Im neuesten Podcast von Philosophy Bites spricht Barry Smith über die Anregungen, die die Philosophie aus den jüngsten neurowissenschaftlichen Entdeckungen erfährt. Als philosophisch interessante Phänomene werden das sogenannte blinde Sehen, bzw. Rindenblindenheit sowie die in den Sozial- und Geisteswissenschaften viel beachteten Spiegelneurone, die eine Grundlage für das Erlernen von Sprache und sozialem Verhalten sein sollen, erwähnt.
Dabei ist die Bedeutung der Spiegelneurone für psychokulturelle Vermögen wie Sprache oder Empathie bisher wissenschaftlich nicht belegt. Sie wurden 1995 von Giacomo Rizzolatti bei Tierversuchen entdeckt, aber die theoretische Lücke zwischen neuronalem Befund und psychischem Verhalten ist noch nicht gefüllt. Allerdings ist dieses Forschungsgebiet zur Erklärung psychischer, sozialer und kultureller Phänomene vielversprechend. So machen beispielsweise nicht-kanonische Verfahren der Psychotherapie wie Psychodrama oder Videotherapie Gebrauch von der Annahme eines neuronalen Korrelats sozialen Lernvermögens.
V.S. Ramachandran hat bei Edge einen Artikel veröffentlicht, indem er der Imitation auf Grundlage der Spiegelneuronen einen entscheidenden Beitrag zur menschlichen Evolution einräumt. Diesen Artikel hat er einige Jahre später an gleicher Stelle mit einem Beitrag über “Spiegelneurone und das Gehirn im Tank” ergänzt.