Bertrand Russell für die gute Sache (Macht sowas ein richtiger Philosoph?)

Über Bertrand Russell liest man immer mal wieder, dass seine philosophisch bedeutenden Leistungen aus seiner ersten Lebenshälfte stammen. Gelegentlich wird dann noch freundlich ergänzt, dass er in der zweiten vor allem durch sein öffentliches Engagement gegen Krieg und für soziale Gerechtigkeit in Erscheinung getreten ist – sowas kann einem schon mal passieren, wenn man alt und schrullig wird.

Russell hielt allerdings zeitlebens nichts von der Auffassung, dass Philosophie eine staubtrockene Scholastik von größtmöglicher Irrelevanz sei und ein Einsetzen für eine gute Sache eher ein Ausweis von mangelnder intellektueller Stringenz (siehe zum Beispiel das Abschlusskapitel von “Problems of Philosophy” (1912)). Insofern ist er natürlich vollkommen veraltet, wie auch dieser pathetische Ausschnitt aus einem Bollywood-Streifen aus dem Jahr 1967, in dem der 95-jährige Russell von einem indischen Studenten besucht wird. Es gibt einige Filmaufnahmen aus diesen Jahren von Russell in seinem Heim, aber dies ist wohl die einzige in guter Farbqualität.

[via Open Culture]