Archive for category Biologie

Konferenz der Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie

Die neugegründete Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie (Gründungsmitglieder u.a. Andreas Bartels, Carsten Held, Holger Lyre, Meinard Kuhlmann, Gregor Schiemann) wird vom 11. bis 13. März 2012 ihre erste internationale Konferenz, die zugleich Kick-Off-Meeting ist, in Hannover veranstalten.

Thema der Konferenz ist “How Much Philosophy in the Philosophy of Science?” Es geht um die Frage, wie weit sich die Wissenschaftstheorie den methodologischen Standards der Einzelwissenschaften angenähert und dabei möglicherweise von der philosophischen Tradition entfernt hat, und wie dies zu bewerten ist. Gibt es zwischen Philosophie der Physik, Philosophie der Biologie, Philosophie der Sozialwissenschaften etc. etwas Verbindendes? Und zeigen die jüngsten Debatten um Begriffe wie Kausaliät, Mechanismen und Komplexität, dass es einheitliche Hintergrundorientierungen in diesen zunächst disparaten Bereichen gibt?

Keynote-Speaker der Konferenz sind Peter Godfrey-Smith, Stephan Hartmann, James Ladyman, Sandra Mitchell, Chrysostomos Mantzavinos, Margaret Morrison und Wolfgang Spohn.

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Daniel Dennett erhält Erasmus-Preis

Daniel C. Dennett erhält den diesjährigen Erasmus-Preis für seine Beiträge zur Verdeutlichung der “kulturellen Bedeutung der Naturwissenschaften”.

Dennett habe die wichtigen kulturellen Fragen unserer Zeit aufgegriffen – von Religion und Darwinismus bis zu Bewusstsein und Künstlicher Intelligenz. Mit wissenschaftlichem Optimismus demonstriere Dennett die Wichtigkeit von Wissen, kritischem Denken und intellektueller Offenheit.

Der Preis ist mit 150.000 Euro dotiert und wird im Herbst 2012 überreicht werden. Zu den früheren Preisträgern zählen Karl Jaspers, Vaclav Havel und Sigmar Polke.

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Michael Ruse kritisiert Alvin Plantingas neues Buch

Michael Ruse äußert sich im Chronicle of Higher Education zu Alvin Plantingas neuem Buch über Religion und Theismus. Plantinga, der in früheren Auseinandersetzungen mit Ruse behauptet hatte, kein Befürworter des Intelligent Design zu sein, akzeptiert diese Auffassung nun doch in seinem Buch, so Ruse. Außerdem kritisert Ruse, dass Plantinga und andere Vertreter religiöser Auffassungen immer wieder die Thesen ihrer Gegner verzerren, auf Einwände keine Antwort liefern und Abweichler drangsalieren: “because of their unsophisticated versions of these beliefs, they simply are not prepared to engage in mature, responsible scholarship. And they bully those who are.

Plantingas Buch erhält viel Aufmerksamkeit, wie jüngst erst in der New York Times.

Vor zwei Jahren hatte Plantinga mit Daniel Dennett in Chicago diskutiert – ein offenkundig einseitig-parteilicher Bericht hatte in den Philosophieblogs die Runde gemacht. Darin heißt es, Dennett sei nicht auf die Argumente Plantingas eingegangen und habe eher eine spöttische Haltung an den Tag gelegt. Kommentare zu diesem Bericht (hier und hier) legen aber nahe, dass es Plantinga war, der Dennetts Einwand nicht zur Kenntnis nahm.

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Skandal um die Zeitschrift SYNTHESE?

Ein Special Issue der Zeitschrift Synthese wird derzeit heiß diskutiert, insbesondere deshalb, weil es die Herausgeber für notwendig erachteten, einen Disclaimer zu dieser Ausgabe zu veröffentlichen. Ein Aufsatz dieser Zeitschrift kritisierte die epistemologischen Grundlagen des Intelligent Design, und wurde durch eine persönliche Attacke eines Vertreters dieser politischen Bewegung beantwortet. Die Reaktionen darauf im Internet sind zahlreich und vielfältig. Einer der Hauptkritikpunkte besagt, dass die Herausgeber durch ihren Disclaimer eine sorgfältige philosophische Position zugunsten einer zweifelhaften, politisch motivierten Attacke diskrediert haben. Möglicherweise ist dieses Blogposting bei New APPS einer guter Ausgangspunkt mit weiteren Links zu dieser Debatte.

Hier ein informatives Update.

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Anthropologie des Altruismus

Das amerikanische National Humanities Center hat 2007 unter der Leitung von Martha Nussbaum die Konferenz “Autonomy, Singularity, Creativity” abgehalten. Eingeladen waren unter anderem der Verhaltensforscher Frans de Waal und der Sozialpsychologe Daniel Batson. de Waal hat viel über Empathie bei Primaten und Menschen veröffentlicht, bspw. in “The Age of Empathy” (Amazon-Link). Batson hat sich dreißig Jahre mit Altruismus beschäftigt – sein neuestes Buch “Altruism In Humans” (Amazon-Link) wird regelmäßig von Martha Nussbaum empfohlen (eine ausführliche Rezension gibt es hier.)
Die Vorträge von de Waal und Batson auf dieser Konferenz sind in diesem Google-Video zu sehen (Direktlink).
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Ist Fairness “natürlich?

Dieses Video über zwei Kapuzineraffen ist ein schöner Anlass zum Nachdenken:

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Tangophilosophie – Die natürlichen Wurzeln des Tanzes

Nicky Clayton erforscht an der Universität Cambridge das Verhalten von Vögeln. Ihr fiel auf, wie häufig verschiedene Individuen ihre Bewegungen synchronisierten, und die Tänze verschiedener Vogelarten beeindruckten sie. Da sie selbst Tangotänzerin ist, erarbeitete sie mit einer professionellen Tanzgruppe eine Choreografie.
Der Tango Argentino ist weniger reglementiert als beispielsweise die Standardtänze. Er besteht aus einer freien Abfolge von Bewegungen (“Tangoschritten”), die im Moment des Tanzes improvisiert werden und eine tänzerische Kommunikation der beiden Tanzpartner erfordern. Die Führung besteht aus einer nicht vorherbestimmten Abfolge von Bewegungsimpulsen, auf die der geführte Tanzpartner – ganz ähnlich wie in der Musikimprovisation – unmittelbar reagiert, je nach Können und Veranlagung mit einer bestimmten Auswahl und Ausgestaltung dazu passender Bewegungsantworten.

Im Internet ist der Kakadu Snowball ja zu einiger Berühmtheit gelangt. Ich habe mal gehört, dass nur Papageien und Menschen in der Lage sind, Musik in rhythmische Tanzbewegungen umzusetzen. Eine interessante Frage jedenfalls.

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Mensch-Maschine-Schnittstellen und menschliche Plastizität

Andy Clark hat im Journal of Medicine and Philosophy 32/2, 2007, einen Artikel zur Frage veröffentlicht, ob und warum implantierte Mensch-Maschine-Schnittstellen und insbesondere Gehirn-Maschine-Schnittstellen möglich sind: “Re-Inventing Ourselves: The Plasticity of Embodiment, Sensing, and Mind“.

Ausgehend von einer Warnung Bruce Sterlings im Internetmagazin WIRED 2004 – “there’s ethical hell at the interfaces” – untersucht Clark die denkbaren Möglichkeiten von Enhancement und Augmentation. Deren Bedingung ist die von Clark postulierte biologische Plastizität des Menschen, sein Potenzial für “sensory re-calibration” und “bodily re-configuration”.

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“There is grandeur in this view of life” – Ein Wettbewerb

“There is grandeur in this view of life, with its several powers, having been originally breathed into a few forms or into one; and that, whilst this planet has gone cycling on according to the fixed law of gravity, from so simple a beginning endless forms most beautiful and most wonderful have been, and are being, evolved.” (Charles Darwin)

Das CultureLab des New Scientists ruft auf, dieses Darwin-Zitat in einem neuen Kunstwerk wiederzugeben – Musik, Gedicht, Malerei, Video, Prosa … Es gibt keine Beschränkungen: “The sky’s the limit”.

Der Wettbewerb geht bis zum 21. Dezember. Die besten Beiträge werden bei CultureLab vorgestellt und fünf Gewinner erhalten eine Sonderausgabe von Darwins “Origins”.

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Können Schimpansen trauern?

Ein Photo für National Geographic, dass bei Boing Boing gezeigt wird, scheint ein “Ja” nahezulegen. Sehr bewegend.

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“Spektrum der Wissenschaft” philosophisch interessant

Selbst wenn man in seinem philosophischen Weltbild den Naturwissenschaften keinen Platz in der 1. Reihe einzuräumen bereit ist, hat die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Spektrum der Wissenschaft” einige Beiträge zu bieten, die von besonderem philosophischen Interesse sind.
Da ist einmal ein Beitrag von Martin A. Nowak (Harvard), der mich schon vor über zehn Jahren in einem Vortrag an der Uni Bremen zur Simulation der Evolution von kooperativem Verhalten inspirierte. Nun erläutert er anhand mathematischer Modelle: “Großzügige Menschen sind erfolgreicher.”
Christoph Pöppe rezensiert ein neues Buch von Bernulf Kanitscheider: “”Entzauberte Welt – Über den Sinn des Lebens in uns selbst”.
Der Historiker James Webb veröffentlichte zwei Studien über die Ursprünge und Entwicklung des Zeitalters des Irrationalen. Hakan Baykal findet dieses Werk epochal und rezensiert es – “The Occult Establishment” (1976) liegt nun auf Deutsch vor, die Übersetzung von “Flight from Reason” (1972) ist für September vorgesehen.

Bloggerkollege Lars Fischer vom Fischblog hat übrigens auch einen Artikel zur Ausgabe beigetragen.

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Wie entstand Altruismus beim Menschen?

In der evolutionären Altruismusdiskussion der letzten Jahrzehnte wurde es oft als ausgeschlossen angesehen, dass Altruismus durch natürliche Selektion erklärt werden kann. Eine Vermutung Darwins findet neuerdings Befürworter, wie der Independent berichtet: die Bedingungen kontinuierlicher Kriegführung in frühen Jäger- und Sammlergesellschaften könnten diejenigen Stammesverbände bevorteilt haben, deren Mitglieder in der Lage waren, altruistisches Verhalten auf eigene Kosten zu zeigen.

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