Jean Twenge und W. Keith Campbell analysieren Studien, die zeigen, dass es generationelle Unterschiede bezüglich des Narzissmus gibt: die jüngere Generation (“Generation Y”) sei erheblich individualistischer als die ihr vorausgehenden. Sie beschäftige sich stärker mit den eigenen Wünschen, sei selbstbewusster – aber auch unglücklicher als ältere Generationen. Das Befolgen von Pflichten und sozialen Regeln sei ihr weniger geläufig.
Aus der Kommunitarismusdebatte der 80er und 90er Jahre sind diese Diagnosen den Philosophen bereits vertraut. Sie hat uns darauf vorbereitet, über Umgangsformen mit diesem Phänomen nachzudenken. Eine Lösung haben wir noch nicht gefunden, was zu einem erheblichen Teil der ideologischen Unterfütterung geschuldet ist, mit der manche Positionen in dieser Debatte vertreten wurden. Wer vorgebliche Ursachen aus ideologischen Gründen überzeichnet, wer bei praktischen Alternativen das Kind mit dem Bade ausschüttet, der löst eben kein Problem. Dennoch ist die Debatte nach wie vor aktuell. Es gibt eine Vielzahl von wertvollen Beiträgen und umsichtigen Anaylsen. Die Bewahrung oder Wiederbelebung (oder Neuerschaffung) des Gemeinsinns in einer pluralistischen Gesellschaft (d.h. ohne Bezug auf orthodoxe oder okkulte Authoritäten) ist eine der wichtigsten sozialen Aufgaben unserer Zeit.
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Jean Twenge und W. Keith Campbell analysieren Studien, die zeigen, dass es generationelle Unterschiede bezüglich des Narzissmus gibt: die jüngere Generation ("Generation Y") sei erheblich individualistischer als die ihr vorausgehenden. Sie beschäftige sich stärker mit den eigenen Wünschen, sei selbstbewusster - aber auch unglücklicher als ältere Generationen. Das Befolgen von Pflichten und sozialen Regeln sei ihr weniger geläufig.
Aus der Kommunitarismusdebatte der 80er und 90er Jahre sind diese Diagnosen den Philosophen bereits vertraut. Sie hat uns darauf vorbereitet, über Umgangsformen mit diesem Phänomen nachzudenken. Eine Lösung haben wir noch nicht gefunden, was zu einem erheblichen Teil der ideologischen Unterfütterung geschuldet ist, mit der manche Positionen in dieser Debatte vertreten wurden. Wer vorgebliche Ursachen aus ideologischen Gründen überzeichnet, wer bei praktischen Alternativen das Kind mit dem Bade ausschüttet, der löst eben kein Problem. Dennoch ist die Debatte nach w Gut, dass das auch mal jemand Seriöses in der Öffentlichkeit fragt: Harry Potter fails to cast spell over Professor Richard Dawkins.
Da versucht man seine Kinder möglichst so zu erziehen, dass sie mit Chancen und Gefahren der Welt ohne unnötige Ängste und unrealistische Erwartungen zurechtkommen, und dann sind sie laufen konfrontiert mit Hexengeschichten, explodierenden Monstern, schreienden Geistern und Außerirdischen. Es ist zwar Zeitgeist und politisch korrekt, eher an Hexerei als an eine vernünftige Ausbildung zu glauben, ich finde das Angebot für Kinder in Medien und Büchern aber unterirdisch.
Gut, dass das auch mal jemand Seriöses in der Öffentlichkeit fragt: Harry Potter fails to cast spell over Professor Richard Dawkins.
Da versucht man seine Kinder möglichst so zu erziehen, dass sie mit Chancen und Gefahren der Welt ohne unnötige Ängste und unrealistische Erwartungen zurechtkommen, und dann sind sie laufen konfrontiert mit Hexengeschichten, explodierenden Monstern, schreienden Geistern und Außerirdischen. Es ist zwar Zeitgeist und politisch korrekt, eher an Hexerei als an eine vernünftige Ausbildung zu glauben, ich finde das Angebot für Kinder in Medien und Büchern aber unterirdisch. Ein interessanter Artikel im New York Magazine: “Learning to Lie” (hier die Druckversion).
“Darling says 98 percent of the teens reported lying to their parents. …
Avoiding punishment is still a primary catalyst for lying, but lying also becomes a way to increase a child’s power and sense of control …
According to Talwar, parents need to teach kids the worth of honesty, just like George Washington’s father did, as much as they need to say that lying is wrong. …
The most disturbing reason children lie is that parents teach them to. According to Talwar, they learn it from us. …
Consider how we expect a child to act when he opens a gift he doesn’t like. We instruct him to swallow all his honest reactions and put on a polite smile.“
Ein interessanter Artikel im New York Magazine: "Learning to Lie" (hier die Druckversion).
"Darling says 98 percent of the teens reported lying to their parents. ...
Avoiding punishment is still a primary catalyst for lying, but lying also becomes a way to increase a child’s power and sense of control ...
According to Talwar, parents need to teach kids the worth of honesty, just like George Washington’s father did, as much as they need to say that lying is wrong. ...
The most disturbing reason children lie is that parents teach them to. According to Talwar, they learn it from us. ...
Consider how we expect a child to act when he opens a gift he doesn’t like. We instruct him to swallow all his honest reactions and put on a polite smile."