Kostenlose Sonderausgabe der Philosophical Investigations online

Die Zeitschrift “Philosophical Investigations” hat eine Sonderausgabe zusammengestellt, die kostenlos online im PDF-Format aubrufbar ist. Einige der besten Artikel, Kritiken und Rezensionen seit 1980 habe man dafür zur Verfügung gestellt. Hier ist die Liste ( die Links zu den Dokumenten finden sich bei The Philosopher’s Eye:

Articles
Self and Self-Consciousness: Aristotelian Ontology and Cartesian Duality
Andrea Christofidou

Wittgenstein on Meaning and Use
James Conant

Philosophy, Death and Immortality
John Haldane

Peter Winch and Political Authority
John Horton

Quine’s ‘Two Dogmas of Empiricism’: or The Power of Bad Logic
Geoffrey Hunter

Kripke on Heat and Sensations of Heat
Norman Malcolm

Socrates in the Platonic Dialogues
Catherine Osborne

The Fundamental Problems of Philosophy
Rush Rhees, Timothy Tessin

Morality and Religion: Some Questions about First Principles
John Rist

Upon Nothing
Roger Scruton

Critical Notices
Alasdair Maclntyre: After Virtue
Simon Blackburn

Iris Murdoch: Metaphysics as a Guide to Morals
Mary Midgley

Reviews
Ilham Dilman: Existentialist Critiques of Cartesianism
John Cottingham

R. G. Frey: Rights, Killing, and Suffering: Moral Vegetarianism and Applied Ethics
Cora Diamond

Hilary Putnam: Words and life and Pragmatism
H. O. Mounce

David Stove: The Plato Cult
H. O. Mounce

Kai Nielsen and D. Z. Phillips: Wittgensteinian Fideism?
Van A. Harvey

Tyler Cowen rezensiert Parfits “On what matters”

Interessante Rezension bei Marginal Revolution zu Derek Parfits “On what matters“:

Tyler Cowen ist nicht überzeugt von Parfits – einem seiner “favorite philosophers” – Hauptargumenten. Der zentrale Teil des Buches schreie nach Formalisierung “or at the very least citations to formalized game theory“. Und nicht nur das:

Parfit is operating in the territory of solution concepts and game-theoretic equilibrium refinements, but with nary a nod in their direction. By the end of his lengthy and indeed exhausting discussions, I do not feel I am up to where game theory was in 1990.

I read the standard game-theoretic results as implying that ethics is a far more indeterminate enterprise than Parfit might like to see. Any particular specification of rule consequentialism tends to require increasingly baroque refinements to cover all the different possible kinds of situations.

Parfits Diskussion des Konsequenzialismus verfehle “the questions defined by where the frontier — choice theory and not just philosophic ethics — has been for some time“. Bis diese Fragen nicht geklärt seien, sei eine Integration mit dem Kontraktualismus nicht möglich.

Außerdem wundert sich Cowen – wie ich auch – über die Danksagungsliste im Vorwort. Und er verweist neben der hier im Blog schon verlinkten positiven Rezension von Peter Singer auf eine weitere, eher kritische von Constantine Sandis.

Nachtrag: Jussi Suikkanen, der zusammen mit John Cottingham das Buch “Essays on Derek Parfit’s On What Matters” (Blackwell, 2009) herausgegeben hat, schreibt eine Kurzrezension, in der er einige Probleme von Parfits Buch anspricht, die sich seiner Methode verdanken: “What strikes me most now is the philosophical method which Parfit employs again and again throughout the book. It is the oldest tool in the philosophers’ kit. Parfit proceeds by attacking familiar versions of general ethical principles with innovative counterexamples. He then makes these principles more and more sophisticated until they survive the thought-experiments.

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Google Bookstore im Android Market – nicht in Deutschland

Die neue Version des Android Market wurde von Google so überarbeitet, dass Bücher aus dem Google Bookstore leichter zu finden sind. Die 3 Millionen Titel, die bislang im Bookstore verfügbar sein sollen, sind allerdings nicht in Deutschland erhältlich. Der Link zur Books-Webseite im Android Market führt hierzulande lediglich zu dem Hinweis: “Leider ist das gewünschte Dokument nicht in Ihrem Land verfügbar.“. Informationen dazu, wann “Books” im Android Market auch aus Deutschland abrufbar sein werden, sind nicht zu finden.

Auch die Android-App “Google eBooks for Android” ist in Deutschland nicht im Android Market beziehbar: “Google eBooks for Android is currently not available in your country“.

Der seit Dezember 2010 bestehende Google eBookstore ist dagegen auch aus Deutschland aufrufbar, allerdings beschränkt auf Bücher in der Public-Domain: “The latest Google eBooks are not available for sale in your location, yet…

Simon Blackburn über Parfits “On what matters”

Simon Blackburn hat eine Rezension zu Derek Parfits neuem Buch “On what matters“, die ursprünglich von der Financial Times beauftragt, dann aber nicht abgedruckt wurde, auf seiner eigenen Webseite veröffentlicht.

Blackburn nimmt eine kritische Haltung zu Parfits Position ein. Anders als Peter Singer, sieht er nicht, was Parfit zu einer realistischen Aufklärung über Moral beiträgt.
Er zitiert einen Satz vom Anfang des Buches: “‘It would be a tragedy’ he tells us on page 2, ‘if there is no single true morality’” und antwortet darauf: “Well, outside the charmed walls of All Souls College, there actually are tragedies.” Innerhalb der Mauern handele es sich vielleicht aber eher um die Komödie von “Don Quixote tilting at windmills“.


Weitere Informationen (und Links) zu Parfits neuem Buch habe ich in diesem Blog hier und hier gepostet.

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Axel Honneths neues Buch “Das Recht der Freiheit”

Im Juni ist das neue Buch von Axel Honneth erschienen: “Das Recht der Freiheit“. Der Titel lässt vermuten, dass sich Honneths Position von der Formel “Recht auf Freiheit” abheben soll. Mit dem Buch schließt Honneth an seine Untersuchungen über Anerkennung als zentrale Kategorie der praktischen und der Sozialphilosophie an.

Bei Political Theory hat es auch schon einen Hinweis auf das Buch gegeben. Von dort habe ich den Link zur Einleitung (PDF). In ihr erläutert Honneth sein Anliegen und sein Vorgehen. Er schließt an Hegels Rechtsphilosophie, ohne auf einen idealistischen Monismus oder die Theorie des objektiven Geistes zurückzugreifen.

Im Deutschlandfunk hat Christoph Fleischmann (Transkript und Audio) mit Axel Honneth über seine Konzeption gesprochen, die Gesellschaftsanalyse und politische Philosophie verbinden will, um zu “zeigen, wie die europäische Moderne Institutionen hervorgebracht hat, die bestimmte Werte verkörpern, die uns noch heute in die Pflicht nehmen. Werte fallen bei Honneth also nicht vom Himmel der Ideen, sondern werden in der Geschichte wirksam.

Ebenfalls im Deutschlandfunk hat Svenja Flaßpöhler Honneths Buch besprochen (auch Audio abrufbar).

Siehe auch diesen Beitrag und diesen Hinweis auf ein Fernsehinterview.

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Christoph Rapp über Dorothea Frede

Aus Anlass ihres 70. Geburtstages hat Christoph Rapp bei der SZ einen Artikel über Dorothea Frede veröffentlicht. Frede ist bekannt für ihre Untersuchungen zu Platon, Aristoteles und zur antiken und hellenistischen Philosophie. Unter anderem hebt Rapp ihre bahnbrechenden Untersuchungen zur antiken Philosophie der Emotionen hervor.

Videos mit David Chalmers

David Chalmers verweist auf einige Videos im Internet, in denen er auftritt.

Dieses Video hat irgendwie etwas mit “sechstem Sinn” und Para-Zeug zu tun, was man laut Chalmers einfach ignorieren soll. Man sieht Chalmers als Bluesmusiker und wie er ein paar ganz allgemeinen Dinge über die Philosophie des Bewusstseins sagt. (Video startet automatisch mit der Chalmers-Sequenz.)

Das Blues-Video ist in voller Länge hier zu sehen. Joseph LeDoux und Ned Block sitzen laut Videobeschreibung im Publikum.

Hier ist Chalmers TEDx Sydney Talk.

Google+ bei Philosophen

(Nur) allmählich ziehen Philosophen auch bei Google+ ein. Auf Twitter hatte sich schon ein recht lebhafter Stream entwickelt. Doch ich habe bisher nur wenige Philosophen auf Google+ entdeckt, was durchaus auch fürs Fach spricht: “Lass dir Zeit!”, Hype ist kein Kriterium für Relevanz.
Auf dem Philosophie-Blog Crooked Timber wurde auch schon über Google+ diskutiert.

Axel Honneth rezensiert “Kritik der politischen Philosophie” von Raymond Geuss

In der Frankfurter Rundschau rezensiert Axel Honneth das neue Buch von Raymond Geuss – “Kritik der politischen Philosophie“. Honneths Einschätzung ist kritisch: Geuss’ Abhandlung sei stellenweise dekretiv und begründungsarm. Dessen Realismus, der sich gegen den Primat der Ethik wendet, sei unbekümmert, und Geuss verliere sich letztlich in abstrakten Allgemeinheiten.

Auch Adam Kirsch hatte – wie hier berichtet – den methodischen Ansatz von Raymond Geuss in seiner Rezension von “Philosophy and Real Politics” ganz ähnlich kritisiert.

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