Ist Google Analytics illegal? Die IP-Nummer und die deutschen Datenschutzbeauftragten – Ein engagierter und wie ich finde guter Beitrag von Markus Breuer zur Ansicht deutscher Landesdatenschutzbeauftragter, die IP-Adresse eines Besuchers einer Webseite sei personenbezogen. “Irrsinn!“, findet Markus Breuer.
“Googled”: alles neu. Und wie gut?
Ken Aulettas neues Buch “Googled: The End of the World as We Know It” wird in der Los Angeles Times besprochen. Google hat seit Bestehen des Unternehmens gezeigt, dass man die Potenziale des Internets sucht und neue Services dazu anbietet. Für den Anwender liegen damit großartige Anwendungen vor – kostenlos. Für zahlreiche etablierte Unternehmen ist das ein Graus. Google ist groß genug, um Andere das Fürchten zu lehren – große Medienunternehmen wie den einfachen Benutzer, der sich um den Schutz seiner Privatsphäre sorgt. Dagegen steht Googles Credo, das von Anfang lautete “Don’t be evil.”
Der Rezension zufolge ist Aulettas Buch ein guter Ausgangspunkt zur Geschichte von Google und den Auswirkungen seines Erfolges. Es stellt die richtigen Fragen, ohne Polemik und Prophezeiungen, und vermeidet vorschnelle Antworten.
Der teutsche Journalismus, Google und Sascha Lobo
Die Einstellung der Deutschen zum Internet gehen mir seit Jahren auf die Nerven. Ignorantes Gemecker und arrogantes Gejammer in einem Land, dass von sich selbst behauptet, die Speerspitze der Dichter und Denker zu repräsentieren. Stammtisch, beschränkte Horizonte, fehlende Kreativität, und Humorlosigkeit.
Feigenblattaktionismus, um die unerwünschten Phänomene einzudämmen (was ist eigentlich mit der Internetkriminalität großen Stils?), und eine schiefe Argumentation bezüglich Googles.
Bei der Süddeutschen gibt es zu Googles Macht und dem Wunsch deutscher Medienvertreter, Geld von Google zu bekommen, ein vierminütiges Videointerview mit Sascha Lobo, Michael Konken (DJV) und dem Berliner Datenschutzbeauftragten.
Sicherheit in 10 Jahren: “less fun”
Bruce Schneier hat in seinem Blog eine Diskussion mit Marcus Ranum veröffentlicht, in der es um Sicherheit in der Informationstechnologie in 10 Jahren geht: “Security in Ten Years“. Die Aussichten sind offenbar nicht sehr rosig, denn die Abhängigkeit wächst genauso wie die Komplexität, während Kriminalität und menschliches Versagen gegebene menschliche Konstanten sind, denen man besser keinen Einfluss auf kritische Systeme gewährt:
“By 2017, computers will be even more important to our lives, economies and infrastructure.
If you’re right that crime remains a constant, and I’m right that our responses to computer security remain ineffective, 2017 is going to be a lot less fun than 2007 was.
…
You’re worried criminals will continue to penetrate into cyberspace, and I’m worried complexity, poor design and mismanagement will be there to meet them.“
[Via vowe]
Privacy, Identität, Data Mining und Überwachung
Das Softwaretool Paterva Evolution demonstriert, wie leicht es für jeden ist, gezielte Datenrecherchen im Internet anzustellen, um gebündelte Informationen über Spuren, die beispielsweise eine Person im Web hinterlassen hat, zu erhalten. Kai Raven gibt ein Beispiel für dieses Data Mining. Es vermittelt einen Eindruck von den Möglichkeiten professionellen Data Minings zum Zweck der Profilgewinnung.
Einen anderen Aspekt der Identität im Web erwähnt Michael Panzer, den er bei Danah Boyd gefunden hat, und den sie “Ephemeral profiles” nennt: Internetnutzer legen einfach ein neues Profil oder ein neues Benutzerkonto an, wenn sie ihre Zugangsdaten verloren haben.
Many teens are content (if not happy) to start over with most of their accounts in most places. Forgot your IM password? Sign up again. Forgot your email address? Create a new one. Forgot your login? Time for a change.
Noch etwas anderes: Gero von Randow vertritt in einer Diskussion auf ZEIT.de eine Gegenmeinung: Überwachung tut not. Er fordert eine nüchterne Klärung der Details.
DRM und Digitales Wasserzeichen
In vielen Downloadshops für Musik wird ein Digitales Rechtemanagement angewendet, das die Verwendungsmöglichkeit der erworbenen Dateien einschränkt. Alternativ kommen Digitale Wasserzeichen zum Einsatz, die vordergründig keine Einschränkungen bewirken. Sie verändern die akustische Information in lauteren Bereichen der Musikdatei durch ein eindeutiges, nicht wahrnehmbares Identifikationsmerkmal des Käufers, das nicht manipulierbar ist. »Wer nicht über den Schlüssel des Wasserzeichens verfügt, kann noch nicht einmal feststellen, ob überhaupt ein Wasserzeichen in eine Datei eingebettet ist. Damit dürfte in der Praxis das Wasserzeichen kaum entfernbar sein, da kein Angreifer überprüfen kann, ob er erfolgreich war. Tests haben gezeigt, dass die IPSI-Wasserzeichen selbst eine analoge Rundfunkübertragung und Aufnahme vom Lautsprecher auf Tonband überstehen« (Martin Steinebach vom Fraunhofer IPSI).
Faktisch bringt das Digitale Wasserzeichen gleichwohl Einschränkungen mit sich – die akustische Qualität ist manipuliert, was empfindsame Liebhaber feiner Musik (bspw. Jazz, Klassik) stören dürfte. Außerdem lässt sich die erworbene Musik nicht mehr problemlos veräußern (verschenken, verkaufen (wie die alte Plattensammlung auf dem Flohmarkt)), denn der ursprüngliche Käufer hat keine Handhabe bezüglich des Tuns des neuen Besitzers. Drittens sind die Daten des Käufers mit den Signaturinformationen auf lange Sicht bei einem Unternehmen hinterlegt, was Fragen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre aufwirft.


