Ein neues Blog über Indische Philosophie

Seit Anfang des Jahres gibt es ein neues Blog über Indische Philosophie: “The Indian Philosophy Blog. A group blog of scholars exploring Indian philosophy”. (Gefunden bei Brian Leiter)

Und in der Blogroll des Indian Philosophy Blog habe ich noch das “The Japanese Philosophy Blog. News and discussion of ancient and modern Japanese philosophy” gefunden.

Digitalisat von Ciceros Tusculanae disputationes, Buch 1

Johannes Reuchlin hat im Jahr 1501 Buch 1 von Ciceros Tusculanae disputationes übersetzt. Das Buch befindet sich als Cod. Pal. germ. 482 in der Universitätsbibliothek Heidelberg, die es nun als Digitalisat online gestellt hat. Verfasst wurde es als Trostschrift für Kurfürst Philipp von der Pfalz aus Anlass des Todes von dessen Gattin, Margareta von Bayern-Landshut, in westschwäbischer Sprache.

Buch 1 der Tusculanae disputationes befasst sich mit dem Tod und der Unsterblichkeit der Seele. Cicero präsentiert und bewertet in diesem Text die Positionen zahlreicher Philosophen.

1457 war in Neapel Giannozzo Manettis ‘De dignitate et excelentia hominis’ erschienen, das in wichtigen Punkten auf Ciceros Argumenten in dessen Buch aufbaut und diese teils wörtlich übernimmt. Die Tusculanae disputationes hatten also einen gewissen Stellenwert für das neue Weltbild der Renaissance – Reuchlins Übersetzung ist ein Teil davon.

Videovorlesungen der Universität Hamburg

Auf der Medienplattform Lecture2go der Universität Hamburg sind auch Videos aus dem Bereich Philosophie zu sehen. Leider ist eine Direktverlinkung zum Bereich nicht möglich – man muss sich kurz durch die Menüs hangeln: In der oberen Menüzeile wählt man unter dem Punkt “Lectures” den Unterpunkt “Veranstaltungen“. Auf der dann geöffneten Seite wählt man oben im Dropdown-Menü “F.5 – Geisteswissenschaften” und auf der dann erreichten Seite im zweiten Dropdown-Menü den Bereich “Philosophie“.

Unter anderem sind dort derzeit Vorträge (im Folgenden mit Direktlink) von Dieter Birnbacher, John Skorupski oder Dagfinn Føllesdal zu sehen. Diese Videoaufzeichnungen sind Teile von Veranstaltungsreihen, die über das dritte Dropdown-Menü erreichbar (aber hier nicht direkt verlinkbar) sind.

Ronald Dworkin ist verstorben

Vor drei Tagen, am Donnerstag den 14.2.2013, ist Ronald Dworkin im Alter von 81 Jahren gestorben. Alle relevanten großen Zeitungen und Magazine in Deutschland, USA und Großbritannien haben berichtet, und auch in unzähligen Blogs findet sich die Nachricht – was ein Zeichen für die herausragende Bedeutung des amerikanischen Moral-, Rechts- und Politischen Philosophen ist.

War es schon in der Vergangenheit oft kaum möglich, all die Anzeigen und Nachrufe aufzulisten, die beim Tod bekannter Philosophen veröffentlicht wurden, so erscheint es in diesem Fall sogar beinahe aussichtslos. Stellvertretend möchte ich daher nur einige Meldungen anführen.

Thomas Gregersen vom Blog “Political Theory” führt eine Liste mit Nachrufen auf Ronald Dworkin.

Im Deutschlandfunk wurde ein Gespräch mit Otfried Höffe über Ronald Dworkin gesendet: “Suche nach dem besseren Amerika

Der blinde Hund weist auf ein Interview hin, das das Hohe-Luft-Magazin vor Kurzem mit Dworkin geführt (hier als PDF).

In einer kurzen Notiz erinnert sich Robert Paul Wolff an die gemeinsame Studienzeit mit Dworkin.

Ein lesenswerter Nachruf ist beim Guardian erschienen.

Die New York Review of Books listet einige der Veröffentlichungen von Dworkin in der Review auf.

Die Beiträge zu Dworkin in diesem Blog aus den vergangenen Jahren findet man hier.

Teenager experimentieren mit Philosophie – Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber

Eine witzige Aktion hat sich Philosophy News ausgedacht: “If you don’t talk to your kids about philosophy, who will?” Angelehnt an die typischen pädagogischen Ratschläge, Kinder zu bestimmten (und gefährlichen) Themen aufzuklären, weist man hier auf die Gefahren des Denkens und der Logik hin (was derzeit in den USA wohl auch glatt als ernsthaftes Anliegen der die öffentliche Debatte beherrschenden religiösen Fundamentalisten durchginge).

Also, sprechen Sie mit Ihren Kindern, falls Sie Bücher von Kant oder Aristoteles bei ihnen finden!

Unterrichtsmaterial von David Foster Wallace

Der amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace hat an verschiedenen Universitäten unterrichtet. Sein Promotionsstudium in Philosophie brach er 1992 ab, um einen Lehrauftrag an der Illinois State University anzunehmen. Einen Artikel über seinen Unterricht gibt es bei Slate.

Die Ansprüche an seine Studenten waren hoch. Die von ihm ausgegebenen Unterrichtsmaterialien enthalten Benotungshinweise, Vokabellisten, Literaturlisten und “Warnungen”. Einige dieser Unterlagen sind auf dieser Webseite einsehbar.

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Freier Zugang zu “Erkenntis”

Die Zeitschrift “Erkenntnis” ist eine renommierte Fachpublikation, die man wohl am ehesten mit der analytischen Philosophie in Verbindung bringt. Die Zeitschrift hat eine bewegte Geschichte. Unter anderem musste sie 1939 ihr Erscheinen einstellen und wurde 1975 wieder ins Leben gerufen. Maßgabe für Beiträge war, wie Carl Gustav Hempel schrieb, “adherence to high standards of clarity of statement and cogency of reasoning”.
Alle Beiträge in “Erkenntnis” sind bis zum 31.12.2011 frei erhältlich.

Philosophischer Humor

Sind Philosophen ein Haufen humorloser Misanthropen? Nicht notwendig.

Auch wenn ein beachtlicher Teil philosophischer Theorien, Vertreter und Texte ziemlich “unspirited” ist, so gibt es doch auch Ausnahmen. (Schopenhauer ist ein interessantes Beispiel eines Philosophen, dem man sowohl Humorlosigkeit als auch feinste Beiträge zum philosophischen Humor attestieren kann.)

Die klassische Sammlung philosophischen Humors im Internet findet man auf der Webseite “Philosophical Humor” von David Chalmers (dem David Chalmers), die seit den 90er Jahren besteht (und die sich seitdem ihren “ästhetischen Charme” bewahrt hat). Es hat den Eindruck, als wenn sie nicht mehr auf dem Laufenden gehalten wird. So sind einige Links obsolet. Aber Klassiker wie die “Philosophical lightbulb jokes” oder den über 10 Jahre alten “Postmodernism Generator” (angesichts der deutschen Internetdebatten topaktuell) sollte man kennen.

Im englischsprachigen Bereich ist der leichtfüßige Zugang zu tiefschürfenden philosophischen Reflexionen gebräuchlicher. Ein Meilenstein ist da der Bluffer’s Guide to Philosophy, der eine Weile vergriffen war, aber neuerdings wieder aufgelegt wird. Hier gewinnt man so essentielle Erkenntnisse wie die, dass englische Veröffentlichungen in Philosophie drei Substantive im Buchtitel aufzählen (“Language, Truth, and Logic” etc.), während es in der kontinentaleuropäischen Philosophie zwei sein müssen (“Sein und Zeit”, “Das Sein und das Nichts”). Mit solchen Weisheiten ausgestattet, steht dem Selbstdenken quasi nichts mehr im Wege.

Einen interessanten Hinweis hat der Blinde Hund in den Kommentaren hinterlassen: Thomas Cathcart und Daniel Klein erklären Philosophie (hier auf deutsch) und philosophisch gefärbten Politsprech anhand von Witzen – das Publikum ist offenbar begeistert.

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