Die schlimmsten Philosophen

Nun ist es amtlich. Der blinde Hund hatte auf eine Umfrage unter Experten hingewiesen, die wissen wollte, welcher Philosoph den schädlichsten Einfluss gehabt hat (wobei laut Ausschreibungstext “Scharlatane wie Derrida” erst gar keine Berücksichtigung fanden). Das amtliche Endergebnis lautet nun:

Die drei schlimmsten Philosophen
1. Heidegger
2. Hegel
3. Foucault

Ok, das war zu erwarten. Und es muss stimmen, denn es war eine Abstimmung im Internet. Da lässt sich nicht dran rütteln.

Auf Platz 4 und 5 tauchen dann schon Wittgenstein und Adorno auf, die beiden gut gelaunten Unterhaltungskünstler. So kommt man eben nicht auf die vorderen Plätze.

Galbraith rezensiert Piketty: Fragliche Politikempfehlungen

James K. Galbraith rezensiert in Dissent Thomas Pikettys “Capital in the Twenty-First Century” mit eher kritischem Tenor.

Die Bedeutung einer sorgfältigen Untersuchung der Fakten schätze Piketty zwar korrekt ein, und das Buch enthalte reichlich gute Informationen zur Verteilung finanzieller Ressourcen, doch seien seine Politikempfehlungen nicht plausibel. In theoretischer Hinsicht könne es die an der bisherigen Rezeption abzulesenden Erwartungen nicht erfüllen.

Krugman und Bertram über Piketty: Die neue Belle Epoque

Paul Krugman hat in der “New York Review of Books” eine Rezension zu Thomas Pikettys “Capital in the 21st century” veröffentlicht (wie bereits im März angekündigt).

Piketty untersucht ausgiebig das Anwachsen der sozialen Ungleicheit in den letzten Jahrzehnten, und kommt zu dem Schluss, dass Vermögen – und Einfluss – zunehmend wieder vererbt werden. Auffällig sei insbesondere auch das Abschmelzen der Mittelschicht. Eine Ursache ist die sinkende Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. Krugman hält Pikettys Buch für wichtig – es habe den Diskurs über Vermögen und Ungleichheit verändert.

(Update: Hier wird die Krugman-Rezension ganz anders verstanden, und Pikettys Vererbungsthese kritisch gesehen.)

In einem Posting bei Crooked Timber meint Chris Bertram, dass Pikettys Buch ein ganz neues Licht auf John Rawls’ “Theorie der Gerechtigkeit” werfe. Rawls Konzeption einer gerechten Gesellschaft sieht er als eine wieder aktuelle Philosophie, die dazu beitragen kann, dass “citizenship and democracy are not sucked of their meaning by the super-rich“.

Tugendpsychologisches Projekt erhält Templeton-Grant

Nancy E. Snow von der Jesuiten-Universität Marquette in Milwaukee erhält einen Templeton-Grant in Höhe von 2,6 Millionen Dollar für ihr Projekt “The Self, Motivation, and Virtue”. Das Projekt beschäftigt sich mit der Entstehung von Tugenden. Dadurch soll es unter anderem dazu beitragen, gesellschaftliche Probleme wie Mobbing / Trolling adressieren zu können. Beteiligt an dem Projekt ist unter anderem die Psychologin Darcia Narvaez von der Notre Dame University. Nancy Snow hat 2010 ihr Buch “Virtue as Social Intelligence: An Empirically Grounded Theory” veröffentlicht, sowie eine Anthologie “The Philosophy and Psychology of Virtue: An Empirical Approach to Character and Happiness”.

Oliver Sacks über das mentale Leben von Würmern

Charles Darwin hat aufgrund seiner Untersuchung des Verhaltens von Würmern bei ihnen “the presence of a mind of some kind” vermutet. Auch andere Wissenschaftler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren fasziniert vom Verhalten und dem Nervensystem verschiedener Arten. Der junge Sigmund Freud dokumentierte die Ähnlichkeit der Nervenzellen von niederen und höheren Arten. Die Fähigkeiten von Pflanzen und Insekten sind erstaunlicher, als gemeinhin angenommen.

In einem sehr gut lesbaren Artikel berichtet Oliver Sacks in der New York Review of Books über diese interessanten Forschungen: “The Mental Life of Plants and Worms, Among Others“.