“Spektrum der Wissenschaft” philosophisch interessant

Selbst wenn man in seinem philosophischen Weltbild den Naturwissenschaften keinen Platz in der 1. Reihe einzuräumen bereit ist, hat die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Spektrum der Wissenschaft” einige Beiträge zu bieten, die von besonderem philosophischen Interesse sind.
Da ist einmal ein Beitrag von Martin A. Nowak (Harvard), der mich schon vor über zehn Jahren in einem Vortrag an der Uni Bremen zur Simulation der Evolution von kooperativem Verhalten inspirierte. Nun erläutert er anhand mathematischer Modelle: “Großzügige Menschen sind erfolgreicher.”
Christoph Pöppe rezensiert ein neues Buch von Bernulf Kanitscheider: “”Entzauberte Welt – Über den Sinn des Lebens in uns selbst”.
Der Historiker James Webb veröffentlichte zwei Studien über die Ursprünge und Entwicklung des Zeitalters des Irrationalen. Hakan Baykal findet dieses Werk epochal und rezensiert es – “The Occult Establishment” (1976) liegt nun auf Deutsch vor, die Übersetzung von “Flight from Reason” (1972) ist für September vorgesehen.

Bloggerkollege Lars Fischer vom Fischblog hat übrigens auch einen Artikel zur Ausgabe beigetragen.

Article written by Björn

Comments

4 Responses to ““Spektrum der Wissenschaft” philosophisch interessant”

  1. Wie schön aber auch, dass bald die Menschen nur noch deshalb großzügig sind, weil sie dann mehr Erfolg haben!

  2. Ich glaube, sorum kann man das zwar auch lesen, aber eher wohl so, dass sich Großzügigkeit entwickelt hat, weil man damit Erfolg hat. Es ist eine deskriptive These, keine normative. Allerdings wüsste ich auch nicht, was gegen sie als moralische, psychologische Motivation einzuwenden wäre. Muss Moral denn Schmerzen machen, um Moral zu sein?

  3. Einzuwenden wäre, dass diese Menschen nicht wirklich großzügig sind. Denn was ist eine Großzügigkeit, die sich nur schenkt, wenn sie bekommt?

  4. Eine solche Intuition habe ich auch, ich glaube aber, dass man hier noch mehr die Umstände, in denen man großzügiges Verhalten zeigt, klären kann, um zu zeigen, dass die Intuition richtig liegt, aber die oben genannte These nicht davon betroffen ist. Man hat ja verschiedene Begriffe, die das ganze Spektrum dieser Umstände abstecken: Freigiebigkeit, Großzügigkeit, Selbstlosigkeit, Berechnung, Instrumentalisierung etc. … Ein sehr interessantes Thema. Ich bin mir sicher, dass sich zeigen lässt, dass man die These und die moralischen Intuitionen gut miteinander vereinbaren kann.

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