Richard David Precht auf WDR 5

Am 7.7.2011 wird Richard David Precht von 20:05 bis 21:00 Uhr auf WDR 5 zu hören sein. Ausgestrahlt wird sein Vortrag vom Kölner Literaturfestival lit.cologne. Es geht um das Thema seines Buches “Die, Kunst, kein Egoist zu sein”. Der Vortrag hat den Titel “Bonobos und die Kunst, Gutes zu tun”.
Prechts Buch gibt für philosophisch Interessierte einen sehr guten Überblick über aktuelle Diskussionen in der Philosophie und den dazugehörigen naturwissenschaftlichen Entwicklungen.

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Rezension zu Robert Kanes “Ethics and the Quest for Wisdom”

Alexa Forrester rezensiert in den “Notre Dame Philosophical Reviews” Robert Kanes neues Buch “Ethics and the Quest for Wisdom”. Kane stellt eine neuartige vollständige ethische Theorie vor, die er “Moral Sphere Theory” nennt und unter anderem mit dem Kantianismus, Konsequenzialismus und Kontraktualismus kontrastiert.

Robert Kane ist einer der bekanntesten Philosophen der Willensfreiheit.

Die enorme Popularität Michael Sandels in Asien

China Newsweek hat Michael Sandel als “die einflussreichste ausländische Person” des Jahres in China bezeichnet, wie die Harvard Gazette oder auch die New York Times berichten.

Sandels Popularität verdankt sich offenbar seinem regelmäßig abgehaltenen Harvard-Kurs “Justice”, den mittlerweile über 15.000 Studenten absolviert haben sollen und der laut Wikipedia mit 1115 Zuhörerinnen im Jahr 2007 der größte jemals durchgeführte Kurs in Harvard gewesen sein soll. Sandels erfolgreicher Kurs wurde auf Video aufgezeichnet, im öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt und wird als Videoserie von der Universität Harvard auf einer eigenen Webseite präsentiert (alternativ die zugehörige Playlist des Harvard-YouTube-Kanals).

Sandel hat ein Buch zu dieser Veranstaltung veröffentlicht – “Justice: What’s the Right Thing to Do?“, das allein in Ostasien über eine Million mal verkauft wurde. In Japan ist Sandel nämlich eine Art Rockstar, nachdem das japanische Fernsehen NHK die Aufzeichnungen von Sandels Kurs übersetzt und ausgestrahlt hat. Das Buch dazu kletterte auf Platz 1 der ausländischen Veröffentlichungen bei Amazon Japan. Die japanischen Sendungen wurden wiederum chinesisch untertitelt und auf chinesischen Webseiten veröffentlicht, wo sie Millionen von Aufrufen haben sollen. Michael Sandel hat danach eine erfolgreiche Lesetour durch Japan unternommen sowie Vorlesungen in China gehalten.

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A propos Humanisten: Humanist Stephen Fry erhält Humanismus-Preis

Stephen Fry hat den Lifetime Achievement Award der Havard Humanists erhalten.

Seine Rede zur Preisverleihung kann man auf YouTube sehen (Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8).

Dieser Ausschnitt aus der Fragerunde der anwesenden humanistischen Studierenden hat in den letzten Monaten eine gewisse Bekanntheit in den Intertubes erlangt:

Robert Nozick und das Ende des Libertarianismus

Bei Slate gibt es einen interessanten, aber sehr journalistischen Artikel über Robert Nozick, d.h. die Argumente sind nicht immer deutlich. Beschrieben wird die Entwicklung der libertarians, die Tatsache, dass Nozick in den späten 80ern seine frühere libertäre Position als unangemessen bezeichnet hat und die traurige, wenn nicht abstoßende heutige Realität einer konservativen Sozialideologie.

P.S.: Hier gibt es ein Interview mit Robert Nozick aus dem Jahr 2001

Frauen in der Philosophie

Richard Zach berichtet im LogBlog über Frauen in der Philosophie, die heute wenig bekannt sind.
Er verweist auf den neuen Eintrag für Emily Elizabeth Constance Jones in der Stanford Encyclopedia of Philosophy. E.E.C. Jones war eine Kollegin von Russell und Moore in Cambridge, die zu Logik und Ethik geforscht hat. In diesem Eintrag werden weitere Frauen in der fühen analytischen Philosophie erwähnt: Christine Ladd-Franklin, Victoria Welby, Dorothy Wrinch, Susanne Langer und Susan Stebbing.

Hinzufügen muss man noch Rose Rand, 1903 in Lemberg geboren, die in ihrem Leben zahlreiche Hindernisse überwinden musste.

Nachtrag: Pete Mandik zitiert Bertrand Russells bekannte Textstelle über den Solipsismus, in der er Christine Ladd-Franklin als eminente Logikerin erwähnt. Allerdings kann er den von ihr befürworteten Solipsismus nicht nachvollziehen:
As against solipsism it is to be said, in the first place, that it is psychologically impossible to believe, and is rejected in fact even by those who mean to accept it. I once received a letter from an eminent logician, Mrs. Christine Ladd-Franklin, saying that she was a solipsist, and was surprised that there were no others. Coming from a logician and a solipsist, her surprise surprised me.” (Russell, p. 180). Russell, Bertrand., Human Knowledge: Its Scope and Limits,London: George Allen & Unwin, 1948. (zitiert via)

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Links zu Parfits “On what matters”

Bei Political Theory – Habermas and Rawls gibt es einen Beitrag zu Derek Parfits neuem Buch “On what matters” mit einigen Links, darunter zu Entwürfen, die bereits in den letzten Jahren zirkulierten.

Brad Hooker hat bei TPM über Parfits “On what matters” geschrieben. Das Buch sei wahrscheinlich die wichtigste moralphilosophische Veröffentlichung seit Henry Sidgwicks “Methods in Ethics” von 1873.

Weitere Links habe ich in diesem Posting angeführt.

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Ehrendoktorwürde für Martha Nussbaum in Bielefeld

Martha Nussbaum erhält am 27. Juni an der Universität Bielefeld die Ehrendoktorwürde für ihre Verdienste um die Entwicklung des Capabilities-Approach (Fähigkeiten-Ansatz). Die Laudatio hält Micha Brumlik.

Den Fähigkeiten-Ansatz hat Nussbaum zusammen mit dem Ökonomen und Nobelpreisträger Amartya Sen entwickelt. Er wird in zahlreichen internationalen und nationalen Projekten zur Entwicklungspolitik oder auch der Bildungspolitik eingesetzt. Details dazu findet man in ihrem Buch “Gerechtigkeit oder Das gute Leben.”

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Post-Post-Privacy

Sebastian Küpers (Pixelsebi) hat auf einer Konferenz eine Art Gegenrede zu dem Impulsvortrag des Gründers von Tweetdeck gehalten. Er berichtet, wie Early Adopter nach ursprünglicher Unbekümmertheit ihren Umgang mit der Privatsphäre ändern – nämlich indem sie behutsamer damit umgehen.

Wir sind doch die “Early Adopter”, die Spielkinder die jeden Scheiß bis zum Erbrechen ohne Rücksicht auf Verluste als erste intensiv ausprobieren. Wenn sich in unserem Umfeld über die letzten Jahre dann aber ein anderer wesentlich respektvollerer Umgang mit der Privatsphäre Dritter etabliert bin ich doch ganz hoffnungsvoll, dass da auch die Gesellschaft in Summe nachziehen wird

Derek Parfits “On What Matters” – und das Coverfoto

On What Matters” von Derek Parfit ist nun endlich in zwei Bänden bei Oxford University Press erschienen. Man kann Band 1 und Band 2 einzeln beziehen oder als Set, was durchaus Sinn macht, je nachdem ob man den Haupttext in Band 1 lesen will oder / und Diskussionen und Antworten in Band 2.
Eine vorläufige Version unter dem Titel “Climbing the Mountain” war schon einige Jahre im Umlauf und wurde bspw. im Philosophieblog PEA-Soup diskutiert. Hier Empfehlungen von Peter Singer und Tyler Cowen.

Nun also die Veröffentlichung. Warum aber sind auf dem Cover Fotos von St. Petersburg abgebildet? Ein Zusammenhang schien mir nicht ersichtlich.

Möglicherweise stammen die Fotos von Parfit selbst, der leidenschaftlicher Fotograf ist und offenbar ein Buch über die Architektur in St. Petersburg plant (und ein weiteres über Venedig) – wie man einer biografischen Information der NYU entnehmen kann.

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