Deutsche Philosophie des 18. Jahrhunderts vor Kant

In der Stanford Encyclopedia of Philosophy ist Brigitte Sassens Eintrag “18th Century German Philosophy Prior to Kant” gründlich überarbeitet worden. Der Artikel bietet einen guten ersten Überblick über dieses interessante Thema.

Die Aufklärungsphilosophie hat in Deutschland in Christian Thomasius einen wichtigen frühen Vertreter, wobei der Pietismus den Hintergrund der intellektuellen Auseinandersetzungen abgibt. Christian Wolff ist der nächste größere Meilenstein, und etwa gegen Mitte des 18. Jahrhunderts waren immer mehr Übersetzungen der englischen, schottischen und französischen Aufklärungsphilosphie in Deutschland verfügbar, so dass der Eintrag feststellt: “after 1750 and before 1781 was a period not of any one dominant school“.

Verursachen radikale pädagogische Reformen die schwedische Schulmisere?

Das schwedische Schulsystem ist in den PISA-Studien in den letzten Jahren dramatisch abgerutscht. Was ist der Grund? Privatschulen und freie Schulwahl werden oft als Verursacher genannt.

Tino Sanandaji hat in der konservativen National Review eine andere Meinung: “Sweden Has an Education Crisis, But It Wasn’t Caused by School Choice“. Die radikalen pädagogischen Reformen weg vom klassischen Unterricht hätten ungünstige Auswirkungen (siehe unteres Drittel des Artikels). Das “Rousseauian experiment in pedagogic method” habe zu einem Kollaps der Disziplin und der nicht-kognitiven Fähigkeiten der Schüler geführt, der auch von der PISA-Studie angesprochen wird. Auch die Lerndaten wie beispielsweise das Lerntempo zeigten einen massiven Rückgang.

Zwar gibt es in Schweden viele frei wählbare private Schulen, diese seien in der Pädagogik aber an die staatlichen Vorgaben gebunden. Daher gäbe es gerade keinen freien Markt in der Pädagogik, an dem man ablesen könne, welche Pädagogik bessere und welche schlechtere Ergebnisse zeitige.

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In Deutschland plädieren gerade zwei Philosophen für eine Reform des Schulwesens: Julian Nida-Rümelin und Richard David Precht haben je einen eigenen Vorschlag in Buchform vorgelegt, die Bildung in Deutschland zu reformieren.

Der ‘Neue Realismus’ ist jedenfalls keine Avantgarde

Martin Seel schreibt in der ZEIT über den ‘Neuen Realismus’, der von Maurizio Ferraris und Markus Gabriel vertreten wird: Die postmoderne Feier des Wirklichkeitsverlusts ist längst schon ermüdend geworden – den betagten DJ muss man nur noch vom Stuhl kippen.

Seel kann nichts Neues am ‘Neuen Realismus’ erkennen und sieht einen Mangel in der Berufung auf heterogene Vordenker. Versuche, “den Exzessen eines irre gewordenen Konstruktivismus und eines entfesselten Szientismus gleichermaßen” Paroli zu bieten würden schon länger unternommen und diskutiert, und deshalb sei diese neueste Denkrichtung eine Art nachholende Revolution. Von ihr erwartet sich Seel keine nennenswerten Erfolge. Einer wachsenden Popularität steht das natürlich nicht im Wege – Künstler, Theaterleute, Literaturwissenschaftler und Medienexperten haben immer Bedarf an einer geistigen Mode, die man sich zur Orientierung zu eigen machen kann.