Generation Me: Eine narzisstische (selbstverliebte) Jugend

Jean Twenge und W. Keith Campbell analysieren Studien, die zeigen, dass es generationelle Unterschiede bezüglich des Narzissmus gibt: die jüngere Generation (“Generation Y”) sei erheblich individualistischer als die ihr vorausgehenden. Sie beschäftige sich stärker mit den eigenen Wünschen, sei selbstbewusster – aber auch unglücklicher als ältere Generationen. Das Befolgen von Pflichten und sozialen Regeln sei ihr weniger geläufig.

Aus der Kommunitarismusdebatte der 80er und 90er Jahre sind diese Diagnosen den Philosophen bereits vertraut. Sie hat uns darauf vorbereitet, über Umgangsformen mit diesem Phänomen nachzudenken. Eine Lösung haben wir noch nicht gefunden, was zu einem erheblichen Teil der ideologischen Unterfütterung geschuldet ist, mit der manche Positionen in dieser Debatte vertreten wurden. Wer vorgebliche Ursachen aus ideologischen Gründen überzeichnet, wer bei praktischen Alternativen das Kind mit dem Bade ausschüttet, der löst eben kein Problem. Dennoch ist die Debatte nach wie vor aktuell. Es gibt eine Vielzahl von wertvollen Beiträgen und umsichtigen Anaylsen. Die Bewahrung oder Wiederbelebung (oder Neuerschaffung) des Gemeinsinns in einer pluralistischen Gesellschaft (d.h. ohne Bezug auf orthodoxe oder okkulte Authoritäten) ist eine der wichtigsten sozialen Aufgaben unserer Zeit.

Article written by Björn

Comments

2 Responses to “Generation Me: Eine narzisstische (selbstverliebte) Jugend”

  1. Übernimmt diese Aufgabe nicht schon Fussball und Twitter? ;)

  2. :-)
    Bei Fussball bin ich mir nicht so sicher – geht es da nicht eher zurück zur Stammeskultur? Twitter (oder YouTube) schon eher – zumindest sind sie quasi demokratisch. Oder eher anarchisch. Jeder hat seine eigene Stimme, niemand muss irgendwas, Twitter-Charts kann man ignorieren. Eigentlich eine ideale Plattform für Narzissmus :-)

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