Laura Miller schreibt bei Salon.com über ein massives Problem, das Leser mit E-Books haben werden – nämlich das, gute Bücher zu finden. Und wie machen sich introvertierte Autoren in einem Ozean von Veröffentlichungen bemerkbar?
“Everybody acknowledges that there have to be a few gems out in the slush pile — one manuscript in 10,000, say — buried under all the dreck. The problem lies in finding it. …
In other words, it’s a dirty job, but someone’s got to do it, and if the prophecies of a post-publishing world come true, it looks, gentle readers, as if that dirty job will soon be yours. …
Writers who are charming in person and happy to promote themselves and interact with fans will prosper, while antisocial geniuses may fail. (It’s unsettling to wonder how the Salingers, Pynchons, Naipauls and David Foster Wallaces of tomorrow will fare in a world where social networking and glad-handing are de rigueur. Why should extroversion be required of a great novelist?)”
Laura Miller schreibt bei Salon.com über ein massives Problem, das Leser mit E-Books haben werden - nämlich das, gute Bücher zu finden. Und wie machen sich introvertierte Autoren in einem Ozean von Veröffentlichungen bemerkbar?
"Everybody acknowledges that there have to be a few gems out in the slush pile -- one manuscript in 10,000, say -- buried under all the dreck. The problem lies in finding it. ...
In other words, it's a dirty job, but someone's got to do it, and if the prophecies of a post-publishing world come true, it looks, gentle readers, as if that dirty job will soon be yours. ...
Writers who are charming in person and happy to promote themselves and interact with fans will prosper, while antisocial geniuses may fail. (It's unsettling to wonder how the Salingers, Pynchons, Naipauls and David Foster Wallaces of tomorrow will fare in a world where social networking and glad-handing are de rigueur. Why should extroversion be required of a great novelist?)"
Musicmachinery hat einen interessanten Blogpost über die Whispersyncfunktion in Amazons Kindle: Spying on how we read. Mit Whispersync speichert Kindle die Stelle im Buch, an der man gerade liest, so dass man beispielsweise auf dem iPhone, iPod oder dem Computer dort weiterlesen kann. Auch Lesezeichen, Notizen etc. werden so gespeichert. Das ist praktisch für den Leser, und eine Datengoldmine für Amazon. Der Blogpost schlägt vor, diese Daten zu aggregieren, so wie das Musikfreunde von last.fm kennen. So könnte man beispielsweise Hitlisten der nicht zuende gelesenen Bücher finden. (Wird Richard David Precht oder Alain de Botton wirklich gelesen, oder nur verschenkt?) Welche Bücher werden mehr als einmal gelesen? Werden Bücher in englischer Sprache schneller durchgelesen als deutsche oder französische? Welche Bücher werden am häufigsten durchgelesen und kosten dabei am wenigsten?
Solche Hitlisten könnten das Kaufverhalten tatsächlich entscheidend ändern. Reine Buchtrophäen – gekauft, aber nie gelesen – hätten es dann vermutlich schwerer.
Musicmachinery hat einen interessanten Blogpost über die Whispersyncfunktion in Amazons Kindle: Spying on how we read. Mit Whispersync speichert Kindle die Stelle im Buch, an der man gerade liest, so dass man beispielsweise auf dem iPhone, iPod oder dem Computer dort weiterlesen kann. Auch Lesezeichen, Notizen etc. werden so gespeichert. Das ist praktisch für den Leser, und eine Datengoldmine für Amazon. Der Blogpost schlägt vor, diese Daten zu aggregieren, so wie das Musikfreunde von last.fm kennen. So könnte man beispielsweise Hitlisten der nicht zuende gelesenen Bücher finden. (Wird Richard David Precht oder Alain de Botton wirklich gelesen, oder nur verschenkt?) Welche Bücher werden mehr als einmal gelesen? Werden Bücher in englischer Sprache schneller durchgelesen als deutsche oder französische? Welche Bücher werden am häufigsten durchgelesen und kosten dabei am wenigsten?
Solche Hitlisten könnten das Kaufverhalten tatsächlich entscheidend ändern. Reine Buchtrophäen - gekauft, aber nie ge Cora Stephan schreibt in der NZZ über Vor- und Nachteile von E-Books (“Revolution in der Gutenberg-Galaxis“) und überlegt, was sie wohl ändern werden. Es sind nicht die Autoren, die sich vorm E-Book fürchten müssen, sagt sie, sondern der Buchhandel.
Zeit-Online berichtet von der Leipziger Buchmesse. An den E-Book-Ständen sei es seltsam leer gewesen, schreibt David Hugendick. Auch Christoph Schröder konstatiert “Die Ruhe nach dem Hype“: “Es dürfte außer Zweifel stehen, dass das Geschäft mit den E-Books und die damit zu erzielenden Profite noch in keinem Verhältnis zu dem medialen Wind stehen, der um sie gemacht wird.”
Cora Stephan schreibt in der NZZ über Vor- und Nachteile von E-Books ("Revolution in der Gutenberg-Galaxis") und überlegt, was sie wohl ändern werden. Es sind nicht die Autoren, die sich vorm E-Book fürchten müssen, sagt sie, sondern der Buchhandel.
Zeit-Online berichtet von der Leipziger Buchmesse. An den E-Book-Ständen sei es seltsam leer gewesen, schreibt David Hugendick. Auch Christoph Schröder konstatiert "Die Ruhe nach dem Hype": "Es dürfte außer Zweifel stehen, dass das Geschäft mit den E-Books und die damit zu erzielenden Profite noch in keinem Verhältnis zu dem medialen Wind stehen, der um sie gemacht wird." Ich verstehe den Kulturkampf eBooks versus Buch nicht. Wer sagt denn, dass das Buch verschwindet? Dass es durch das eBook ersetzt wird? Was wird denn sein – in der Zukunft? Die kann man nicht voraussagen – nehmen sie Voltaire oder Schopenhauer oder Popper. Wem es hilft, der wird sich ein eBook auf sein Gerät ziehen. Wer will, nimmt ein Buch zur Hand. Ja, der Markt wird irgendeine Dynamik haben. Vielleicht wird es weniger Bücher geben. Was will man dagegen machen? Bücher kaufen, wenn man will. Und wenn ich im Café schreibe, habe ich neuerdings Schopenhauer, Russell, Mill und Platon auf meinem kleinen Android-Handy. Durchsuchbar und mit Lesezeichen. Die Vorteile von Büchern fehlen. Deswegen kaufe ich Bücher.
Ich verstehe den Kulturkampf eBooks versus Buch nicht. Wer sagt denn, dass das Buch verschwindet? Dass es durch das eBook ersetzt wird? Was wird denn sein - in der Zukunft? Die kann man nicht voraussagen - nehmen sie Voltaire oder Schopenhauer oder Popper. Wem es hilft, der wird sich ein eBook auf sein Gerät ziehen. Wer will, nimmt ein Buch zur Hand. Ja, der Markt wird irgendeine Dynamik haben. Vielleicht wird es weniger Bücher geben. Was will man dagegen machen? Bücher kaufen, wenn man will. Und wenn ich im Café schreibe, habe ich neuerdings Schopenhauer, Russell, Mill und Platon auf meinem kleinen Android-Handy. Durchsuchbar und mit Lesezeichen. Die Vorteile von Büchern fehlen. Deswegen kaufe ich Bücher.