Karl Philipp Moritz – Aufklärer und früher Psychologe

Karl Philipp Moritz, Autor des “Anton Reiser“, war Schriftsteller und Spätaufklärer. Heinriche Heine hebt ihn in seiner “Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland” besonders hervor:

“Da ich von den philosophischen und religiösen Zuständen jener Zeit einen Begriff geben möchte, muß ich hier auch derjenigen Denker erwähnen, die mehr oder minder in Gemeinschaft mit Nicolai zu Berlin tätig waren und gleichsam ein Justemilieu zwischen Philosophie und Belletristik bildeten. Sie hatten kein bestimmtes System, sondern nur eine bestimmte Tendenz. Sie gleichen den englischen Moralisten in ihrem Stil, und in ihren letzten Gründen. … Ihre Tendenz ist ganz dieselbe, die wir bei den französischen Philanthropen finden. … In der Moral sind sie Menschen, edle, tugendhafte Menschen, streng gegen sich selbst, milde gegen andere. Was Talent betrifft, so mögen wohl Mendelssohn, Sulzer, Abbt, Moritz, Garve, Engel und Biester als die ausgezeichnetsten genannt werden. Moritz ist mir der liebste. Er leistete viel in der Erfahrungsseelenkunde.”

Moritz war der Herausgeber des “Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte” – eine der frühen psychologischen Zeitschriften.

Die Universitätsbibliothek Bielefeld hat die Zeitschrift digitalisiert und macht sie online zugänglich: “Gnothi sautón oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde

Xenophanes und Popper über Wahrheit und Vermutungswissen

Die sokratische Einsicht, dass wir uns unseres Wissens nie ganz sicher sein können, verband Karl Popper mit dem von Xenophanes bekannten Motiv, “suchend das Bessere zu finden”. Das Paideia-Blog hat einen guten Artikel dazu geschrieben.

Bachs Porträt in Leipzig

In seiner BBC-Doku über Johann Sebastian Bach (hier bereits erwähnt) erzählt John Eliot Gardiner, dass er in seiner Kindheit quasi unter den Augen Bachs groß geworden sei. Ein Porträt Bachs emigrierte nämlich mit seinem Besitzer während der Nazi-Diktatur nach England und kam so ins Haus Gardiner. Nach verschiedenen anderen Aufenthalten kommt das Bild nun ins Bach-Archiv in Leipzig, berichtet die FAZ. Die New York Times schreibt ausführlich von der kleinen Zeremonie, mit der Gardiner das Bild in Princeton, der Heimat seines bisherigen Besitzers, abholt. Auch der Guardian, die Japan Times und viele andere Publikationen weltweit berichten.

Pics and nothing happens

Ich war heute einem Jugendlichen behilflich, seinen Rechner wieder halbwegs gangbar zu machen. Einmal abgesehen davon, dass ich mir nach jahrelanger beruflicher Überdosis der kafkaesken Computerwartungstätigkeit (eines von Milliarden alltäglichen Beispielen hier), die wir heute als Zivilisationstechnik hinnehmen, nur ein minimales Residuum von Enthusiasmus für digitale “Verbesserungen” bewahrt habe, war die allererste wichtige Maßnahme an dem Teeniecomputer, erst einmal Plattenplatz frei zu machen. Denn die Platte war voll, bis an den Rand (die neuen Macbooks mit ihren 128GB Flashspeicher sind ja auch niedlich – da werden Krauses von nebenan bald eine Menge Spaß haben). Auf die Schnelle war es das Einfachste, die Unmengen an Grafikdateien – alles selbstgeschossene Fotos – auf einen externen Speicher zu verschieben, um überhaupt erst einmal wieder Luft zum Atmen zu bekommen. Und während der Speichervorgang so vor sich hin speicherte bestand reichlich Gelegenheit, darüber zu philosophieren, was man eigentlich mit den vielen tausend digitalen Fotos, die man so ansammelt, macht.

Nichts, weitestgehend. Wie diese Infografik veranschaulicht.

“Bryan Munich” verliert in der “Alienz Arena” und kann “nach Hause” gehen

Über die Entwicklung im Fußball und ganz allgemein im Spocht haben wir ja schon geschimpft, da war Facebook noch gar nicht geboren. Mittlerweile ist uns nach so viel Frust längst alles egal und wir nehmen den Quatsch (s. z.B. hier) gar nicht mehr ernst. Und siehe da, dadurch erhält er einen ganz neuen Unterhaltungswert. Wie zum Beispiel das.

Verschwindet (das Interesse für) die klassische Musik?

Auf den ersten, unreflektierten Blick mag es ja so aussehen, als ob wir uns mit Riesenschritten zurück zur Steinzeit bewegen. Und tatsächlich ist es auch so, dass es beispielsweise für einen fantastischen, mitreißenden, erotischen Kulturschatz wie die klassische Musik düster aussieht. Nicht nur Kent Nagano kann das Desinteresse nicht fassen. Tatsächlich sind die Besucher- und Verkaufszahlen niederschmetternd – beispielsweise in den USA.

Virtual Reality, Marketing und überhaupt

James Au ist bekannt als Blogger und Experte für Virtual Reality und Second Life. Mit den für die nächsten Monate angekündigten neuen Produkten für Virtual Reality ist auch wieder die Erwartung gestiegen, dass es mit den neuen Optionen zu einigen Veränderungen im Userverhalten kommen wird. James Au gibt in einem Artikel den Erwartungen aus Sicht der Marketingwirtschaft einen Dämpfer, der darüberhinaus aber auch – jedenfalls für Kenner – Rückschlüsse darauf zulässt, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren aussehen könnte.