Cory Doctorow darf das

Cory Doctorow schreibt in einer Kolumne des Guardian über das Problem, wie man mit der grenzenlosen Informationsfülle des Internet umgehen soll. Dieses Problem ist ja auch in Deutschland schon oft diskutiert worden, mit der merkwürdigen, landestypischen Tendenz der Schwarz-Weiß-Malerei, des Entweder-Oder – gerade auch bei vielen Enthusiasten, denen die Bereitschaft oder die Fähigkeit zur Würdigung kritischer Fragen abgeht. Diesem Phänomen der Nicht-Reflexion liegt die bedauerliche Tatsache zugrunde, dass man sich in deutschen Internetdebatten ausgerechnet das role model der platten politischen Polemik zu eigen macht, was aber in keiner Weise notwendig oder in der Sache begründet ist. Es ist vielmehr das Brett vorm allgemeinen deutschen Kopf.

Doctorow beschreibt, wie schwer es ist, aus der Fülle der heute im Netz zugänglichen Informationen die relevanten auszuwählen und, vor allem auch, was man damit tut: “An abundance of opportunity is a funny kind of problem to wrestle with, but it is a problem – and a hard one, since abundance manifests itself as noise that must be ignored in order to stop reacting and start introspecting.

Peter Singer über offene Diplomatie und WikiLeaks

Peter Singer reflektiert in einem kurzen Kommentar über den politischen Anspruch von WikiLeaks. Er bringt auf gewohnt klare Weise einige zentrale Argumente zusammen, die Befürworter und Gegner in ihrer aufgeregten Propaganda bislang selten angemessen würdigen. Seine Haltung zu WikiLeaks ist differenziert, gerade auch deshalb, weil Informationen differenziert gehandhabt werden müssen: “Suppose that US diplomats had discovered that democrats living under a brutal military dictatorship were negotiating with junior officers to stage a coup to restore democracy and the rule of law. I would hope that WikiLeaks would not publish a cable in which diplomats informed their superiors of the plot.

Offene Informationen sind für Demokratien einerseits, faire und friedliche Abläufe in der Weltpolitik andererseits unverzichtbar – WikiLeaks zielt auf einen eklatanten Mangel, den politische Regimes überall auf der Welt haben. Es bleibt zu hoffen, dass wir bekommen, was wir brauchen. “It is therefore regrettable that the most likely outcome of the recent revelations will be greater restrictions to prevent further leaks.

Geschichte der Visualisierung des Geistes

Bei Boing Boing wird das kürzlich erschienene Buch von Carl Schoonover, “Portraits of the Mind: Visualizing the Brain from Antiquity to the 21st Century” (Affiliate Link zu Amazon) mit einigen Abbildungen daraus vorgestellt. Schoonover hat in dem Buch Bilder aus den Neurowissenschaften versammelt, die das menschliche Bemühen, den Geist zu lokalisieren und zu verstehen, veranschaulichen.
Jonah Lehrer hat das Vorwort dazu geschrieben.

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