Neuraths Isotype findet sich hier.)

Isotype ist Neuraths Beitrag zu einer möglichst allgemeinen und leicht verständlichen Distribution von Informationen durch neue visuelle Darstellungsformen. “The one constant throughout Neurath’s polymathic life was his interest in visual innovation.” Dieses Anliegen ist anti-elitär: “Not only would it help educate the common Viennese man, but he also believed it might widen the sphere of peaceful cooperation across the world. “The more cooperative man is,” he declared, “the more ‘modern’ he is.”

1 1

Von Otto Neurath als Visionär der multimedialen Wissenskultur und seinem Isotype-System handelt der Band “Bildersprache. Otto Neurath Visualisierungen” von Frank Hartmann und Erwin K. Bauer.
Neurath war Mitglied des Wiener Kreises. Die bebilderte Monographie von Manfred Geier bei rororo, “Der Wiener Kreis. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten” enthält einen guten Überblick über Leben und Werk seiner Mitglieder. Das Institut Wiener Kreis widmet sich der Dokumentation von Werk und Wirkung des Wiener Kreises.

. .

Article written by Björn

Arthur C. Danto über Richard Rorty

September 11, 2007 | Filed Under Analytische Philosophie, Buecher, Kulturphilosophie, Leute, Logischer Positivismus | Comments Off

Arthur C. Danto schreibt über Richard Rorty und sein letztes Buch ‘Philosophy as Cultural Politics’. Dabei stimmt Danto Rortys Urteil über die Philosophie nicht zu:

Rorty writes that “philosophers’ explanations of how the mind is related to the brain, or of how there can be a place for value in a world of fact, or of how free will and mechanism might be reconciled, do not intrigue most contemporary intellectuals.” The obvious response to this is surely, “So what?” Maybe the things that intrigue contemporary intellectuals don’t especially engage philosophers. What guarantee is there that turning our backs on the great questions of philosophy in favor of doing cultural politics will make people happier, freer, and more flexible persons? Philosophy no more than physics produces practical wisdom.” [Arthur C. Danto: Margins for Error]

Article written by Björn

Simple Fragen

August 31, 2006 | Filed Under Analytische Philosophie, Logischer Positivismus, Medien, Worte | Comments Off

Von Bruce Aune ist ein Paper über Herbert Feigl und die Entwicklung der Analytischen Philosophie an der Universität von Minnesota online: Feigl & the development of analytic philosophy at the University of Minnesota.
Herbert Feigl hat folgende einfache Fragen als wichtiges Werkzeug einer konstruktiven Argumentation hervorgehoben:

‘The philosophical tradition he represented centered
its chief inquiries, he said, around two humble questions, “What do you mean?” and “How do you know?”‘

Weitere Dokumente, in denen Feigls berühmte Fragen erwähnt werden, findet man hier.

Der Journalist John Sawatsky plädiert in der American Journalism Review dafür, auch im Journalismus und anderen Bereichen möglichst einfache Fragen zu stellen:

The best questions, argues Sawatsky, are like clean windows. “A clean window gives a perfect view. When we ask a question, we want to get a window into the source. When you put values in your questions, it’s like putting dirt on the window. It obscures the view of the lake beyond. People shouldn’t notice the question in an interview, just like they shouldn’t notice the window. They should be looking at the lake.”

und

“Colorless questions usually provide colorful answers.”

Mehr Empfehlungen für guten Journalismus findet man bei Signal vs. Noise

Article written by Björn

A propos Naturalismus

July 6, 2004 | Filed Under Analytische Philosophie, Geschichte, Logischer Positivismus, Worte | Comments Off

“Im Gegensatz zu dem, was die Positivisten für möglich hielten, ist ontologische Sparsamkeit nicht durch eine im Lehnstuhl gepflogene “Sprachanalyse” erreichbar, sondern – wenn überhaupt – nur in der Alltagspraxis.”

(R. Rorty, Physikalismus ohne Reduktionsimus, Reclam 1993, S. 53)

Allerdings legen die von Rorty gebrauchten Beispiele selbst den Einwand nahe, dass die Praxis, die z.B. die religiöse Terminologie obsolet gemacht hat, sich doch ganz erheblich den “Lehnstuhlanalysen” eines Gallilei, Newton, Hume und Voltaire verdankt. Andererseits erhält man in Zeiten wie diesen, wo es wieder schicker wird, intellektuelles Opium zu predigen, den Eindruck, dass die fünfhundertjährige Alltagspraxis einer wissenschaftlich aufgeklärten Sprache auch ein Ende haben könnte, angetrieben wohl weniger von sprachtheoretischen Lehnstuhlanalysen als von politischen Lehnstuhlstrategien.

Article written by Björn
blogoscoop

© Das Philoblog | Performancing's Herald Theme for WordPress designed by Brian Gardner