John A. Hall hat eine Biografie über Ernest Gellner veröffentlicht, über die hier, hier und hier berichtet wird.
Rechenmaschinen
Das Internet ist eine großartige Schatztruhe. Heute habe ich mich auf Seiten zu Rechenmaschinen getummelt. Sie bieten einen Überblick über die faszinierende Gabe der Menschen, ebenso faszinierende Hilfsmittel für Denkoperationen zu erfinden. Auf Rechenmaschinen Illustrated und bei Mechanische Rechenhilfsmittel bekommt man einen Einblick in die Geschichte der Rechenmaschinen. Erstere basiert auf dem Standardwerk zum Thema: Ernst Martins “Die Rechenmaschinen” (1925). Und es gibt zahlreiche weitere Seiten zu diesem Thema im Internet.
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Blackburn rezensiert Collingwood-Biografie
Simon Blackburn rezensiert Fred Inglis’ Biografie “History Man: The Life of R.G. Collingwood”. Collingwood war ein brillianter Philosoph und Historiker, so Blackburn. Neben seinen bekannten historischen und philosophiegeschichtlichen Arbeiten sind seine philosophy of mind und seine philosophy of art bemerkenswert modern. Allerdings findet Collingwood in der heutigen Philosophie meist nur in Fußnoten Beachtung, was möglicherweise auch, so vermutet Blackburn, an seiner ostentativen Unbescheidenheit liegt (wie er im Vergleich zu Wittgenstein verdeutlicht).
Foto von Rimbaud aufgetaucht
Der Telegraph berichtet, dass zwei französische Buchhändler kürzlich auf einem Flohmarkt eine Fotografie entdeckt haben, auf der der erwachsene Arthur Rimbaud zu sehen ist. Das Foto ist auf der Webseite abgebildet. Victor Hugo bezeichnete Rimbaud, der schon mit 37 Jahren starb, als “kindlichen Shakespeare”.
London in einem Farbfilm des Jahres 1927
Claude Friese-Greene, der die Farbfilmtechnik seines Vaters William weiterentwickelt hat, hat 1927 einen Farbfilm von London gedreht. Der Film ist ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument, dass einen bemerkenswerten Eindruck der Zeit vermittelt, in der Philosophen wie Bertrand Russell, George Edward Moore, Gilbert Ryle oder Alfred Jules Ayer in Großbritannien gelebt haben. 1929 kehrte Ludwig Wittgenstein nach Cambridge zurück.
[via How to be a retronaut]
Einen ebenfalls in England gedrehten und qualitativ besseren Farbfilm aus dem Jahr 1939 kann man hier sehen.
Der Dekadenzvorwurf in der politischen Debatte
Drüben im Theorieblog hat Eva Hausteiner einen informativen Beitrag zum Begriff “Dekadenz” in politischen Debatten geschrieben – und zwar nicht allein bezogen auf die derzeit aktuelle Polemik über die Gestaltung des Sozialstaates in Deutschland.
Hans Albert über Fundamentalismus
Die Dankesrede, die Hans Albert zur Annahme der Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt im Jahr 2007 gehalten hat, ist als PDF-Datei auf der Webseite der Uni downloadbar. Offenbar handelt es sich um das Originalmanuskript, das eine Handvoll kleinerer handschriftlicher Änderungen enthält.
Soweit ich sehe, enthält die Rede nichts Neues gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen Alberts. Er beschreibt die religiösen Wurzeln bekannter Fundamentalismen, und deren Funktion zur Steuerung und Stabilisierung von Erkenntnissen und Autoritäten. Kritikimmunität und privilegierter Erkenntniszugang sind wesentliche Kennzeichen des Fundamentalismus. Dies steht dem Kritizismus der Aufklärung entgegen. Man kann daher nicht fordern, wie Jürgen Habermas es tut, dem religiösen Denken eine Sonderstellung einzuräumen.
“Spektrum der Wissenschaft” philosophisch interessant
Selbst wenn man in seinem philosophischen Weltbild den Naturwissenschaften keinen Platz in der 1. Reihe einzuräumen bereit ist, hat die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Spektrum der Wissenschaft” einige Beiträge zu bieten, die von besonderem philosophischen Interesse sind.
Da ist einmal ein Beitrag von Martin A. Nowak (Harvard), der mich schon vor über zehn Jahren in einem Vortrag an der Uni Bremen zur Simulation der Evolution von kooperativem Verhalten inspirierte. Nun erläutert er anhand mathematischer Modelle: “Großzügige Menschen sind erfolgreicher.”
Christoph Pöppe rezensiert ein neues Buch von Bernulf Kanitscheider: “”Entzauberte Welt – Über den Sinn des Lebens in uns selbst”.
Der Historiker James Webb veröffentlichte zwei Studien über die Ursprünge und Entwicklung des Zeitalters des Irrationalen. Hakan Baykal findet dieses Werk epochal und rezensiert es – “The Occult Establishment” (1976) liegt nun auf Deutsch vor, die Übersetzung von “Flight from Reason” (1972) ist für September vorgesehen.
Bloggerkollege Lars Fischer vom Fischblog hat übrigens auch einen Artikel zur Ausgabe beigetragen.
Was war vor den Vorsokratikern?
Die Philobar berichtet von einem neuen Buch von Maria Michela Sassi – Gli inizi della filosofia: in Grecia – in dem es um die Frage der Anfänge der abendländischen Philosophie geht. Was weiß man aus der Zeit vor den Vorsokratikern?
Isaiah Berlins 100. Geburtstag
Nick Fraser schreibt im Independent einen ausführlichen Artikel über Isaiah Berlin anlässlich dessen 100. Geburtstages. Berlin ist für seine Charakterisierung der Freiheit berühmt und bei manchen auch bekannt für seine kulturphilosophischen Studien. Fraser rühmt ihn für seine klare Analyse der politischen Verhältnisse und der potenziellen Konflikte und theoretischen Alternativen.
What he says about liberty seems to speak profoundly to our own apathetic moment. Berlin says, again and again, that freedom isn’t a bonus or an accessory, to be taken up or jettisoned at will. “Everything is what it is,” he concludes. “Liberty is liberty, not equality or justice or culture, or human happiness or a quiet life.”
Die schönsten Bibliotheken
Bei Curious Expeditions gibt es schon eine Weile einen Beitrag mit Bildern der schönsten Bibliotheken der Welt. Großartige Beispiele dabei – man wünscht sich das nötige Kleingeld, um selbst so einen Traum zu verwirklichen.

George Peabody Library, Baltimore, Maryland, USA

Real Gabinete Portugues De Leitura Rio De Janeiro, Brazil

Strahover Bibliothek, Prag

Boston Copley Public Library, Boston, USA
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