Friedrich Stadler und Miles MacLeod rezensieren in den Notre Dame Philosophical Reviews Stefano Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science: Rationality Without Foundations” (Routledge, 2009):
In sum, Gattei’s Karl Popper’s Philosophy of Science is an important reassertion of the value, novelty, and coherency of Popper’s programme. It is an important historiographical contribution, particularly because it leads us to reevaluate our tradition of painting Kuhn as an epistemological radical, when that title more properly belongs to Popper.
Christopher Pincock hat einen Entwurf seines Überblicksartikels über Rudolf Carnaps “Der logische Aufbau der Welt” (1928) als PDF-Datei online gestellt: “… it is fair to say that the Aufbau, as the book is typically called, is one of the most important books for the history of analytic philosophy. … The main aim of this article is to help the non-specialist approach the Aufbau and begin to appreciate why so many philosophers have spent so much time trying to understand it.“
Bryan Magee hat 1977 und dann noch einmal 1987 für die BBC eine Interview-Serie zur Philosophie gemacht. Daraus ist das Buch “Talking Philosophy: Dialogues with Fifteen Leading Philosophers” entstanden. Ein Großteil der Gespräche ist legendär und von hervorragender Qualität: “Peter Singer on Hegel, Putnam on Philosophy of Science, Dworkin on Justice, Bernard Williams on Descartes, AJ Ayer on Logical Positivism, Burnyeat on Plato …” (Link)
Das Gespräch mit Alfred Jules Ayer über den Logischen Positivismus gibt es in vier Teilen bei YouTube: Section 1:
Friedrich Stadler (Universität Wien und Institut Wiener Kreis) und Hans Jürgen Wendel (Universität Rostock, Moritz Schlick Forschungsstelle) geben bei Springer die Moritz Schlick Gesamtausgabe heraus. “Dieses internationale Forschungs- und Editionsprojekt wird im Rahmen einer bilateralen Zusammenarbeit zwischen dem Institut Wiener Kreis und der Universität Wien, der Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie in Graz und der Moritz-Schlick-Forschungsstelle am Institut für Philosophie der Universität Rostock realisiert.”
Schlick war Mitbegründer des Wiener Kreises, der in der Zwischenkriegszeit auf der Grundlage der Arbeiten von Einstein, Russell und Wittgenstein den Logischen Emirismus begründete. Der Wiener Kreis wurde durch den Nationalsozialismus zersprengt, seine Mitglieder emigirierten großteils ins Ausland. Moritz Schlick wurde 1936 ermordet.
Die Gesamtausgabe beruht auf dem Nachlass und den veröffentlichten Schriften. In der ersten Abteilung (Veröffentlichte Schriften) sind die ersten fünf Bände bereits erschienen, der sechste (“Die Wiener Zeit”) erscheint im Juli 2008. In Band 3 sind die beiden moralphilosophischen Schriften “Lebensweisheit. Versuch einer Glückseligkeitslehre” und “Fragen der Ethik” endlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich.
Isotype ist Neuraths Beitrag zu einer möglichst allgemeinen und leicht verständlichen Distribution von Informationen durch neue visuelle Darstellungsformen. “The one constant throughout Neurath’s polymathic life was his interest in visual innovation.” Dieses Anliegen ist anti-elitär: “Not only would it help educate the common Viennese man, but he also believed it might widen the sphere of peaceful cooperation across the world. “The more cooperative man is,” he declared, “the more ‘modern’ he is.””
Arthur C. Danto schreibt über Richard Rorty und sein letztes Buch ‘Philosophy as Cultural Politics’. Dabei stimmt Danto Rortys Urteil über die Philosophie nicht zu:
“Rorty writes that “philosophers’ explanations of how the mind is related to the brain, or of how there can be a place for value in a world of fact, or of how free will and mechanism might be reconciled, do not intrigue most contemporary intellectuals.” The obvious response to this is surely, “So what?” Maybe the things that intrigue contemporary intellectuals don’t especially engage philosophers. What guarantee is there that turning our backs on the great questions of philosophy in favor of doing cultural politics will make people happier, freer, and more flexible persons? Philosophy no more than physics produces practical wisdom.” [Arthur C. Danto: Margins for Error]
‘The philosophical tradition he represented centered
its chief inquiries, he said, around two humble questions, “What do you mean?” and “How do you know?”‘
Weitere Dokumente, in denen Feigls berühmte Fragen erwähnt werden, findet man hier.
Der Journalist John Sawatsky plädiert in der American Journalism Review dafür, auch im Journalismus und anderen Bereichen möglichst einfache Fragen zu stellen:
The best questions, argues Sawatsky, are like clean windows. “A clean window gives a perfect view. When we ask a question, we want to get a window into the source. When you put values in your questions, it’s like putting dirt on the window. It obscures the view of the lake beyond. People shouldn’t notice the question in an interview, just like they shouldn’t notice the window. They should be looking at the lake.”
und
“Colorless questions usually provide colorful answers.”
Mehr Empfehlungen für guten Journalismus findet man bei Signal vs. Noise
“Im Gegensatz zu dem, was die Positivisten für möglich hielten, ist ontologische Sparsamkeit nicht durch eine im Lehnstuhl gepflogene “Sprachanalyse” erreichbar, sondern – wenn überhaupt – nur in der Alltagspraxis.”
(R. Rorty, Physikalismus ohne Reduktionsimus, Reclam 1993, S. 53)
Allerdings legen die von Rorty gebrauchten Beispiele selbst den Einwand nahe, dass die Praxis, die z.B. die religiöse Terminologie obsolet gemacht hat, sich doch ganz erheblich den “Lehnstuhlanalysen” eines Gallilei, Newton, Hume und Voltaire verdankt. Andererseits erhält man in Zeiten wie diesen, wo es wieder schicker wird, intellektuelles Opium zu predigen, den Eindruck, dass die fünfhundertjährige Alltagspraxis einer wissenschaftlich aufgeklärten Sprache auch ein Ende haben könnte, angetrieben wohl weniger von sprachtheoretischen Lehnstuhlanalysen als von politischen Lehnstuhlstrategien.
otto neurath nannte das in wien isotype und hatte im sinn, dass jeder freien zugang zu den informationen erhält, die ihn interessieren. isotype ist ein bildzeichensystem, das historische, soziale oder whatever umstände veranschaulicht – in büchern, auf plakaten oder in ausstellungen.