Archive for category Argumentation
Der Nutzen von Rhetorik
Posted by Björn in Antike, Argumentation, Quellen, Rationalität, Worte on 2010/09/02
“before some audiences not even the possession of the exactest knowledge will make it easy for what we say to produce conviction. For argument based on knowledge implies instruction, and there are people whom one cannot instruct. Here, then, we must use, as our modes of persuasion and argument, notions possessed by everybody”
(Aristoteles, Rhetorik, Buch I, Kapitel 1 (Alternativlink), in der Übersetzung von W. Rhys Roberts)
“we must be able to employ persuasion, just as strict reasoning can be employed, on opposite sides of a question, not in order that we may in practice employ it in both ways (for we must not make people believe what is wrong), but in order that we may see clearly what the facts are, and that, if another man argues unfairly, we on our part may be able to confute him.”
(Aristoteles, ebd., m. Hvh.)
On the internet
Posted by Björn in Argumentation, Internet, Technik on 2010/06/11
Die Debatte über das Internet in Deutschland ist unbefriedigend. Argumente anderer Autoren werden allzuoft leichtfertig abgetan, statt eine differenzierte Position dazu einzunehmen. Es hat den Anschein, als sei man stolz auf die eigenen polemischen Fabulierkünste und begnüge sich dann damit. Pose statt Argument. Hype und Hysterie. Meiner Ansicht nach ist es für eine nüchtern-realistische Abwägung angebracht, das Internet zu entmystifizieren.
Cecilia Webber hat diese Situation in diesem Webcomic “dialektisch” eingefangen:

Aufgabe im Argumentationsseminar: “Nehmen Sie Stellung zu den Vor- und Nachteilen des Internet”.
Habermas über die Rolle der Intellektuellen im Internetzeitalter
Posted by Björn in Argumentation, Internet, Medien, Verschiedenes on 2010/04/01
Jürgen Habermas’ Preisrede “Ein avantgardistischer Spürsinn für Relevanzen. Was den Intellektuellen auszeichnet” (zur Verleihung des Kreisky-Preises 2005 an ihn) war schon 2006 im Internet zu lesen (Teil1 und Teil 2 beim Standard) und wurde in einigen Weblogs diskutiert. So wurde Habermas’ Pessimismus bezüglich des öffentlichen Diskurses im Internet kritisiert.
In den letzten Tagen hat der Text im Netz wieder die Runde gemacht – ich nehme an, weil am Dienstag bei Transformations of the Public Sphere eine kondensierte Version des Textes, der 2009 in dem Band “Europe: The Faltering Project” (Polity Press, 2009) abgedruckt wurde, erschien: “An Avantgardistic Instinct for Relevances: Intellectuals and their Public“. Das PDF der vollständigen deutschen Version, die in der Essaysammlung “Ach, Europa” (2008) abgedruckt wurde, findet sich beim Renner-Institut. [via Political Theory - Habermas and Rawls]
In seiner Preisrede stellt Habermas fest, dass die Sphäre des Öffentlichen informeller werde und die gewohnten Rollen darin verschwämmen. Aufgrund der dezentralen, informellen Struktur des Öffentlichen im Internet und dem Mangel eines gefilterten Pools an Nachrichten stünden die Beiträge der Intellektuellen nicht mehr im Fokus. Diese Form der Öffentlichkeit basiere mehr auf Popularität als auf guten Argumenten. Intellektuelle sollten es als Privileg betrachten, nicht um Popularität zu buhlen und stattdessen ein Gespür für relevante Themen haben.
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Gregor Betz stellt Argunet vor
Posted by Björn in Argumentation, Logik on 2010/02/16
Gregor Betz, einer der Entwickler von Argunet, einer Argumentationssoftware für regelgeleitetes Argumentieren und logisches Rekonstruieren (im Philoblog bereits hier vorgestellt) hat das Projekt in der Information Philosophie 4/2009 beschrieben. Ein Auszug daraus ist hier zu finden (leider ohne grafische Illustration).
Prinzipielle Möglichkeiten, Willensfreiheit zu leugnen
Posted by Björn in Argumentation, Philosophie des Geistes on 2009/10/28
Kevin Timpe beschreibt zwei prinzipielle Möglichkeiten abzustreiten, dass Willensfreiheit exisitiert: die kontingente und die kategorische. Ich habe die Vermutung, dass Gerhard Roths Strategie (die mich nicht überzeugt) damit noch nicht ganz erfasst ist. (Da ich gerade in meiner Frühstsückspause hier schreibe, fehlt mir die Zeit, dass durchzudenken.)
Deja vu – Simon Blackburn über Hume, Atheismus und Religion
Posted by Björn in Argumentation, Buecher, David Hume, Philosophiegeschichte, Quellen, Religion on 2009/04/14
In der Times Higher Education schreibt Simon Blackburn aus Anlass der aktuellen Debatten um Religion, Glaube und Atheismus über David Humes “Dialoge über natürliche Religion” (Divine irony). Die gegenwärtige wortreiche Diskussion sei ärgerlich, allein schon, weil der informierte Zeitgenosse weiß, dass das alles schon mal dagewesen sei – ein Deja vu: “But it is not just that old tunes are being replayed, but that they are being replayed badly.”
Die “Dialoge über natürliche Religion” von David Hume sind die klassische Abhandlung über die vorliegenden Positionen. Hume sei zu subtil, um sich selbst als Atheisten zu bezeichnen. Was man von ihm lernen könne sei die skeptische Ironie. Der Olympische Überblick über die ins Spiel gebrachten Argumente und Positionen sei für diejenigen, die sich auf spezielle Autoritäten berufen, schwer auszuhalten.
Wie lernt man Philosophie?
Posted by Björn in Akademisches, Argumentation, Philosophie allgemein on 2009/03/31
Wayne Buck hat einen “Brief” an die Studenten seiner Einführungsseminare geschrieben, in dem er erklärt, womit sie zu rechnen haben und wie sie lernen können, Philosophie zu betreiben. Sehr lesenswert.
“First, philosophy is not an easy subject. In fact, it is rather difficult. This is true even for introductory courses. You will have to apply yourself to a degree matched only in science or mathematics courses. Despite rumors to the contrary, reading and writing about philosophy is not like reading and writing about novels or poems or the movies. Nor is writing philosophy an expression of one’s feelings or ideas about life. Philosophy consists of a series of problems and investigations into those problems. One attempts to solve each problem by making claims which purport to be true, and by backing those claims with arguments.
…”
[via]
Schlechte Argumente
Posted by Björn in Argumentation, Buecher, Logik, Medien, Rationalität, Sprache on 2008/10/02
Julian Baggini hat seine Abhandlungen über bekannte, aber falsche Argumentationsformen, die er zum Teil schon in der Serie “Bad Moves” bei Butterflies and Wheels veröffentlicht hatte, jetzt in einem Buch herausgegeben: The duck that won the lottery – and 99 other bad arguments.
In diesem Zusammenhang kann man noch einmal auf das ausgezeichnete Buch von Hubert Schleichert hinweisen – Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.
Digitale Tools für Philosophen
Posted by Björn in Argumentation, Internet, Links, Logik, Verschiedenes on 2008/08/19
In der Philobar gibt es ein paar Hinweise auf digitale Tools fürs Philosophieren, die bei Gelegenheit ergänzt werden sollen.
Dort ist auch der Link zu Argunet zu finden – ein freies Tool zur “kollaborativen Argumentrekonstruktion und -visualisierung.” Erinnert ein bisschen an Mindmapping, ist aber speziell auf die Rekonstruktion von komplexen Argumenten zugeschnitten.