Archive for category Glück
Diedrich Diederichsen über Glück
Posted by Björn in Glück, Kulturphilosophie, Musik, Soziologie on 2012/01/25
Im kürzlich erschienenen interdisziplinären Handbuch “Glück”, herausgegeben von Dieter Thomä, Christoph Henning und Olivia Mitscherlich-Schönherr, schreibt der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen über “Figuren des Glücks in der frühen Pop-Musik“.
Es geht unter anderem um verfehltes Glück, falsches Glück, Glücklosigkeit, Glück unter Bedingungen der Entfremdung / Ausbeutung, Jefferson Airplane, Hippie-Musik, Beatles, Punk und die Kinks.
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John Coopers Locke-Lectures über Philosophie als Lebensweise
Posted by Björn in Antike, Ethik, Geschichte, Glück, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Rationalität, Religion on 2012/01/21
Neben der anspruchsvollen akademischen Philosophie, die sich damit beschäftigt, was anspruchsvolle akademische Philosophie ist und welche Denkschulen nicht als richtige Philosophie akzeptiert werden können, hat es immer – prominent besonders in der antiken griechischen und römischen Philosophie – eine zweite, zusätzliche Auffassung von Philosophie als Lebensweise oder als Methode für einen gelingendes Leben gegeben. Diese Auffassung ist für Autoren wie Platon, Epikur, Chrysippos, Cicero oder Seneca integraler Bestandteil der Philosophie.
John M. Cooper (Harvard) hat 2011 die John Locke Lectures in Oxford gehalten – unter dem Titel “Ancient Greek Philosophies as a Way of Life“. Er spricht darüber, dass für antike griechische Philosophen die philosophisch gebildetete Vernunft, und nicht etwa Religion oder Tradition, die einzige Autorität in der Frage des richtigen Lebens und des richtigen Handelns ist. Diese pagane Konzeption verfolgt Cooper von Sokrates, Platon und Aristoteles, über die Stoiker, Epikur, die Pyrrhonische Skepsis bis zu Plotin und den spätantiken Platonismus.
Es hat den Anschein, dass diese Locke-Lectures die Grundlage für Coopers neues Buch “Pursuits of Wisdom: Six Ways of Life in Ancient Philosophy from Socrates to Plotinus” sind, das im April bei Princeton University Press erscheinen wird.
John Cooper ist Herausgeber einer vielbeachteten neueren Platongesamtausgabe (siehe dazu diesen informierten Kommentar eines Amazon-Users) und Übersetzer einiger Schriften Senecas. Einige seiner Aufsätze zur antiken Philosophie sind 1986 in “Reason and Human Good in Aristotle” und 1998 in “Reason and Emotion: Essays on Ancient Moral Psychology and Ethical Theory” erschienen.
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Naturalistischer Enthusiasmus
Posted by Björn in Glück, Humanismus, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Quellen on 2012/01/16
Der Titel “Naturalistischer Enthusiasmus” ist erklärungsbedürftig, und möglicherweise auch falsch gewählt. Der “Enthusiasmus” im hier gemeinten Sinn ist vielleicht von Shaftesbury her geläufig. Insofern ist nicht etwa ein Enthusiasmus (oder gar Fanatismus) für den Naturalismus gemeint, sondern vielmehr eine grundsätzliche Einstellung zum Leben, zur Natur und den menschlichen Bestrebungen. (Über den Unterschied des philosphischen Naturalismus zu Stilbezeichnungen in der Kunst mit dem gleichen Namen siehe die Kommentare.)
Manchmal hilft der Verweis auf – beliebte oder unbeliebte – Autoritäten, eine Sache verständlich zu machen. Richard Dawkins schreibt in seinem “Blinden Uhrmacher”, dass er, wenn es um die Ehrfurcht vor Lebendigem geht, hinter niemandem zurückstehe. Er werde zwar die theistische Erklärungshypothese, wie sie beispielsweise William Paley formuliert hat, mit Hilfe einer besseren Erklärung (der darwinschen) widerlegen. “Eines aber werde ich nicht tun“, so Dawkins. “Ich werde das Wunder der lebenden ‘Uhren’, die Paley mit solcher Begeisterung erfüllten, nicht herunterspielen.” (München, dtv, 1990, S. 18)
Hier ist also auch von Begeisterung die Rede. Und Dawkins führt weiter aus, dass man nicht, nur weil man eine alternative Erklärung (zur teleologischen) liefere, die “Komplexität und Schönheit des biologischen Plans” unterschätzt.
Meine Frage an geneigte Leser ist: gibt es literarische, poetische, philosophische Texte von Naturalisten, die in diesem Sinne “positiv” oder begeistert sind? Gibt es eine naturalistische Poesie, naturalistische Erbauungslektüre, naturalistische Ermunterungs- und Inspirationsratgeber? Gibt es Autoren, die mehr oder weniger als Naturalisten zu verstehen sind, und den Menschen ermuntern, Natur, Gesellschaft, Kultur, Psyche, Vernunft und Emotionen wertzuschätzen?
Möglicherweise könnte man Heine so lesen, und einige Äußerungen Russells und Einsteins gehen in diese Richtung.
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Stark sein im Leiden? Christopher Hitchens äußert Zweifel
“Was mich nicht umbringt, macht mich stärker” – mit dieser Maxime Nietzsches setzt sich der krebskranke Christopher Hitchens in der Vanity Fair auseinander. Existenzielle Bedrohungen öffnen den Blick für die Tauglichkeit von Parolen. So sieht Hitchens das oft bemühte Zitat Nietzsches in einem anderen Licht.
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Was wäre ein selbstbestimmtes Leben? Rezensionen zu Peter Bieris “Wie sollen wir leben?”
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Buecher, Ethik, Glück, Philosophie allgemein, Psychologie, Rationalität, rezensionen on 2011/10/22
Nach seiner Reflexion über das “Handwerk der Freiheit“, in der Peter Bieri, statt philosophische Lehren und Positionen aufzuzählen, sich in einer literarisch-philosophischen Weise einem lebensrelevanten Begriff von Freiheit nähert, ist nun mit seinem neuen Buch “Wie sollen wir leben?” ein weiterer solcher Versuch erschienen, in dem es um Selbstbestimmung und Selbsterkenntnis geht.
Bieri entfaltet explizit ein Verständnis von Philosophie, dass sie nicht auf reine “begriffliche Turnübungen” beschränkt, sondern sie bei der Klärung lebenspraktischer Fragen an die Seite der Psychologie stellt.
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Menschliche Bedürfnisse
Posted by Björn in Emotionen, Ethik, Glück, Moralphilosophie on 2011/06/02
Richard Norman schreibt bei TPM über menschliche Bedürfnisse. Es gäbe verschiedene Antworten darauf, wie ein gutes menschliches Leben aussieht. Aber gute Antworten würden jedenfalls den basalen menschlichen Bedürfnissen gerecht – weshalb es wichtig ist, darüber zu reden, welche das sind, und wie gut die verschiedenen Ausgestaltungen funktionierten:
the good life is the fully human life. A good life is one which employs to the full our distinctively human capacities for rich emotional experiences and cooperative relationships with other people, for creativity and imagination, and for making sense of our lives through reflection on who we are and where we belong.
Schließlich kritisiert Norman den konstant vorgebrachten Einwand, ohne Religion sei ein menschliches Leben nicht vollständig. In der Vielfalt der Ausgestaltungen des menschlichen Lebens ist Religion oder Spiritualität eine der Möglichkeiten, aber keineswegs die einzige oder eine notwendige.
David Humes 300. Geburtstag – 3. Teil
Posted by Björn in David Hume, Emotionen, Geschichte, Glück, Philosophiegeschichte, Politik, Politische Philosophie on 2011/05/09
Aus den zahlreichen Postings zu Humes 300. Geburtstag möchte ich noch Folgendes hervorheben:
Wie David Hume unglücklich in Mme. de Boufflers verliebt war und ihr dennoch lebenslang ein freundlicher Berater blieb.
Bei Crooked Timber nimmt Cosma Shalizi die Aufstände in Nordafrika zum Anlass, bei Hume nachzusehen.
Birnbacher über Schopenhauer im Philosophischen Radio
Posted by Björn in Glück, Leute, Philosophiegeschichte, Verschiedenes on 2011/04/02
Im Philosophischen Radio von WDR5 war zuletzt Dieter Birnbacher zu Gast, der über Schopenhauer, aus Anlass seines 150. Todestages, sprach. Birnbacher gibt allgemeine Überblicke zu Schopenhauer und einigen der von ihm behandelten Themen. Außerdem schildern zahlreiche Zuhörer ihre Eindrücke oder stellen Fragen, so dass der Podcast dieser Sendung ziemlich allgemeinverständlich ist. Hier kann er direkt heruntergeladen werden.
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Erinnerung an Robert Nozick
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, Ethik, Glück, Leute, Liberalismus, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Politische Philosophie, Rationalität on 2011/01/28
Am 23. Januar war der Todestag von Robert Nozick. Manwithoutqualities erinnert an Nozicks weitgespannte Interessen in der Philosophie und verlinkt einige Nachrufe auf ihn.
Nozick hat ja nicht nur “Anarchy, State, and Utopia” geschrieben, das ihn berühmt machte, das aber von seinen Bewunderern noch weniger verstanden wird als von seinen Kritikern, wie Alan Ryan 2002 im Independent feststellt. Zwar wird das Buch oft als philosophische Unterstützung für die neokonservative Politik seit den 1980ern betrachtet, doch ist die darin enthaltene Kritik des sozialen Konservativismus verheerend. Wichtiger (und kennzeichnender) waren für Nozick Bücher wie “Philosophical Explanations” (1981), “The Examined Life” (1989) und “The Nature of Rationality”.
Hilary Putnam, Thomas Scanlon und andere erinnern in einem Nachruf der Harvard Gazette an interessante akademische und biografische Details aus Nozicks Leben.
Nozick war in zweiter Ehe mit der amerikanischen Dichterin Gjertrud Schnackenberg verheiratet.
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Seneca fürs 21. Jahrhundert
Posted by Björn in Antike, Glück, Musik, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte on 2010/11/10
Seneca und Stoizismus waren immer schon vergleichsweise populär. Das Interesse an Seneca nimmt in den letzten Jahren wieder zu. Die Popmusiker von “Get Well Soon” setzen sich auf ihrem jüngsten Album “Vexations” (Affiliate-Link) mit Seneca und stoischen Auffassungen auseinander. Warum, wie das MTV-Blog berichtet, das “ein bisschen zu viel des Guten” sein soll und Konstantin Gopper, der für die Kompositionen verantwortlich zeichnet, “aus der Kritik angesichts des intellektuellen Überbaus sicher lernen und beim dritten Album nicht ungefragt vorchristliche Theorien in die Runde pfeffern” wird, ist völlig unklar. In der Popmusik kann man jeden Scheiß machen, je bescheuerter desto publikumswirksamer, da sind Inhalte, die sich seit über 2000 Jahren in verschiedensten Situationen bewährt haben, definitiv nicht verboten.
Auch Mark Frauenfelder auf Boing Boing sieht das so, und rezensiert zustimmend das neue Buch von William B. Irvine, “A Guide to the Good Life: The Ancient Art of Stoic Joy“, (Affiliate-Link) erschienen bei OUP. Anschließend schrieb Irvine auf Boing Boing eine dreiteilige Serie über seine stoische Alltagspraxis.
Als Philosoph mag man Details von Irvines Stoainterpretation prüfen, oder fragen, wo die stoische Philosophie ergänzungsbedürftig ist, wie dies bspw. Martha Nussbaum in ihren Büchern in fairer Weise tut. Als Einstieg in eine solche philosophische Haltung, und als lebenspraktische Reflexion, sind die Beiträge jedenfalls gut geeignet. Deshalb: mehr davon!
Hier die Beiträge von William Irvine auf Boing Boing: Stoizismus für das 21. Jahrhundert:
Teil 1: Twenty-First Century Stoic — From Zen to Zeno: How I Became a Stoic
Teil 2: Twenty-First Century Stoic — Insult Pacifism
Teil 3: Twenty-First Century Stoic — Stoic Transformation
Update: Auf der Webseite von Get Well Soon gibt es 6 Stücke des neuen Albums als Konzertmitschnitt kostenlos zum Download. [via Spreeblick]
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Intelligentes Leben
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Tyler Cowen interviewt Peter Singer
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Ökonomie, Ethik, Glück, Moralphilosophie, Psychologie, Sozialphilosophie on 2010/11/02
Tyler Cowen (Marginal Revolution) interviewt Peter Singer zu seinem Buch “The life you can save”. Erschienen ist das Videointerview bei Bloggingheads.tv. Singer geht es um nichts Geringeres als die Beendigung von Armut. Die im Interview angesprochenen Themen sind:
Peter’s new book, “The Life You Can Save” (03:08)
What is the most effective way to end poverty? (06:45)
Genetically reprogramming humans to be more generous (05:35)
What charities does Peter give to? (06:27)
Advice for a young utilitarian (04:49)
How to achieve a higher happiness (03:17)
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