Andy Clark hat im Journal of Medicine and Philosophy 32/2, 2007, einen Artikel zur Frage veröffentlicht, ob und warum implantierte Mensch-Maschine-Schnittstellen und insbesondere Gehirn-Maschine-Schnittstellen möglich sind: “Re-Inventing Ourselves: The Plasticity of Embodiment, Sensing, and Mind“.
Ausgehend von einer Warnung Bruce Sterlings im Internetmagazin WIRED 2004 – “there’s ethical hell at the interfaces” – untersucht Clark die denkbaren Möglichkeiten von Enhancement und Augmentation. Deren Bedingung ist die von Clark postulierte biologische Plastizität des Menschen, sein Potenzial für “sensory re-calibration” und “bodily re-configuration”.
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“There is grandeur in this view of life, with its several powers, having been originally breathed into a few forms or into one; and that, whilst this planet has gone cycling on according to the fixed law of gravity, from so simple a beginning endless forms most beautiful and most wonderful have been, and are being, evolved.” (Charles Darwin)
Das CultureLab des New Scientists ruft auf, dieses Darwin-Zitat in einem neuen Kunstwerk wiederzugeben – Musik, Gedicht, Malerei, Video, Prosa … Es gibt keine Beschränkungen: “The sky’s the limit”.
Der Wettbewerb geht bis zum 21. Dezember. Die besten Beiträge werden bei CultureLab vorgestellt und fünf Gewinner erhalten eine Sonderausgabe von Darwins “Origins”.
Ein Photo für National Geographic, dass bei Boing Boing gezeigt wird, scheint ein “Ja” nahezulegen. Sehr bewegend.
Selbst wenn man in seinem philosophischen Weltbild den Naturwissenschaften keinen Platz in der 1. Reihe einzuräumen bereit ist, hat die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Spektrum der Wissenschaft” einige Beiträge zu bieten, die von besonderem philosophischen Interesse sind.
Da ist einmal ein Beitrag von Martin A. Nowak (Harvard), der mich schon vor über zehn Jahren in einem Vortrag an der Uni Bremen zur Simulation der Evolution von kooperativem Verhalten inspirierte. Nun erläutert er anhand mathematischer Modelle: “Großzügige Menschen sind erfolgreicher.”
Christoph Pöppe rezensiert ein neues Buch von Bernulf Kanitscheider: “”Entzauberte Welt – Über den Sinn des Lebens in uns selbst”.
Der Historiker James Webb veröffentlichte zwei Studien über die Ursprünge und Entwicklung des Zeitalters des Irrationalen. Hakan Baykal findet dieses Werk epochal und rezensiert es – “The Occult Establishment” (1976) liegt nun auf Deutsch vor, die Übersetzung von “Flight from Reason” (1972) ist für September vorgesehen.
Bloggerkollege Lars Fischer vom Fischblog hat übrigens auch einen Artikel zur Ausgabe beigetragen.
In der evolutionären Altruismusdiskussion der letzten Jahrzehnte wurde es oft als ausgeschlossen angesehen, dass Altruismus durch natürliche Selektion erklärt werden kann. Eine Vermutung Darwins findet neuerdings Befürworter, wie der Independent berichtet: die Bedingungen kontinuierlicher Kriegführung in frühen Jäger- und Sammlergesellschaften könnten diejenigen Stammesverbände bevorteilt haben, deren Mitglieder in der Lage waren, altruistisches Verhalten auf eigene Kosten zu zeigen.
Der Ökologe Marc Bekoff (University of Colorado, Boulder) glaubt, dass in den Gehirnen aller Säugetiere eine moralische Komponente hart verdrahtet sei. Bekoff, der zusammen mit Jane Godall ein Buch über die Verpflichtung zum Erhalt der Umwelt geschrieben hat, hat jetzt mit der Moralphilosophin Jessica Pierce “Wild Justice” veröffentlicht, worin argumentiert wird, dass es bei Säugetieren einen angeborenen Sinn für Gerechtigkeit und Empathie gebe, der helfe, in sozialen Gruppen Aggression einzudämmen und Kooperation zu fördern. Es gäbe immer mehr Belege dafür, heißt es in einem Artikel des Telegraph: “Recent neurology work has also revealed that distantly related mammals such as whales and dolphins have the same structures in their brains that are thought to be responsible for empathy in humans. Other findings have also suggested that some animals may even be capable of showing empathy with the suffering of other species.”
Bekoffs Thesen stoßen auf Skepsis und Widerspruch bei anderen Wissenschaftlern. Der Telegraph zitiert Frans de Waal: “I don’t believe animals are moral in the sense we humans are – with well developed and reasoned sense of right and wrong – rather that human morality incorporates a set of psychological tendencies and capacities such as empathy, reciprocity, a desire for co-operation and harmony that are older than our species. Human morality was not formed from scratch, but grew out of our primate psychology. Primate psychology has ancient roots, and I agree that other animals show many of the same tendencies and have an intense sociality.” [via]
Der neueste Podcast von Nigel Warburton auf Philosophy Bites ist mit Allen Buchanan über Enhancement. Was ist von neuen Technologien zur Verbesserung unserer biologischen Konstitution zu halten?
Das “Oxford Handbook of Philosophy of Biology”, herausgegeben von Michael Ruse, ist 2008 bei Oxford University Press erschienen. Drei Kapitel daraus können vollständig bei Google Books nachgelesen werden, darunter
- “Philosophy of Neuroscience” von I. Gold & A. Roskies
- “Sociobiology, Evolutionary Psychology, and Cultural Evolution” von Matteo Mameli (Link zum Kapitel im Inhaltsverzeichnis)
Wie der Telegraph berichtet, geht aus jüngst gefundenen Aufzeichnungen hervor, dass Charles Darwin als Student in Cambridge mehr Geld für Schuhe als für Bücher ausgegeben habe. Außerdem war er darauf bedacht, die von der Universität ausgegebenen Mahlzeiten durch selbst gekauftes Gemüse zu ergänzen. [via Glaserei]
Bei Edge gibt es einen Artikel (und ein Video) von AC Grayling über die Bedeutung der jüngeren wissenschaftlichen Entwicklungen. Die Wissenschaft sei eine wunderbare kollektive Unternehmung und eine großartige Errungenschaft der Menschheit. Es komme darauf an, mehr Menschen an Kenntnissen darüber teilhaben zu lassen, auch um den bevorstehenden Wandel von kompetenten Leuten beurteilen zu lassen: “The point here is not about making more scientists necessarily, but making more people who are competent to observe what’s happening in science, to be interested in reading about it, to keep abreast of developments, to be excited by what is happening in science. And as responsible and informed citizens of this world of ours, to be part of the discussion about what we should and shouldn’t do with our science.” (Pressing questions for our century – A Talk With AC Grayling)
Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift “American Psychologist” (2009 Volume 64, Issue 2 (Feb-Mar)) widmet sich dem Thema Darwin and Psychology. 16 Aufsätze beschäftigen sich unter anderem mit der Bedeutung von Darwins Theorie für Francis Galton, James Baldwin, die Psychologie der Gefühle und die Evolutionäre Psychologie. Die Beiträge sind online abrufbar.
Die Society for Neuroscience hat eine 74-seitige Einführungsbroschüre erstellt, die man kostenlos von ihrer Webseite herunterladen kann: “Brain Facts. A Primer on the Brain and Nervous System“. Auf der Webseite findet sich auch das Inhaltsverzeichnis, über das man direkt einzelne Kapitel herunterladen kann, wie “The Neuron”, “Brain Development”, “Sensation and Perception”, “Learning, Memory, and Language”, “Sleep”, “Stress” oder “Neuroethics”.