La surveillance précèdes l’essence

Das FBI hat sich ab 1945 für Camus und Sartre als potenzielle Bedrohung interessiert – berichtet Andy Martin im Prospect Magazine. Leider mäandert Martin von Information zu Reflexion und Spekulation, so dass wenig von der interessanten Geschichte bleibt.

Martin hat im letzten Jahr ein Buch über Sartre und Camus geschrieben, wie ich hier berichtete, in dem er unter anderem die philosophischen Ideen der beiden Protagonisten auf sexuelle Hintergrundmotive zurückführte. Zu dieser großzügigen Art der Darstellung passt denn auch der Artikel im Prospect Magazine, was auch einige Kommentatoren so sehen – einer spekuliert, dass Andy Martin ein Alias von Woody Allen sei.

Shit philosophers say

In bestimmten Gegenden der Philosophie verwendet man ja einen Gutteil der Energien darauf, rumzupöbeln. Man hält sich dort auf seine aggressiven Kommunikationsskills etwas zu gute – für Außenstehende ein recht lahmes Schauspiel.

Ein aktuelles Beispiel dieses akademischen Becker/Pocher-Niveaus bietet die recht oft verlinkte Rezension eines Buches von Colin McGinn durch Kerry McKenzie. McGinn ist selbst auch ein Freund des deutlichen Wortes.

Ich rätsel schon lange rum, in welcher Tradition dies steht – vielleicht in der der scholastischen Fehden mittelalterlicher Universitäten? Im Politischen ist Polemik ein unverzichtbares Kampfmittel. Aber in der Philosophie ist diese Form von Schlagfertigkeit und verbalem Aufmotzen überhaupt nicht hilfreich. Zumal im Rückblick viele Polemiker eher wie arme Würstchen dastehen.

Ein solcher offensiver Stil passt natürlich gut in unsere Zeit, und mit diesem Zug muss man nicht einverstanden sein. Viele Philosophen halten die folgende Aufforderung jedenfalls für intellektuell inkompetent:

1
“Seid mal netter” – von Nicht-Philosophen im Internet geteilt.