Als wenn ich nicht schon genug Tabs geöffnet hätte!
Über ein Foto auf Twitpic bin ich auf die Philosophin Carrie Jenkins gestoßen – und bei ihr gibt es so viel im Internet zu sehen, dass ich hier erst einmal nur ein paar Links abladen kann:
Ihr Youtube-Kanal, auf dem es beispielsweise einen Song über Willard Van Orman Quine und einen übers A priori gibt. Wirklich feine Musik.
Die Webseite der 21st Century Monads, eine Band von Philosophen mit Songtiteln wie “My paper was rejected again” oder “We can’t stop doing metaphysics”
Drüben im Theorieblog hat Eva Hausteiner einen informativen Beitrag zum Begriff “Dekadenz” in politischen Debatten geschrieben – und zwar nicht allein bezogen auf die derzeit aktuelle Polemik über die Gestaltung des Sozialstaates in Deutschland.
Die Seite econstories.tv von John Papola und Russ Roberts will über ökonomisches Denken aufklären. Dort ist jetzt ein Musikvideo erschienen, in dem John Maynard Keynes und F. A. Hayek in Form eines Rap-Songs ihre Ansichten zu Ökonomie und Wirtschaftspolitik zum Besten geben. Der Text ist auf der Seite ebenfalls zu lesen. Das Alles ist ziemlich gut gemacht und auch inhaltlich erstaunlich gut – mit einer Ausnahme, die bei weissgarnix erwähnt wird, die das Video aber auch als “genial” bezeichnen. Dort findet sich in den Kommentaren auch eine deutsche Übersetzung.
Der Song ist bei econstories.tv kostenlos erhältlich.
Ein Video eines im November 2009 in Moskau gehaltenen Vortrages von Jürgen Habermas mit dem Titel “Religion, Law and Politics – On Political Justice in a Multicultural World Society” ist hier zu sehen. (Das Weblog Political Theory verlinkte es unter dem Titel “The Internal Relationship Between Human Dignity and Human Rights”. Von dort auch der Link zu einem Video einer Diskussion von Habermas mit russischen Kollegen).
Die Beiträge zur jüngsten Ausgabe der Hume Studies, Volume 34, Number 1, April 2008 sind als HTML- und als PDF-Version kostenlos erhältlich. Darin u.a.:
- Politeness, Paris and the Treatise
- Reason in Hume’s Passions
- A Conversation between Annette Baier and Anik Waldow about Hume’s Account of Sympathy
- The Miseries of Life: Hume and the Problem of Evil
In den letzten Wochen ist auf RP-Online eine 18-teilige Serie mit kurzen Überblicksartikeln zu deutschen Philosophen erschienen. Die Auswahl führt die bekannten klassischen Namen auf (bedauerlich, dass die Öffentlichkeit wieder keine Chance erhält, andere wichtige aktuelle Philosophen kennenzulernen und uns Habermas noch lange als der bedeutendste deutsche Philosoph der Gegenwart in Erinnerung bleiben wird): behandelt werden beispielsweise Kant, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Marx, Bloch, Adorno, Arendt, Habermas und Sloterdijk.
Abgerundet wird die Serie mit einer brauchbaren Auflistung von weiterführender Literatur zu den jeweiligen Autoren (dort auch die Links zu den jeweiligen Artikeln)
Nietzsche Source ist eine neue Webseite, auf der Texte von und über Friedrich Nietzsche veröffentlicht werden. Verantwortlich dafür ist das Editorial Board der Association HyperNietzsche, aus der die Nietzsche Source Organization mit Sitz an der École normale supérieure in Paris hervorgegangen ist.
Derzeit ist die Faksimile-Ausgabe von Nietzsches Nachlass sowie die Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe (eKGWB), die auf der kritischen Gesamtausgabe von Colli und Montinari basiert, online.
Da jeder Textstelle eine stabile Internetadresse zugeordnet ist, die sich an den Standardabkürzungen der Druckausgabe orientiert, ist nach eigenen Aussagen die eKGWB eine “der ersten digitalen Editionen, die, bei einfachster Handhabung, akademisch voll zitierfähig ist“.
Die Universität Nottingham ist erfreulich kreativ in der Aufbereitung von Informationen fürs Internet. Die “Periodic Table of Videos” gibt es schon ein Weilchen (hier habe ich sie kurz erwähnt). Die Seite liefert kurze Videos zu jedem Element des Periodensystems, und sie wird laufend ergänzt und aktualisiert.
Im Rückspiegel habe ich heute gelesen, dass die Universität Nottingham außerdem die Webseite Sixty Symbols unterhält. Dort werden zu 60 Symbolen aus Physik und Astronomie kurze Videos bereitgehalten. Da geht es beispielsweise um Brain Imaging, die Drinking Duck, Planeten, die Rotverschiebung oder Fraktale. Großartig! Wissenschaft mit einem leichten Schwung, leicht zugänglich und doch professionell.
Ob in Nottingham nur die Naturwissenschaften so locker und kreativ sind? Auf den offiziellen Seiten der Universität konnte ich keine weiteren derartigen Internetangebote aus anderen Bereichen finden. Jedenfalls scheint der Campus in Nottingham sehr schön und inspirierend zu sein:
Die Philobar berichtet von einem neuen Buch von Maria Michela Sassi – Gli inizi della filosofia: in Grecia – in dem es um die Frage der Anfänge der abendländischen Philosophie geht. Was weiß man aus der Zeit vor den Vorsokratikern?
Bislang stößt man hierzulande im Wesentlichen auf Unverständnis, wenn man von den kollaborativen Chancen virtueller Welten spricht, für die Second Life wohl das prominenteste Beispiel ist. Seit einigen Jahren kenne ich englischsprachige Projekte in Second Life zu psychologischen Themen – sei es als Bildungs-, Beratungs- oder Selbsthilfeangebot. Mein Eindruck ist, dass sie recht gut funktionieren und einige Möglichkeiten eröffnen, die in der physischen Welt nicht bestehen. Die jeweiligen Betreiber wissen, welche Probleme dagegen das Internet mit sich bringt, und berücksichtigen dies in der Konzeption ihrer Projekte.
Nun berichtet Christian Jarrett in der aktuellen Ausgabe des Psychologist (Volume 22, Part 6, June 2009), dem Flaggschiff der British Psychological Society, von Vorzügen und Gefahren virtueller Welten für die psychologische Forschung, Therapie und Lehre.
Und ganz zeitgemäß kann der Psychologist auch digital online gelesen werden, als Online-Magazin, das sich durchblättern lässt. Der Artikel “Get a second life” lässt sich direkt anspringen, in dem man direkt über der Präsentationsfläche die Seitenzahl “27″ (von 52) eingibt. Oder indem man den unten eingebetteten Reader anklickt.