Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:
Brian Leiter zitiert eine interessante Passage von Jeff McMahan, in der dieser konstatiert, dass die Philosophie, und speziell die Ethik, in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht hat. Es kommt heute nicht mehr darauf an, ein persönliches philosophisches System zu verteidigen und die interessanten Fragen dadrunter abzuhandeln. Stattdessen würden einzelne Fragestellungen sehr detailliert behandelt und in einem kollektiven Unternehmen (der Diskussion) viel gründlicher beantwortet als dies eine einzelne Person je leisten könnte:
“Unlike many other disciplines in the humanities and social sciences, which in recent years were seduced by bad French philosophy into a lot of silly “post-modern” theorizing that exposed them to derision and reduced them to irrelevance, analytic philosophy is flourishing. … philosophy has become more of a collective endeavour than it was in the past … When the results of the individual efforts are combined, we may achieve a collective product that exceeds in depth, intricacy, and sophistication what any individual could have produced by working on the larger problem in isolation.” (Jeff McMahan, zitiert bei Brian Leiter)
Band 27/2 (August 2009) der Zeitschrift “New Ideas in Psychology” ist dem Thema “Mind, Meaning, and Language: Wittgenstein’s Relevance for Psychology” gewidmet. Die Beiträge (u.a. von Rom Harré) handeln vom Regelbefolgen, von Normativität und Intention, Folk Psychology, der Analyse von Emotionen und weiteren Themen.
In der Stanford Encyclopedia of Philosophy ist ein neuer Artikel zur “Modularität des Geistes” (Modularity of Mind) von Philip Robbins erschienen. Ausgehend von Jerry Fodors Thesen in The Modularity of Mind (1983) erläutert Robbins drei Varianten der These: Fodorian modules, modest modularity und massive modularity. Der Artikel schließt mit einer Bibliografie und weiterführenden Internetlinks ab.
Christopher Pincock hat einen Entwurf seines Überblicksartikels über Rudolf Carnaps “Der logische Aufbau der Welt” (1928) als PDF-Datei online gestellt: “… it is fair to say that the Aufbau, as the book is typically called, is one of the most important books for the history of analytic philosophy. … The main aim of this article is to help the non-specialist approach the Aufbau and begin to appreciate why so many philosophers have spent so much time trying to understand it.“
Terry Eagleton, Drehbuchautor des Films “Wittgenstein”, schreibt im Guardian zu Alexander Waugh’s Buch “The House of Wittgenstein“. Ausführlich beschreibt er das “madhouse”, das die Familie Wittgenstein dargestellt haben soll. Eine Rezension des Buches ist es nur insofern, als Eagleton in nur zwei Sätzen darauf eingeht: “Alexander Waugh’s eminently readable, meticulously researched account of the Wittgenstein madhouse might have speculated a bit more on how this background helped to shape the most celebrated of all the Wittgensteins. It certainly casts some light on Ludwig’s extraordinary contradictions.”
Bei Vandenhoeck & Ruprecht ist der von Günther Patzig herausgegebene Sammelband “Funktion, Begriff, Bedeutung”, der fünf Aufsätze von Gottlob Frege sowie ein Vorwort des Herausgebers enthält neu aufgelegt worden. Merkwürdigerweise weist die Seite des Verlags dies als “1. Auflage, 2008″ aus, obwohl diese Aufsatzsammlung unter dem gleichen Titel bereits 1962 bei Vandenhoeck & Ruprecht erschien. Davon habe ich beispielsweise ein Exemplar der “6. Auflage, 1986″. Ob sich in der neuen Auflage gegenüber der Ausgabe von 1962 etwas geändert hat, ist der Verlagsseite nicht zu entnehmen.
Alexander Waugh hat eine Biografie der Familie Wittgenstein geschrieben, in der besonders Ludwigs Bruder Paul im Mittelpunkt steht. “The House of Wittgenstein: A Family at War” erscheint am Montag in Großbritannien, und ist für den 24. Februar 2009 in den USA angekündigt. Einen Auszug daraus kann man beim Telegraph lesen.
Roger Scruton ist in der Öffentlichkeit als ein Philosoph mit konservativen Positionen bekannt. Julian Baggini hat mit ihm über seine Erfahrungen und Standpunkte gesprochen:
“If you look at Marx in particular, he says almost nothing about the communist future. It’s just an abstraction. Everything is about how hateful this and this is in the present and anyway history is going to sweep it away. My view is that is morally irresponsible and that really one must begin from an understanding of the virtues and the defects of the thing that one has. … (Link)“
Der neulich verlinkte Artikel von Alan Wolfe über John Stuart Mill stößt auf Kritik. Brian Leiter schreibt, Wolfe habe sich nicht ausreichend über die gegenwärtige Philosophie und Mills Beiträge zu verschiedenen philosophischen Problemfeldern informiert. “‘Tis a shame that Professor Wolfe didn’t do any research at all into “contemporary academic philosophy”–or Mill for that matter–before writing about it.“