Awesomeness

Being awesome – was ist das? Und braucht man das? Und das Gegenteil ist der zynische Sucker (also der miesepetrige Besserwisser, der das deutschsprachige Internet beherrscht). Und was ist (und was bedeutet) “High Five”? Nick Riggle klärt bei Aeon auf. Es geht weniger um Tugend als um Massenpsychologie. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das immer so gut ist. Aber letzten Endes ist die Welt des Zynikers nichts anderes als ein elendes “black hole of the suckiverse” (Riggle). Dann lieber eine Ethik der Awesomeness. Nick Riggle jedenfalls ist “game”. Wäre Aristoteles das auch?

Nice to have

Zur Würdigung der Segnungen der Technik gehört ja immer auch eine Berücksichtigung soziokultureller Aspekte.

Nun ist es nichts Neues, dass einige wenige Mensche rücksichtslose Spinner oder narzistische Trolle sind. Für diesen Typus ist es leicht, jede Art von Diskurs zu prägen und das Niveau weit nach unten zu drücken. Die Segnungen der Technik erleichtern und vervielfältigen die Bekanntschaft mit ihm. Die “sozialen” Netzwerke sind ein offenkundiges Beispiel dafür. But there’s more to come.

Hübsch ist dieses Resultat einer Vermietung über AirBnB in Calgary:

Auch der Spaß mit den praktischen Drohnen wird sicher zunehmen angesichts der Möglichkeiten:


Wired spricht jedenfalls vom Beginn der Ära des Drohnen-Vandalismus. [via]

Aber auch die Internetunternehmen, tragen ihr Scherflein zum Irrsinn bei. Seit Jahren bestehen “Erlebnisverbesserungen” in Zwangsmaßnahmen und digitalen Entmündigungen (hier wird ein Beispiel von Google beiläufig erwähnt – man hat sich schon längst daran gewöhnt). Apple ist aber immer ein innovativer Vorreiter, auch in dieser Hinsicht.

Post-Irgendwas … äh … -Internet-Art

Während Millionen von Menschen die Euphorie der Digitalisierung und sozialer Netzwerke gerade erst entdecken oder dies in den nächsten Jahren noch vor sich haben, sind Andere schon längst von Ermüdungserscheinungen geplagt – wie beispielsweise die Künstler der Post-Internet-Art, die zwischen alltäglicher Selbstverständlichkeit, gepflegter Langeweile und Kulturkritik durch den Datenstrom schippern, wie Kito Nedo in der ZEIT schreibt.

Der ‘Neue Realismus’ ist jedenfalls keine Avantgarde

Martin Seel schreibt in der ZEIT über den ‘Neuen Realismus’, der von Maurizio Ferraris und Markus Gabriel vertreten wird: Die postmoderne Feier des Wirklichkeitsverlusts ist längst schon ermüdend geworden – den betagten DJ muss man nur noch vom Stuhl kippen.

Seel kann nichts Neues am ‘Neuen Realismus’ erkennen und sieht einen Mangel in der Berufung auf heterogene Vordenker. Versuche, “den Exzessen eines irre gewordenen Konstruktivismus und eines entfesselten Szientismus gleichermaßen” Paroli zu bieten würden schon länger unternommen und diskutiert, und deshalb sei diese neueste Denkrichtung eine Art nachholende Revolution. Von ihr erwartet sich Seel keine nennenswerten Erfolge. Einer wachsenden Popularität steht das natürlich nicht im Wege – Künstler, Theaterleute, Literaturwissenschaftler und Medienexperten haben immer Bedarf an einer geistigen Mode, die man sich zur Orientierung zu eigen machen kann.