Tim O’Reilly hat gerade auf der TOC 2010 die Verleger beruhigt, es sei für sie nicht das Wichtigste, “the coolest new enhanced ebooks” zu entwickeln (damit würden die Kreativen schon noch zu den Verlegern kommen). Aber Penguin stellt schon mal seine neuesten eBooks fürs iPad vor:
Philosophische Bücher online: Birnbacher, Beckermann, Mill
Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:
Dieter Birnbacher – Natürlichkeit (2006)
Ansgar Beckermann – Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes (3. Auflage, 2008)
Enttäuschung über Derrida
David Mikics hat eine intellektuelle Biografie über Jacques Derrida geschrieben – “Who Was Jacques Derrida?” – die von David Kaufmann im Onlinemagazin Tablet rezensiert wird. In den 80er-Jahren war Mikics ein Anhänger Derridas – zu einer Zeit, als Derridas Dekonstruktivismus die amerikanischen Geisteswissenschaften dominierte: so vehement, wie Derridas Skeptizismus vertreten wurde, so heftig wurde er kritisiert. Mikics zeichnet die biografischen Stationen von Derridas subversiver Polemik nach, und zeigt die Widersprüche seiner Position. Derridas moralisch-praktische Indifferenz sind der wichtigste Grund für Mikics, die Philosophie des Stars der 80er aufzugeben.
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eBooks
Ich verstehe den Kulturkampf eBooks versus Buch nicht. Wer sagt denn, dass das Buch verschwindet? Dass es durch das eBook ersetzt wird? Was wird denn sein – in der Zukunft? Die kann man nicht voraussagen – nehmen sie Voltaire oder Schopenhauer oder Popper. Wem es hilft, der wird sich ein eBook auf sein Gerät ziehen. Wer will, nimmt ein Buch zur Hand. Ja, der Markt wird irgendeine Dynamik haben. Vielleicht wird es weniger Bücher geben. Was will man dagegen machen? Bücher kaufen, wenn man will. Und wenn ich im Café schreibe, habe ich neuerdings Schopenhauer, Russell, Mill und Platon auf meinem kleinen Android-Handy. Durchsuchbar und mit Lesezeichen. Die Vorteile von Büchern fehlen. Deswegen kaufe ich Bücher.
Kurzer Überblick zu eBooks auf dem Smartphone
Ich habe gestern auf der Pl0gbar Bremen #11 einen kleinen Vortrag über eBooks auf dem Smartphone (iPhone, Android und ähnliche) gehalten. Es ging nur darum, kurz einen Überblick über den Stand der Dinge und die Optionen, die Benutzern zur Verfügung stehen, zu geben.
Die Veranstaltung war sehr interessant und man traf lauter nette Leute. Auch angesichts historisch schlechter Wetter- und Straßenverhältnisse, die den Hin- und Rückweg zu einem Abenteuer machten, ein tolles und unvergessliches Ereignis. Ich freu mich schon aufs nächste Mal. Wer Interesse hat, die Präsentation zum Vortrag anzusehen, kann das hier tun (zur besseren Ansicht unten auf den Button “full” klicken):
Nachtrag:
Auf dem Blog von Susanne & Norbert Hayduk ist eine Review der Pl0gbar-Veranstaltung erschienen. Nochmals vielen Dank für die Organisation!
Von der Neuroethik zum Neurorecht?
Bei Vandenhoeck & Ruprecht ist eine Aufsatzsammlung mit dem Titel “Von der Neuroethik zum Neurorecht?” erschienen, herausgegeben von Stephan Schleim, Tade Matthias Spranger und Henrik Walter. Er befasst sich mit den philosophischen, psychologischen und rechtswissenschaftlichen Fragen, die der Fortschritt der modernen Neurowissenschaften aufwirft. Wie sind die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zu verstehen, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die genannten Disziplinen? Das Buch enthält elf Beiträge, unter anderem von Dieter Birnbacher, Stephan Schleim, Henrik Walter und Klaus Günther.
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“Googled”: alles neu. Und wie gut?
Ken Aulettas neues Buch “Googled: The End of the World as We Know It” wird in der Los Angeles Times besprochen. Google hat seit Bestehen des Unternehmens gezeigt, dass man die Potenziale des Internets sucht und neue Services dazu anbietet. Für den Anwender liegen damit großartige Anwendungen vor – kostenlos. Für zahlreiche etablierte Unternehmen ist das ein Graus. Google ist groß genug, um Andere das Fürchten zu lehren – große Medienunternehmen wie den einfachen Benutzer, der sich um den Schutz seiner Privatsphäre sorgt. Dagegen steht Googles Credo, das von Anfang lautete “Don’t be evil.”
Der Rezension zufolge ist Aulettas Buch ein guter Ausgangspunkt zur Geschichte von Google und den Auswirkungen seines Erfolges. Es stellt die richtigen Fragen, ohne Polemik und Prophezeiungen, und vermeidet vorschnelle Antworten.
Diverse Links
Ein Kommentar zur “Sloterdjik-Honneth-Debatte”. Die relevanten Links dazu findet man bei den Philosophischen Schnipseln.
Carlin Romano über Heideggers Nazismus
Zu Nigel Warburtons Buch Free Speech gibt es eine begleitende Webseite
Eine moderne “onDemand”-Buchmaschine
Hier ein Präsentationsvideo des Herstellers der Espresso Book Machine 2.0. In einem YouTube-Kommentar war zu lesen, dass der Preis angeblich um die 100.000 US$ liegt.
Rezension von Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science”
Friedrich Stadler und Miles MacLeod rezensieren in den Notre Dame Philosophical Reviews Stefano Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science: Rationality Without Foundations” (Routledge, 2009):
In sum, Gattei’s Karl Popper’s Philosophy of Science is an important reassertion of the value, novelty, and coherency of Popper’s programme. It is an important historiographical contribution, particularly because it leads us to reevaluate our tradition of painting Kuhn as an epistemological radical, when that title more properly belongs to Popper.
Podcast und Bericht zu Amartya Sens Buchvortsellung
Am Montag hat Amartya Sen an der LSE einen Vortrag aus Anlass der Veröffentlichung seines neuen Buches “The Idea of Justice” gehalten.
Die LSE bietet den Vortrag als MP3-Datei zum Download an.
Die Zeitung The Telegraph aus Kalkutta berichtet über das Ereignis.
Porträt über und Vortrag von Amartya Sen
The Independent hat ein ausführliches Porträt von Amartya Sen (Nobelpreis für Ökonomie 1998) [via greater or smaller].
Aus Anlass der Veröffentlichung seines neuen Buches “The Idea of Justice” hält Sen nächsten Montag an der London School of Economis einen Vortrag (6.30-8pm britische Zeit), der als Live Webcast verfolgt werden kann.


