Zeigen Isaiah Berlins Briefe von 1946 bis 1960 den Autor in einem anderen Licht?


Henry Hardy hat Briefe von Isaiah Berlin aus den Jahren 1946 bis 1960 herausgegeben. Darin macht Berlin keine gute Figur, so eine Rezension von A.N. Wilson im Times Literary Supplement: “the letters he dictated for fourteen years leave a nasty taste“. Die Beurteilung Wilsons ist selbst ungewöhnlich spitz, so dass der Leser nicht recht weiß, was seltsamer ist – die Kritik oder das Kritisierte. Berlins Briefe scheinen demnach den Autor als einen ängstlich auf seine Reputation bedachten Snob darzustellen, der, anders als es seine Bücher, Aufsätze und Reden erwarten lassen, in der persönlichen Korrespondenz flach und ohne menschliche Größe war. Ob dieses Bild zutrifft, bleibt angesichts von Formulierungen wie “The 800 pages are peppered with malice about poor A. L. Rowse (a more interesting man than Berlin and ultimately more intellectually distinguished)” allerdings zumindest zweifelhaft.

  1. #1 by Gedankenpflug on 2009/07/20 - 12:58 pm

    Der Titel des Postings ist doch für einen Philosophen – nicht übel nehmen! :-) – etwas uninspiriert. Welcher Autor erscheint, wenn neue Texte von ihm auftauchen, denn nicht ‘in einem anderen Licht’?

  2. #2 by Björn on 2009/07/20 - 1:08 pm

    Ja, du hast recht. Schuld ist die Schere im Kopf. Die ursprüngliche Formulierung wollte ich etwas neutraler gestalten, wurde dabei jedoch mehrfach unterbrochen. Ergebnis ist dieses holprige Ungetüm :-)

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