Ich habe gestern auf der Pl0gbar Bremen #11 einen kleinen Vortrag über eBooks auf dem Smartphone (iPhone, Android und ähnliche) gehalten. Es ging nur darum, kurz einen Überblick über den Stand der Dinge und die Optionen, die Benutzern zur Verfügung stehen, zu geben.
Die Veranstaltung war sehr interessant und man traf lauter nette Leute. Auch angesichts historisch schlechter Wetter- und Straßenverhältnisse, die den Hin- und Rückweg zu einem Abenteuer machten, ein tolles und unvergessliches Ereignis. Ich freu mich schon aufs nächste Mal. Wer Interesse hat, die Präsentation zum Vortrag anzusehen, kann das hier tun (zur besseren Ansicht unten auf den Button “full” klicken):
Ken Aulettas neues Buch “Googled: The End of the World as We Know It” wird in der Los Angeles Times besprochen. Google hat seit Bestehen des Unternehmens gezeigt, dass man die Potenziale des Internets sucht und neue Services dazu anbietet. Für den Anwender liegen damit großartige Anwendungen vor – kostenlos. Für zahlreiche etablierte Unternehmen ist das ein Graus. Google ist groß genug, um Andere das Fürchten zu lehren – große Medienunternehmen wie den einfachen Benutzer, der sich um den Schutz seiner Privatsphäre sorgt. Dagegen steht Googles Credo, das von Anfang lautete “Don’t be evil.”
Der Rezension zufolge ist Aulettas Buch ein guter Ausgangspunkt zur Geschichte von Google und den Auswirkungen seines Erfolges. Es stellt die richtigen Fragen, ohne Polemik und Prophezeiungen, und vermeidet vorschnelle Antworten.
Nietzsche Source ist eine neue Webseite, auf der Texte von und über Friedrich Nietzsche veröffentlicht werden. Verantwortlich dafür ist das Editorial Board der Association HyperNietzsche, aus der die Nietzsche Source Organization mit Sitz an der École normale supérieure in Paris hervorgegangen ist.
Derzeit ist die Faksimile-Ausgabe von Nietzsches Nachlass sowie die Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe (eKGWB), die auf der kritischen Gesamtausgabe von Colli und Montinari basiert, online.
Da jeder Textstelle eine stabile Internetadresse zugeordnet ist, die sich an den Standardabkürzungen der Druckausgabe orientiert, ist nach eigenen Aussagen die eKGWB eine “der ersten digitalen Editionen, die, bei einfachster Handhabung, akademisch voll zitierfähig ist“.
Die Einstellung der Deutschen zum Internet gehen mir seit Jahren auf die Nerven. Ignorantes Gemecker und arrogantes Gejammer in einem Land, dass von sich selbst behauptet, die Speerspitze der Dichter und Denker zu repräsentieren. Stammtisch, beschränkte Horizonte, fehlende Kreativität, und Humorlosigkeit. Feigenblattaktionismus, um die unerwünschten Phänomene einzudämmen (was ist eigentlich mit der Internetkriminalität großen Stils?), und eine schiefe Argumentation bezüglich Googles.
Bei der Süddeutschen gibt es zu Googles Macht und dem Wunsch deutscher Medienvertreter, Geld von Google zu bekommen, ein vierminütiges Videointerview mit Sascha Lobo, Michael Konken (DJV) und dem Berliner Datenschutzbeauftragten.
Die Universität Nottingham ist erfreulich kreativ in der Aufbereitung von Informationen fürs Internet. Die “Periodic Table of Videos” gibt es schon ein Weilchen (hier habe ich sie kurz erwähnt). Die Seite liefert kurze Videos zu jedem Element des Periodensystems, und sie wird laufend ergänzt und aktualisiert.
Im Rückspiegel habe ich heute gelesen, dass die Universität Nottingham außerdem die Webseite Sixty Symbols unterhält. Dort werden zu 60 Symbolen aus Physik und Astronomie kurze Videos bereitgehalten. Da geht es beispielsweise um Brain Imaging, die Drinking Duck, Planeten, die Rotverschiebung oder Fraktale. Großartig! Wissenschaft mit einem leichten Schwung, leicht zugänglich und doch professionell.
Ob in Nottingham nur die Naturwissenschaften so locker und kreativ sind? Auf den offiziellen Seiten der Universität konnte ich keine weiteren derartigen Internetangebote aus anderen Bereichen finden. Jedenfalls scheint der Campus in Nottingham sehr schön und inspirierend zu sein:
Bei der BBC gibt es jährlich die Reith Lectures, deren Ziel so beschrieben wird: “Series of annual radio lectures on significant contemporary issues, delivered by leading figures from the relevant fields.”
Die Lectures der vergangenen zehn Jahre werden regelmäßig auf der Webseite der BBC als Audiodatei zur Verfügung gestellt. Aber auch einige ältere sind dort abrufbar, darunter die erste aus dem Jahr 1948, von Bertrand Russell mit dem Titel “Authority and the Individual” (Format: Real Audio). [via]
Bislang stößt man hierzulande im Wesentlichen auf Unverständnis, wenn man von den kollaborativen Chancen virtueller Welten spricht, für die Second Life wohl das prominenteste Beispiel ist. Seit einigen Jahren kenne ich englischsprachige Projekte in Second Life zu psychologischen Themen – sei es als Bildungs-, Beratungs- oder Selbsthilfeangebot. Mein Eindruck ist, dass sie recht gut funktionieren und einige Möglichkeiten eröffnen, die in der physischen Welt nicht bestehen. Die jeweiligen Betreiber wissen, welche Probleme dagegen das Internet mit sich bringt, und berücksichtigen dies in der Konzeption ihrer Projekte.
Nun berichtet Christian Jarrett in der aktuellen Ausgabe des Psychologist (Volume 22, Part 6, June 2009), dem Flaggschiff der British Psychological Society, von Vorzügen und Gefahren virtueller Welten für die psychologische Forschung, Therapie und Lehre.
Und ganz zeitgemäß kann der Psychologist auch digital online gelesen werden, als Online-Magazin, das sich durchblättern lässt. Der Artikel “Get a second life” lässt sich direkt anspringen, in dem man direkt über der Präsentationsfläche die Seitenzahl “27″ (von 52) eingibt. Oder indem man den unten eingebetteten Reader anklickt.
PhilPapers, das Verzeichnis von Online-Aufsätzen und -Büchern (akademischer) Philosophen, ist zwar erst zwei Monate alt, blüht und gedeiht aber prächtig. David Chalmers berichtet von den neuesten Entwicklungen: Benutzerzahlen, 200.000 Pfund frischer Fördermittel, ein Editorsystem zur Kategorisierung der Einträge und schließlich ein Forum und ein Blog.
Das vor einiger Zeit angekündigte (hier bemerkt) Online-Projekt “Kritikon” zur Rezension philosophischer Literatur hat den “1. Band” für November 2008 ins Netz gestellt. Er enthält zehn Rezensionen zu Texten aus unterschiedlichen Bereichen der Philosophie – Sprachphilosophie, Dialektik, Analytische Philosophie, Postmoderne, Religionsphilosophie und andere.
Joachim Eberhardt von der Philobar ist auch daran beteiligt und weiß ein bisschen mehr. [via]