Tugendpsychologisches Projekt erhält Templeton-Grant

Nancy E. Snow von der Jesuiten-Universität Marquette in Milwaukee erhält einen Templeton-Grant in Höhe von 2,6 Millionen Dollar für ihr Projekt “The Self, Motivation, and Virtue”. Das Projekt beschäftigt sich mit der Entstehung von Tugenden. Dadurch soll es unter anderem dazu beitragen, gesellschaftliche Probleme wie Mobbing / Trolling adressieren zu können. Beteiligt an dem Projekt ist unter anderem die Psychologin Darcia Narvaez von der Notre Dame University. Nancy Snow hat 2010 ihr Buch “Virtue as Social Intelligence: An Empirically Grounded Theory” veröffentlicht, sowie eine Anthologie “The Philosophy and Psychology of Virtue: An Empirical Approach to Character and Happiness”.

Neue Ausgabe des Oxford Philosophy Magazine

Die Faculty of Philosophy der Universität Oxford hat die neueste Ausgabe ihres Oxford Philosophy Magazine veröffentlicht. Darin finden sich Artikel unter anderem von Ned Block und Roger Scruton sowie die Ankündigung von Martha Nussbaums John Lock Lectures 2014, die den Titel “Anger and Forgiveness” tragen.

Shit philosophers say

In bestimmten Gegenden der Philosophie verwendet man ja einen Gutteil der Energien darauf, rumzupöbeln. Man hält sich dort auf seine aggressiven Kommunikationsskills etwas zu gute – für Außenstehende ein recht lahmes Schauspiel.

Ein aktuelles Beispiel dieses akademischen Becker/Pocher-Niveaus bietet die recht oft verlinkte Rezension eines Buches von Colin McGinn durch Kerry McKenzie. McGinn ist selbst auch ein Freund des deutlichen Wortes.

Ich rätsel schon lange rum, in welcher Tradition dies steht – vielleicht in der der scholastischen Fehden mittelalterlicher Universitäten? Im Politischen ist Polemik ein unverzichtbares Kampfmittel. Aber in der Philosophie ist diese Form von Schlagfertigkeit und verbalem Aufmotzen überhaupt nicht hilfreich. Zumal im Rückblick viele Polemiker eher wie arme Würstchen dastehen.

Ein solcher offensiver Stil passt natürlich gut in unsere Zeit, und mit diesem Zug muss man nicht einverstanden sein. Viele Philosophen halten die folgende Aufforderung jedenfalls für intellektuell inkompetent:

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“Seid mal netter” – von Nicht-Philosophen im Internet geteilt.

Wunschdenken – Funktionieren MOOCs nicht?

Mark Guzdial, Professor an der Georgia Tech, schreibt in seinem Computing Education Blog:

Our data about MOOCs says that they’re not working. So, belief in MOOCs is “ineffable.” It’s about having warm feelings for technology and the hopes for its role in education.

Und in den Kommentaren erläutert er, dass es keine datenbasierten Belege für die Effektivität von MOOCs gäbe.

Auch ohne Doktorhut denkt es sich gut

Ein Doktortitel verschafft Respekt und öffnet Türen. Hin und wieder regen sich Zweifel, ob eine Promotion wirklich ein notwendiger oder ein hinreichender Ausweis für Qualifikation ist. So wurde im Rahmen der Plagiatsaffären der letzten Jahre gelegentlich argumentiert, diese Fälle seien ein Symptom der Überbewertung des Doktortitels. Dieser Kritik zufolge garantieren Doktortitel nicht die Qualität und Zuverlässigkeit intellektueller Beiträge des Inhabers, noch sei das Fehlen eines solchen akademischen Grades ein Indiz für mangelnde intellektuelle Kompetenz.

Da wäre es doch mal interessant, eine Übersicht von Promotionsabbrechern zu haben, die eine gewisse Publizität erlangen konnten. Mir fallen dazu folgende Personen ein:

Sergey Brin, Mitbegründer von Google (Quelle z.B. Wikipedia 15.7.2013)
Daniel Kehlmann, Schriftsteller (Quelle z.B. Bücherwiki 15.7.2013)
David Foster Wallace, Schriftsteller (Quelle z.B. Wikipedia 15.7.2013)

Zitationsnetzwerke in der Philosophie

Dies sieht sehr interessant aus – Kieran Healy hat 4 der bekannteren philosophischen Zeitschriften danach ausgewertet, wer wie oft zitiert wird, und das Ergebnis visualisiert. Hier ist die dynamische Ansicht, und hier der ausführliche Artikel dazu. [via].

Namen, die bei dieser Auswertung besonders ins Auge stechen: David Lewis, Fodor, Quine, Chalmers und Rawls.

Auswertungen dieser Art liefern ein paar interessante Informationen. Welche das sind, darüber muss man allerdings noch nachdenken. Natürlich sind die ausgewählten Zeitschriften schon eine Beschränkung, und da gäbe es sicher noch einiges an Daten zu ergänzen – aber Healys Untersuchung ist schon mal ein interessanter Anfang.