John A. Hall hat eine Biografie über Ernest Gellner veröffentlicht, über die hier, hier und hier berichtet wird.
Herlinde Pauer-Studer erhält EU-Förderung
Herlinde Pauer-Studer von der Universität Wien erhält den “ERC Advanced Grant” der EU für ihr Projekt “Der Holocaust und die Normativität des Bösen“.
Blackburn rezensiert Collingwood-Biografie
Simon Blackburn rezensiert Fred Inglis’ Biografie “History Man: The Life of R.G. Collingwood”. Collingwood war ein brillianter Philosoph und Historiker, so Blackburn. Neben seinen bekannten historischen und philosophiegeschichtlichen Arbeiten sind seine philosophy of mind und seine philosophy of art bemerkenswert modern. Allerdings findet Collingwood in der heutigen Philosophie meist nur in Fußnoten Beachtung, was möglicherweise auch, so vermutet Blackburn, an seiner ostentativen Unbescheidenheit liegt (wie er im Vergleich zu Wittgenstein verdeutlicht).
Antony Flew gestorben
Antony Flew (1923-2010) ist am Donnerstag, 8. April, gestorben. Nachrufe finden sich bei Times Online, Guardian und Telegraph.
Albert Einstein gegen Astrologie
Bei Letters of Note wurde ein kurzer Brief Albert Einsteins veröffentlicht, in dem dieser die Astrologie als Pseudowissenschaft und Aberglaube bezeichnet – was im klaren Gegensatz zur Behauptung einiger Astrologen steht, Einstein habe der Astrologie Sympathien entgegengebracht.
Biografisches Detail über Alfred Jules Ayer
Peter Foges berichtet über ein biografisches Detail aus Alfred Jules Ayers letzten Lebensjahren. Ayer, dedizierter und stolzer Atheist, hatte 1988 aufgrund Sauerstoffmangels einen intensivmedizinischen Vorfall, den er beinahe nicht überlebt hatte. Foges berichtet, dass Ayer danach Vergnügen an metaphysischen Gesprächen mit einem Jesuiten fand, allerdings darauf bestand, dass sich an seiner atheistischen Überzeugung nichts geändert hat.
Carrie Jenkins – Philosophie im Internet
Als wenn ich nicht schon genug Tabs geöffnet hätte!
Über ein Foto auf Twitpic bin ich auf die Philosophin Carrie Jenkins gestoßen – und bei ihr gibt es so viel im Internet zu sehen, dass ich hier erst einmal nur ein paar Links abladen kann:
Pappmaché-Figur von Rudolf Carnap auf einem Bücherregal
Ihr Youtube-Kanal, auf dem es beispielsweise einen Song über Willard Van Orman Quine und einen übers A priori gibt. Wirklich feine Musik.
Die Webseite der 21st Century Monads, eine Band von Philosophen mit Songtiteln wie “My paper was rejected again” oder “We can’t stop doing metaphysics”
Porträt von AC Grayling
Bei der australischen The Age gibt es ein sehr lesenswertes, kurzes Porträt von AC Grayling. Es enthält einige biografische Informationen, erwähnt einige seiner Bücher und zitiert seine pointierten Meinungen zu Politik, Religion und Internet.
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Enttäuschung über Derrida
David Mikics hat eine intellektuelle Biografie über Jacques Derrida geschrieben – “Who Was Jacques Derrida?” – die von David Kaufmann im Onlinemagazin Tablet rezensiert wird. In den 80er-Jahren war Mikics ein Anhänger Derridas – zu einer Zeit, als Derridas Dekonstruktivismus die amerikanischen Geisteswissenschaften dominierte: so vehement, wie Derridas Skeptizismus vertreten wurde, so heftig wurde er kritisiert. Mikics zeichnet die biografischen Stationen von Derridas subversiver Polemik nach, und zeigt die Widersprüche seiner Position. Derridas moralisch-praktische Indifferenz sind der wichtigste Grund für Mikics, die Philosophie des Stars der 80er aufzugeben.
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Bernard-Henry Lévy: Kant ist eine Erfindung
Bernard-Henri Lévy ist offenbar einer Ente aufgesessen, auf die er sich ungeprüft in seinem neuesten Buch bezieht. Einen einigermaßen ausführlichen Artikel dazu findet man in der TimesOnline. Im Mittelpunkt der Affäre steht das Buch The Sex Life of Immanuel Kant von Jean-Baptiste Botul. Botul, so schreibt Bernard-Henry Lévy, habe ein für allemal erwiesen, dass Kant eine Fiktion sei. Das Pikante daran: Botul ist eine Erfindung eines französischen Journalisten – was Lévy selbst aus der Wikipedia hätte erfahren können.
Seitdem das bekannt wurde, verbreiten sich in Internet und Feuilleton Häme über Lévy, die meist nicht ohne Seitenhiebe auf seine Selbstinszenierung als eitler Medienstar auskommen.
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Linksammlung 2009-01-27
Ein Video eines im November 2009 in Moskau gehaltenen Vortrages von Jürgen Habermas mit dem Titel “Religion, Law and Politics – On Political Justice in a Multicultural World Society” ist hier zu sehen. (Das Weblog Political Theory verlinkte es unter dem Titel “The Internal Relationship Between Human Dignity and Human Rights”. Von dort auch der Link zu einem Video einer Diskussion von Habermas mit russischen Kollegen).
Die Beiträge zur jüngsten Ausgabe der Hume Studies, Volume 34, Number 1, April 2008 sind als HTML- und als PDF-Version kostenlos erhältlich. Darin u.a.:
- Politeness, Paris and the Treatise
- Reason in Hume’s Passions
- A Conversation between Annette Baier and Anik Waldow about Hume’s Account of Sympathy
- The Miseries of Life: Hume and the Problem of Evil
Hans Albert über Fundamentalismus
Die Dankesrede, die Hans Albert zur Annahme der Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt im Jahr 2007 gehalten hat, ist als PDF-Datei auf der Webseite der Uni downloadbar. Offenbar handelt es sich um das Originalmanuskript, das eine Handvoll kleinerer handschriftlicher Änderungen enthält.
Soweit ich sehe, enthält die Rede nichts Neues gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen Alberts. Er beschreibt die religiösen Wurzeln bekannter Fundamentalismen, und deren Funktion zur Steuerung und Stabilisierung von Erkenntnissen und Autoritäten. Kritikimmunität und privilegierter Erkenntniszugang sind wesentliche Kennzeichen des Fundamentalismus. Dies steht dem Kritizismus der Aufklärung entgegen. Man kann daher nicht fordern, wie Jürgen Habermas es tut, dem religiösen Denken eine Sonderstellung einzuräumen.

