Sloterdijk for President

Der Musiker Heinz-Rudolf Kunze kann sich Peter Sloterdijk als Bundespräsidenten vorstellen. Dies würde dem Vorbild der klassischen griechischen Demokratie entsprechen und Sloterdijk außerdem zwingen, sich einfacher auszudrücken. Aber auch dem griechischen Philosophen Otto “Rehakles” Rehagel würde Kunze das Amt des Bundespräsidenten zutrauen.

Ihre Ablehnung meiner Bewerbung muss ich leider zurückweisen

In den USA läuft gerade die jährliche Runde der Vergabe neuer Stellen in den Philosophie-Departments. Das Blog “Philosophy Smoker” hat deshalb dieses wunderbare Antwortschreiben eines Bewerbers auf die Mitteilung, dass seine Bewerbung nicht angenommen wurde, veröffentlicht.
Der Text macht immer wieder mal die Runde im Internet. Eine frühe Variante aus dem Jahr 1996 findet sich hier. Und dieses Posting nennt einen Aufsatz von Neil Postmann von 1988, der das Antwortschreiben erwähnt.

Wahlkampfniveau

Neueste Attacken im amerikanischen Wahlkampf: Obama ist ein Platoniker (sprich: “wie die Europäer”) und Mitt Romney spricht Französisch! Die philosophische Aufklärung über Obama stammt übrigens von einem ehemaligen Berater für die Privatisierung der Britischen Eisenbahn.

Die Frankophobie-Karte wurde in diesem Wahlkampf allerdings offenbar zuerst von den Demokraten gezogen (nachdem in früheren Jahren die Republikaner dieses Argument darlegten), und jetzt ist Newt Gingrich auf diesen Zug aufgesprungen.

Wenn das Beherrschen einer Fremdsprache zum Vorwurf wird, liegt es nahe, das Schulsystem gründlich zu entrümpeln.

Konferenz der Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie

Die neugegründete Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie (Gründungsmitglieder u.a. Andreas Bartels, Carsten Held, Holger Lyre, Meinard Kuhlmann, Gregor Schiemann) wird vom 11. bis 13. März 2012 ihre erste internationale Konferenz, die zugleich Kick-Off-Meeting ist, in Hannover veranstalten.

Thema der Konferenz ist “How Much Philosophy in the Philosophy of Science?” Es geht um die Frage, wie weit sich die Wissenschaftstheorie den methodologischen Standards der Einzelwissenschaften angenähert und dabei möglicherweise von der philosophischen Tradition entfernt hat, und wie dies zu bewerten ist. Gibt es zwischen Philosophie der Physik, Philosophie der Biologie, Philosophie der Sozialwissenschaften etc. etwas Verbindendes? Und zeigen die jüngsten Debatten um Begriffe wie Kausaliät, Mechanismen und Komplexität, dass es einheitliche Hintergrundorientierungen in diesen zunächst disparaten Bereichen gibt?

Keynote-Speaker der Konferenz sind Peter Godfrey-Smith, Stephan Hartmann, James Ladyman, Sandra Mitchell, Chrysostomos Mantzavinos, Margaret Morrison und Wolfgang Spohn.

Wilhelm Vossenkuhl über Derek Parfits “On What Matters”: “Ein Werk der Superlative”

Wilhelm Vossenkuhl rezensiert in der NZZ Derek Parfits voluminöses neues Buch “On What Matters“. (Weitere Hinweise zu dem Buch hier.)

Vossenkuhl gibt einen guten Überblick von Parfits Argumentation. Mit seiner Einheitstheorie der Moral, die das “richtig zusammengefügte und von Fehlern bereinigte Alte” der Konzeptionen von Kant, Scanlon und Sidgwick enthalte, tritt er gegen “internalistische” Moraltheorien an, die sich auf Hume berufen und “auf die Kraft von Motiven, Wünschen und Willensakten” setzen. Seiner wertbasierten Theorie fällt auch die mikroökonomische Theorie des Begehrens zum Opfer.

Da man mit Parfits Theorie Schritt für Schritt zu konkreten Zielen moralischen Handelns – wie dem Verzicht von Reichen auf einige Luxusgüter oder die Bewahrung des Planeten – kommt, “ist «On What Matters» trotz den erwähnten Defiziten ein Werk der Superlative, das die geduldige Lektüre lohnt“.

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