Gregor Betz, einer der Entwickler von Argunet, einer Argumentationssoftware für regelgeleitetes Argumentieren und logisches Rekonstruieren (im Philoblog bereits hier vorgestellt) hat das Projekt in der Information Philosophie 4/2009 beschrieben. Ein Auszug daraus ist hier zu finden (leider ohne grafische Illustration).
Prinzipielle Möglichkeiten, Willensfreiheit zu leugnen
Kevin Timpe beschreibt zwei prinzipielle Möglichkeiten abzustreiten, dass Willensfreiheit exisitiert: die kontingente und die kategorische. Ich habe die Vermutung, dass Gerhard Roths Strategie (die mich nicht überzeugt) damit noch nicht ganz erfasst ist. (Da ich gerade in meiner Frühstsückspause hier schreibe, fehlt mir die Zeit, dass durchzudenken.)
Deja vu – Simon Blackburn über Hume, Atheismus und Religion
In der Times Higher Education schreibt Simon Blackburn aus Anlass der aktuellen Debatten um Religion, Glaube und Atheismus über David Humes “Dialoge über natürliche Religion” (Divine irony). Diese wortreiche Diskussion sei ärgerlich, allein schon, weil der informierte Zeitgenosse weiß, dass das alles schon mal dagewesen sei – ein Deja vu: “But it is not just that old tunes are being replayed, but that they are being replayed badly.”
Die “Dialoge über natürliche Religion” von David Hume sind die klassische Abhandlung über die vorliegenden Positionen. Hume selbst sei zu subtil, um sich selbst als Atheisten zu bezeichnen. Was man von ihm lernen könne sei die skeptische Ironie. Der Olympische Überblick über die ins Spiel gebrachten Argumente und Positionen sei für diejenigen, die sich auf spezielle Authoritäten berufen, schwer auszuhalten.
Wie lernt man Philosophie?
Wayne Buck hat einen “Brief” an die Studenten seiner Einführungsseminare geschrieben, in dem er erklärt, womit sie zu rechnen haben und wie sie lernen können, Philosophie zu betreiben. Sehr lesenswert.
“First, philosophy is not an easy subject. In fact, it is rather difficult. This is true even for introductory courses. You will have to apply yourself to a degree matched only in science or mathematics courses. Despite rumors to the contrary, reading and writing about philosophy is not like reading and writing about novels or poems or the movies. Nor is writing philosophy an expression of one’s feelings or ideas about life. Philosophy consists of a series of problems and investigations into those problems. One attempts to solve each problem by making claims which purport to be true, and by backing those claims with arguments.
…”
[via]
Schlechte Argumente
Julian Baggini hat seine Abhandlungen über bekannte, aber falsche Argumentationsformen, die er zum Teil schon in der Serie “Bad Moves” bei Butterflies and Wheels veröffentlicht hatte, jetzt in einem Buch herausgegeben: The duck that won the lottery – and 99 other bad arguments.
In diesem Zusammenhang kann man noch einmal auf das ausgezeichnete Buch von Hubert Schleichert hinweisen – Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.
Digitale Tools für Philosophen
In der Philobar gibt es ein paar Hinweise auf digitale Tools fürs Philosophieren, die bei Gelegenheit ergänzt werden sollen.
Dort ist auch der Link zu Argunet zu finden – ein freies Tool zur “kollaborativen Argumentrekonstruktion und -visualisierung.” Erinnert ein bisschen an Mindmapping, ist aber speziell auf die Rekonstruktion von komplexen Argumenten zugeschnitten.


