Akademische Philosophie in Deutschland

Bei Brian Leiter gibt es eine Diskussion über die Situation und Zukunft der akademischen Philosophie in Deutschland. Ausgangspunkt ist ein Beitrag von Detlef von Daniels, der die Einrichtung eines “Exzellenzclusters” in Frankfurt unter den “Auspizien” von Rainer Forst und Klaus Günther kritisch in einem größeren Zusammenhang diskutiert.

Verschiedene Thesen stehen im Verlauf der Diskussion im Raum. Im Mittelpunkt dürften die Fragen stehen, ob die akademische Philosophie in Deutschland noch internationalen Rang hat, und ob man die negativen Effekte der schlechten Finanzierung der Universitäten durch Konzentration auf Exzellenzinitiativen in irgendeiner Hinsicht wettmachen kann.

Für den Außenstehenden, aber nicht ganz Uninformierten ist die Diskussion auch deshalb interessant (oder uninteressant), weil sie auch – wie immer bei solchen Themen – einen Einblick in die Sozialpsychologie der akademischen Elite gewährt.

Henry E. Allisons Kommentar zu Kants “Grundlegung”

In der “Notre Dame Philosophical Review” rezensiert Dieter Schönecker den Kommentar des amerikanischen Kantexperten Henry E. Allison zu Kants “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten”: “Kant’s Groundwork for the Metaphysics of Morals: A Commentary” (Oxford University Press).

Schönecker hat selbst, zusammen mit Allen Wood, einen “einführenden Kommentar” in deutscher Sprache zu Kants “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” verfasst, der innerhalb weniger Jahre bereits in der vierten Auflage erscheint, sowie die jüngste Ausgabe der “Grundlegung” im Meiner-Verlag besorgt.
Henry E. Allison hat 2005 den Kant-Preis erhalten.

Zu dessen neuem Kommentar meint Schönecker nun, dass Vieles, was Allison zu Kants “Grundlegung” sage, zweifelhaft sei, während es gleichzeitig der beste Kommentar sei, der jemals dazu geschrieben wurde. Er geht detailliert auf einige Details ein und schließt: “Allison’s commentary is a masterpiece.

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Lütkehaus über Geiers Buch “Aufklärung”

Ludger Lütkehaus, unter anderem bekannt durch sein Buch “Nichts” und als Herausgeber der Schopenhauer-Ausgabe im Haffmanns-Verlag, rezensiert in der Neuen Zürcher Zeitung Manfred Geiers Buch “Aufklärung. Das europäische Projekt“.
Vor einigen Jahren schon hatte Geier “Kants Welt” geschrieben, das ich gut, aber ambivalent finde. Von der Kritik hochgelobt, enthält es zu den wichtigsten Aspekten des Kantschen Denkens hervorragende Beschreibungen, die manchmal ein wenig ins Mäandern geraten.

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Die Ordnung der Nervenbahnen im Gehirn

Wer schon einmal Bilder aus Rechenzentren und Serverräumen gesehen hat, weiß, dass eine geordnete, strukturierte Verkabelung ein Problem der Kreativität und der Effizienz ist. Man erlebt das täglich mit dem halben Dutzend Kabeln unterm Schreibtisch. Was aber, wenn es ein paar hundert Kabel sind, wie in einem halbwegs ausgestatteten kleineren Serverschrank? Und was, wenn es um ein paar Milliarden Leitungen geht – wie im menschlichen Gehirn? Die müssen erst einmal “gepackt”, verstaut werden – und dabei auch noch flexibel bleiben, denn das Gehirn unterliegt im Laufe eines Lebens dem Wandel.

Offenbar sind die Nervenbahnen im Gehirn nicht angeordnet wie in einer Schüssel Spagetti – also ohne besonderes Ordnungsprinzip, sondern folgen einem simplen Muster, wie bei der Erstellung eines Textilgewebes: die Bahnen verlaufen im Wesentlichen schön geordnet zwischen links und rechts oder rechtwinklig dazu. Und dann gibt es natürlich noch die Orientierung nach oben und unten. Aber bitte immer schön einfach und geordnet – nicht wie in einem heillos verknoteten Kabelsalat. Diese geometrische Struktur der Nervenbahnen beschreiben Van Wedeen und Kollegen in Science (hier die Pressemitteilung).

Das folgende Video visualisiert ein solches Muster der Nervenbahnen im menschlichen Gehirn, und im darauffolgenden Video erläutert Van Wedeen, der mit seinem Team dieses Muster visualisiert hat, diese neuronale Gewebestruktur.

Visualisierung der “Hirnverkabelung” (ohne Ton)

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Van Wedeen erläutert die 3d-Struktur der Nervenbahnen im Gehirn: