Analytische Philosophie ist …

Arroganz und Beleidigungen ersetzen oft das Argument. Davon ist auch der Streit zwischen philosophischen Schulen nicht frei. Das New APPS-Blog hat das “Scumbag Analytic Philosopher“-Meme gefunden, bei dem die Mistkübel über die jüngste Form von Scholastik (ich kann das auch) ausgekippt werden. Unfair, unsachlich und grob verzerrend. Natürlich hilft das in der Sache überhaupt nichts. Aber wo wir schon einmal dabei sind, hier zwei recht gelungene, nicht ganz unbegründete Beispiele:

1

1

Philosophie der Neuen Medien

“Nichts ist eindeutig, wenn man sich der unbeständigsten Leitung anvertraut – der öffentlichen Meinung.” (Seneca, Ad. Luc., 95.58)

Gut, das ist natürlich Quatsch, weil es ist ja von Seneca, und von ca. 64 u.Z. So simpel sind wir nicht mehr gestrickt, denn wir haben Unternehmensberater, Logik und das Internet.

Die Zukunft ist da, und man sagt ja nichts Neues, wenn man sagt, dass sie so aussieht:

Umfrage: Das schlechteste Philosophiebuch aller Zeiten

Der blinde Hund hat aus wissenschaftlicher Neugierde eine Umfrage gestartet: was ist das schlechteste Philosophiebuch aller Zeiten? Das ist eine Frage, die Philosophen, Wissenschaftler und Publikum zu allen Zeiten mit großer Leidenschaft diskutiert haben. Da wir mit dem Internet nun endlich über ein Instrument verfügen, dem wir die Wahrheit entnehmen können, ist es naheliegend, auch diese Frage letztgültig zu beantworten.

Bis zum 26.4. werden noch Vorschläge gesammelt (Direktlink zur Umfrage). Danach kann bis zum 10.5. im Condorcet-Verfahren abgestimmt werden. Zu gewinnen gibt es kostenlose Luft zum Atmen (von diesem neuen Modetrend hat man ja erst kürzlich durch Bill Maher in seiner kurzen Einführung in die politische Philosphie erfahren) sowie Erkenntnisgewinn, mit dem man Finanzmanager, Kraftwerksplaner oder Taxifahrer werden kann.

Philosophisches Radio mit Norbert Hoerster über die Gottesfrage

Norbert Hoerster war beim WDR zu Gast. Das Thema ist die Gottesfrage, und die Sendung kann hier angehört werden.

Hoerster ist einer der ausgewiesenen deutschen philosophischen Fachleute auf diesem Gebiet, mit mehreren Veröffentlichungen in diesem Bereich, die sich durch eine klare Argumentation auszeichnen.

Eine Annäherung an Platon

Die platonischen Dialoge (jedenfalls die frühen und mittleren) sind ein Fundament der kulturellen Ausbildung. Leider stellen sie für Laien und Anfänger zunächst eine gewisse Hürde dar; – wenn auch keine, die bspw. die ordentliche Wartung des persönlichen Computerequipments mit Sicherheitstechnik, oder andere hirnrissige Betätigungen des modernen Alltagslebens, prinzipiell übersteigt.

Über den englischen Wikipedia-Eintrag zu Platons Dialog “Gorgias” habe ich den Link zu einem PDF-Buch über Platons frühe und mittlere Dialoge gefunden: Approaching Plato: A Guide to the Early and Middle Dialogues. Das Buch enthält (in Englisch) eine Einführung, einen Essay “Happiness and Eudaimonia” und dann zu jedem der 15 behandelten Dialoge eine kurze Übersicht, eine detailierte Übersicht und einen interpretierenden Essay.

Natürlich ersetzt dies nicht die Lektüre der platonischen Dialoge. Es könnte dem interessierten Leser aber eine kleine Unterstützung sein.

Marketingverband lobt Philosophen

Auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung begrüßte der mitteldeutsche Verband für Werbung und Marketing die Irrelevanz der Philosophie. Philosophen seien heute mit großer Professionalität bemüht, Alltagserwartungen an die Philosophie zu ignorieren, um Missverständnissen keinen Vorschub zu leisten. Vorrangig sei es, scholastische Fragen im Detail zu erörtern und im raschen Wechsel innovative Theorien hervorzubringen, ohne sich bei Themen des letzten Jahrzehnts aufzuhalten. Man habe erkannt, dass es nicht angehe, Konzepte oder gar Ideale für den Endverbrauchersektor zu formulieren, für die schließlich Marketing, Politik und Religion zuständig seien. Hierin bestehe erfreulicherweise Einigkeit mit den Vertretern aller maßgeblichen philosophischen Schulen. Um die Wertschätzung der professionellen Philosophie seitens des Verbandes zu unterstreichen, stiftete dieser 4 befristete halbe Forschungsstellen für Logik, Hermeneutik, Quantenontologie und Textualität von Geschlechterkonstruktionen.