Archive for category Akademisches
Freier Zugang zu “Erkenntis”
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, EBooks, Links, Logischer Positivismus, Philosophie allgemein, Quellen on 2011/11/19
Die Zeitschrift “Erkenntnis” ist eine renommierte Fachpublikation, die man wohl am ehesten mit der analytischen Philosophie in Verbindung bringt. Die Zeitschrift hat eine bewegte Geschichte. Unter anderem musste sie 1939 ihr Erscheinen einstellen und wurde 1975 wieder ins Leben gerufen. Maßgabe für Beiträge war, wie Carl Gustav Hempel schrieb, “adherence to high standards of clarity of statement and cogency of reasoning”.
Alle Beiträge in “Erkenntnis” sind bis zum 31.12.2011 frei erhältlich.
Janet Radcliffe Richards – die skeptische Feministin
Posted by Björn in Akademisches, Philosophie allgemein on 2011/08/31
Janet Radcliffe Richards (Oxford) äußert sich skeptisch über einige Theorien, die sich als feministisch bezeichnen aber per se gar nichts mit Feminismus zu tun haben, wie beispielsweise “Feministische Epistemologie”. Wenn solche Theorien Konzepte wie Wahrheit und Vernunft über Bord werfen, seien sie Unsinn: “Much of what passes for “feminist” theory in certain academic circles is ‘unmitigated rubbish’.”
Janet Radcliffe Richards hat unter anderem das Buch “The Sceptical Feminist” veröffentlicht.
Frauen in der Philosophie
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, Philosophiegeschichte on 2011/06/22
Richard Zach berichtet im LogBlog über Frauen in der Philosophie, die heute wenig bekannt sind.
Er verweist auf den neuen Eintrag für Emily Elizabeth Constance Jones in der Stanford Encyclopedia of Philosophy. E.E.C. Jones war eine Kollegin von Russell und Moore in Cambridge, die zu Logik und Ethik geforscht hat. In diesem Eintrag werden weitere Frauen in der fühen analytischen Philosophie erwähnt: Christine Ladd-Franklin, Victoria Welby, Dorothy Wrinch, Susanne Langer und Susan Stebbing.
Hinzufügen muss man noch Rose Rand, 1903 in Lemberg geboren, die in ihrem Leben zahlreiche Hindernisse überwinden musste.
Nachtrag: Pete Mandik zitiert Bertrand Russells bekannte Textstelle über den Solipsismus, in der er Christine Ladd-Franklin als eminente Logikerin erwähnt. Allerdings kann er den von ihr befürworteten Solipsismus nicht nachvollziehen:
“As against solipsism it is to be said, in the first place, that it is psychologically impossible to believe, and is rejected in fact even by those who mean to accept it. I once received a letter from an eminent logician, Mrs. Christine Ladd-Franklin, saying that she was a solipsist, and was surprised that there were no others. Coming from a logician and a solipsist, her surprise surprised me.” (Russell, p. 180). Russell, Bertrand., Human Knowledge: Its Scope and Limits,London: George Allen & Unwin, 1948. (zitiert via)
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Ehrendoktorwürde für Martha Nussbaum in Bielefeld
Posted by Björn in Akademisches, Leute, Politische Philosophie, Sozialphilosophie on 2011/06/19
Martha Nussbaum erhält am 27. Juni an der Universität Bielefeld die Ehrendoktorwürde für ihre Verdienste um die Entwicklung des Capabilities-Approach (Fähigkeiten-Ansatz). Die Laudatio hält Micha Brumlik.
Den Fähigkeiten-Ansatz hat Nussbaum zusammen mit dem Ökonomen und Nobelpreisträger Amartya Sen entwickelt. Er wird in zahlreichen internationalen und nationalen Projekten zur Entwicklungspolitik oder auch der Bildungspolitik eingesetzt. Details dazu findet man in ihrem Buch “Gerechtigkeit oder Das gute Leben.”
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Universität Oxford lehnt das Bildungsprogramm der Regierung ab
Posted by Björn in Akademisches, Politik, Verschiedenes on 2011/06/11
In Großbritannien herrscht viel Unmut und Aufregung, seitdem die neue Regierungskoalition ihr Programm der Bildungsfinanzierung verkündet hat. Geistes- und Kulturwissenschaften erhalten weniger Geld, mehrere Departments werden geschlossen, Studiengebühren werden erhöht.
Nun hat die Universität Oxford formell erklärt, sie besitze “no confidence” in diese Bildungspolitik. Der Historiker Robert Gildea nennt die politischen Maßnhamen “rücksichtslos, inkohärent und inkompetent”. Auch in Cambridge soll man an einem offiziellen Votum im Sinne von “no confidence” arbeiten.
Neue Zeitschrift zum Skeptizismus
Posted by Björn in Akademisches, Buecher, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte on 2011/05/16
Im niederländischen Brill-Verlag ist die erste Ausgabe des “International Journal for the Study of Skepticism” erschienen. Herausgeber dieser neuen Zeitschrift sind Diego E. Machuca (Argentinien) und Duncan H. Pritchard (University of Edinburgh). Zum Editorial Board gehören u.a. aus Deutschland Elke Brendel (Universität Bonn), Martin Mulsow (Universität Erfurt) und Dominik Perler (Humboldt-Universität Berlin). Die Beiträge der ersten Ausgabe können hier gelesen werden.
Praktisch denken
Posted by Björn in Akademisches, Ökonomie, Medien, Philosophie allgemein, Politik on 2011/04/07
In einem neuen Artikel bei “Metaphilosophy” konstatiert Philip Kitcher, dass die zeitgenössische (englischsprachige) Philosophie in einer Art scholastischer Selbsthingabe um sich selbst kreise. Es sei aber Aufgabe der Philosophen, sich mit Themen zu beschäftigen, die in der Gegenwart aktuell sind. [via Leiter Reports, interessante Kommentare]
Diese Frage lässt sich natürlich auch für die deutschsprachige Philosophie aufwerfen, und sie wird ja auch immer mal wieder diskutiert. Kitchers Darstellung scheint mir zutreffend zu sein. Er weiß wovon er spricht. Und meines Erachtens betrifft dies nicht nur eine “Schulrichtung”.
Tatsächlich gibt es natürlich Philosophen, die sich mit aktuellen Fragen der Zeit beschäftigen. Und es ist natürlich auch richtig, dass sich Philosophen mit Spezialfragen ihrer Disziplin beschäftigen müssen. Außerdem ist es auch so, dass die Öffentlichkeit nicht immer Beiträge von Philosophen zu Fragen der Zeit zur Kenntnis nimmt, sei es, weil sie nicht den Moden des Zeitgeistes entsprechen, oder weil sie in den betreffenden Debatten von schrillen Polemiken übertönt werden, die ja oft wirkungsvoller sind.
Es wäre schon Einiges gewonnen, wenn die Philosophen innerhalb ihres Faches häufiger Standpunkte zu aktuellen Fragen der Zeit diskutieren würden, in der Hoffnung, dass sich daraus Übersichten und Kommentare ergeben, die ein breiteres Publikum mit Argumenten versorgen.
Einen übrigens recht konkreten Artikel zu brennenden Fragen der Zeit hat der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz bei Vanity Fair veröffentlicht. Er kritisiert darin die krasse Ungleichheit in den USA, die, gestützt auf unzutreffende Argumente, durch die Politik verstärkt werde. Doch Stieglitz hält diese Ungleichheit für zerstörerisch.
Vielleicht sollten Philosophen auch häufiger mal bei Brigitte oder Schöner Wohnen schreiben.
Realsatire: Las Vegas schafft Philosophie ab
Posted by Björn in Akademisches, Verschiedenes on 2011/03/09
Symbolischer geht es nicht mehr: An der Universität von Nevada in Las Vegas soll die komplette Philosophie-Fakultät geschlossen werden, um drastische Budgetkürzungen zu realiseren. [via]
Nussbaum-Interview: Aufklärung im 21. Jahrhundert
Posted by Björn in Akademisches, Erziehung, Ethik, Kulturphilosophie, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Politische Philosophie, Psychologie on 2011/02/16
Die RSA hat in der letzten Zeit Videos einiger Vorträge veröffentlicht, die im Netz viel Aufmerksamkeit fanden. Vor zwei Monaten war Martha Nussbaum eingeladen, über Aufklärung im 21. Jahrhundert zu sprechen. In den USA und Großbritannien ist ihr kürzlich erschienenes Buch “Not for Profit: Why Democracy Needs the Humanities” viel diskutiert worden, weil die Relevanz der Geisteswissenschaften in der politischen Agenda in Frage gestellt wird.
Im Video legt Martha Nussbaum einige ihrer Positionen zu Fragen der Moral und Politik in kurzer, anschaulicher Form dar. Es kann hier heruntergeladen werden (hier nur Audio).
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Erinnerung an Robert Nozick
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, Ethik, Glück, Leute, Liberalismus, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Politische Philosophie, Rationalität on 2011/01/28
Am 23. Januar war der Todestag von Robert Nozick. Manwithoutqualities erinnert an Nozicks weitgespannte Interessen in der Philosophie und verlinkt einige Nachrufe auf ihn.
Nozick hat ja nicht nur “Anarchy, State, and Utopia” geschrieben, das ihn berühmt machte, das aber von seinen Bewunderern noch weniger verstanden wird als von seinen Kritikern, wie Alan Ryan 2002 im Independent feststellt. Zwar wird das Buch oft als philosophische Unterstützung für die neokonservative Politik seit den 1980ern betrachtet, doch ist die darin enthaltene Kritik des sozialen Konservativismus verheerend. Wichtiger (und kennzeichnender) waren für Nozick Bücher wie “Philosophical Explanations” (1981), “The Examined Life” (1989) und “The Nature of Rationality”.
Hilary Putnam, Thomas Scanlon und andere erinnern in einem Nachruf der Harvard Gazette an interessante akademische und biografische Details aus Nozicks Leben.
Nozick war in zweiter Ehe mit der amerikanischen Dichterin Gjertrud Schnackenberg verheiratet.
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Reinhard Brandt berichtet vom abgesagten Weltkongress für Philosophie
Posted by Björn in Akademisches, Leute, Philosophie allgemein, Religion on 2010/11/30
In der FAZ berichtet Reinhard Brandt von seiner Teilnahme am Philosophiekongress in Teheran, der zunächst von der UNESCO als Weltkongress für Philosophie angekündigt und dann schließlich nach Protesten von Exiliranern und Intellektuellen als solcher wieder abgesagt wurde.
Stasi-IM am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung
Posted by Björn in Akademisches, Geschichte, Politik, Verschiedenes on 2010/11/20
Ein langjähriger Mitarbeiter des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung in Dresden soll zu DDR-Zeiten als IM der Stasi Informationen beschafft haben. Dabei soll er auch, wie die NZZ berichtet, “einen Doktoranden der Philosophie wegen seines Abgleitens in subjektiven Idealismus denunziert” haben. Das Kuratorium des Instituts wird sich am Dienstag mit der Angelegenheit befassen. Vorwürfe gegen den Mitarbeiter und Verantwortliche werden von verschiedenen Seiten laut. Nach einem Bericht der WELT brachte ein “mit ehemaligen MfS-Kadern gut vernetzter” Altstalinist den Fall ins Rollen, als er aus Ärger über Äußerungen des Institutsmitarbeiters einen “Drohbrief” an das Institut geschrieben haben soll.