Warum sollte man sich anlässlich seines achtzigsten Geburtstages ausgiebig mit Heiner Geißler beschäftigen? Er hat vor dreißig Jahren krauses Zeug geredet, und redet heute krauses Zeug – mit umgedrehten Vorzeichen. Und die politischen Kommentare waren vor dreißig Jahren so stereotyp kontra und uninformativ wie sie heute wohlwollend intellektualisierend und uninformativ sind.
Das Phänomen Geißler und seine Kritiker zeigt nur, dass, zumal da, wo große Öffentlichkeit und Radau herrscht, es scheißegal ist, was einer denkt und sagt, keine zwei Dekaden später behauptet er das Gegenteil und alles wird in den Feuilletons und Kommentaren durchventiliert – ebenfalls egal, was und wie gestern kritisiert wurde, und wie es sich mit der Sache in der Realität verhält.
Woran man sieht, dass man sich hier in Gefilden der Populärkultur befindet, bei den Maßstäben von Bohlen und Madonna – im politischen Diskurs realisiert.
Heiner Geißlers Achtzigster – das deutsche Symptom
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#1 by Gedankenmaler on 2010/03/05 - 4:06 pm
und doch glaube ich ganz fest daran, dass irgendwann, in ferner, ferner Zukunft, geistiges Niveau einmal Mainstream sein wird…
(und vielleicht darf auch ein Verfasser so eines Kommentars zugeben: er kennt Heiner Geißler gar nicht! …)