Archive for category Literatur
Camus’ “Der Fremde” korrumpiert die Moral
Harry V. Jaffa: “By Camus’s hero we are taught to be repelled by those who (he believes) falsely teach us that there is any foundation for human attachments, or that there is anything in the universe that is lovable.” Auch Dostojewskis Raskolnikov glaubt, dass er durch ein Verbechen geläutert wird. Meursault erlangt dadurch die perfekte Indifferenz, Raskolnikov eine höhere christliche Moral.
In Shakespeares Macbeth dagegen können die Protagonisten sich der Moralität nicht entziehen: im Augenblick ihres Verbrechens sind sie bereits selbst gestraft, ihre Handlung war selbstzerstörerisch.
Klassiker im RSS-Format lesen
Posted by Björn in Buecher, Geschichte, Literatur, Quellen on 2008/01/10
Matt Webb hat da Vincis Notizbücher beim Projekt Gutenberg bezogen und daraus eine RSS-Version gemacht, um täglich eine der 1565 Seiten lesen zu können. Eine gute Idee. Wie hat er das gemacht? Das wäre doch auch praktisch für die Klassiker der Philosophie. [via]
Neu bei Philosophy Bites: Philosophie mit und ohne Akademie, sowie Aristoteles über Glück
Posted by Björn in Antike, Geschichte, Glück, Kulturphilosophie, Leute, Links, Literatur on 2007/11/20
Zwei neue Podcasts bei Philosophy Bites:
Alain de Botton diskutiert mit Nigel Warburton über Philosophie inner- und außerhalb des akademischen Betriebes und über den erforderlichen literarischen Stil.
Miles Burnyeat erläutert Aristoteles’ Konzeption von Glück.
Ulrich Greiner über Safranskis Buch “Romantik”
Posted by Björn in Buecher, Geschichte, Literatur on 2007/10/30
Ulrich Greiners Rezension von Rüdiger Safranskis Buch “Romantik” erschien ursprünglich am 6.9.2007 in der “ZEIT”. Auf Sign and Sight ist sie jetzt auf Englisch unter dem Titel “The enchantment of the world” online erschienen.
Open Access Philosophy Journals
Posted by Björn in Links, Literatur, Verschiedenes on 2007/08/14
“Die Welt der Wissenschaft ist unendlich viel schöner als die der Religion”
In einem Interview mit der NZZ äußert sich der britische Schriftsteller Ian McEwan kritisch zur Religion, die in den letzten Jahren angeblich eine Renaissance erlebt.
“Im Gegensatz zur Wissenschaft und zum einzigartigen Projekt der Rationalität, das sich immer wieder selbst korrigiert, beruhen Religionen auf heiligen Texten, die für alle Zukunft festgeschrieben sind, und wir müssen uns mit ihnen auseinandersetzen, weil sie Behauptungen über die Welt aufstellen, für die es nicht die geringsten Beweise gibt.
…
Paradoxerweise haben also die Terroranschläge bei mir dazu geführt, nicht nur über den religiösen Glauben nachzudenken, sondern auch über die Alternative, die wir haben, und das ist in meinen Augen die Rationalität. Die Welt, die wir durch das Hubble-Teleskop oder durch ein Mikroskop betrachten, die Welt, die uns die Wissenschaft erschliesst, ist unendlich schöner als die Welten, die uns das Christentum, der Islam, der Buddhismus oder der Hinduismus zu bieten haben. Wir sollten anfangen, unsere Rationalität und unsere Wissenschaften als die wunderbaren Errungenschaften menschlicher Genialität zu feiern und der Arroganz derer zu misstrauen, die nicht nur behaupten, dass es einen Gott gebe, sondern uns auch noch sagen, was er denkt. Wir können Wunder und Inspiration in den Werken von Goethe und Shakespeare finden; wir können der Literatur eine moralische Orientierung entnehmen, die die Bibel nicht zu bieten hat.”
Ian McEwan auf NZZ-Online: “Wie viel Freiheit hat der Mensch?“
FAZ versus Perlentaucher
Andrea Diener hat einen guten Überblick über den Streit zwischen FAZ und Perlentaucher geschrieben, bei dem in erster Instanz die Klage der FAZ abgewiesen wurde. Ich habe mich mangels Zeit bislang wenig damit beschäftigt, ich kann nur sagen, dass ich ohne den Perlentaucher wohl kaum Online-Beiträge der FAZ lesen würde.
Oskar Pastior gestorben
Oskar Pastior, der alte Lyrikformen wiederbelebt und neue – wie den “Sonettburger” – geschaffen hat, ist gestern gestorben, wenige Tage, bevor er den ihm zugesprochenen Büchnerpreis 2006 in Empfang nehmen konnte.
Wessen Urheberrecht?
Die Rede ist viel vom Urheberrecht, dem bedrohten, schützenswerten. Gemeint ist aber das Recht der Verwerter, nicht der Urheber. Autoren dagegen haben wie eh und je Anlass zur Klage, systematisch hintergangen zu werden.
“Allerhöchste Zeit, dass auch Verlage, die sich über die Rechte ihrer Vertragspartner so flott hinwegsetzen, eine entsprechende Behandlung erfahren. Für jede dem Autor verschwiegene Verwertung seines Werkes Gefängnis oder ein angemessener Schadensersatz – nicht nur die paar Peanuts, die manche Verlagshäuser ihren Autoren anzubieten wagen, wenn ihre Heimlichkeiten zufällig entdeckt werden.”
Theo Winterlich in Telepolis
Schreiben, bloggen, Literatur
Kathrin Passig, Kolumnistin, Mitbloggerin bei Riesenmaschine und diesjährige Bachmann-Preisträgerin äußert sich in einem Interview der Netzeitung zu ihren Einstellungen zum Preis und zur Literatur.