Neurophilosophie und die Sucht nach Gruselmärchen

Stephan Schleim schreibt auf seinem Blog über die kritische Rezension, die Chris Frith in “Nature” über Patricia Churchlands neuestes Buch “Touching a Nerve” veröffentlicht hat. Frith ist genervt von den Strohmannpositionen (Dualismus / immaterielle Seele), die herangezogen werden, um neurodeterministische Gruselstories von genetisch determinierter Moral und Nichtexistenz von Willensfreiheit zu erzählen.
Der Neurohype wird angesichts der Megaforschungsprojekte der EU und der USA, von denen Schleim zu Beginn seines Artikels auch berichtet, in den nächsten Jahren sicherlich noch einen Gang zu legen.

Robert Bellah ist gestorben

Robert Bellah ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war einer der bekanntesten amerikanischen Soziologen der letzten Jahrzehnte. Ich habe zum ersten Mal in meiner Studienzeit von ihm gehört, als es Kontroversen um den Kommunitarismus gab – das Buch “Habits of the Heart”, dessen Co-Autor Bellah ist, wurde als eine der aktuellen soziologischen Analysen besonders oft erwähnt. Einen ersten Nachruf zu Bellah gibt es bei Crooked Timber.