Archive for September, 2008

Podcast von Christopher Janoway: Nietzsche on Morality

Nietzsche hat in “Genealogie der Moral” eine eigene Sicht auf die Quellen unserer Werte entwicklet. Im neuen Podcast bei Philosophy Bites diskutiert Christopher Janoway dieses Buch.

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Schopenhauers “Parerga und Paralipomena” bei Google Books

Die 1851 von Weichert veröffentlichten “Parerga und Paralipomena” Arthur Schopenhauers, also die Erstausgabe, kann man bei Google Books als Digitalisat lesen oder als PDF (28.3 MB) herunterladen.

Wer eine nette Sonntagslektüre sucht, der findet dort die Aphorismen zur Lebensweisheit, die den populärsten Bestandteil der “Parerga” darstellen.

Während Schopenhauers frühere Veröffentlichungen vom Publikum kaum zur Kenntnis genommen worden waren, wurde er mit den Parerga und Paralipomena und den Aphorismen schlagartig berühmt.

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Evolution in der Werbung

Guinness hat im Jahr 2005 einen aufwändig gemachten Werbeclip veröffentlicht, der den Firmenslogan “Good things come to those who wait” auf originelle Weise ins Bild setzt: Das Leben auf der Erde hat einige hundert Millionen Jahre gebraucht, um endlich dem Menschen zu ermöglichen, ein gutes Bier zu genießen. Diese Geschichte wird durch einen Schnelldruchlauf rückwärts durch die Evolution dargestellt. Die Botschaft: gut, dass wir nicht als urzeitliche Schlammbewohner brackiges Wasser trinken müssen.

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Argumente

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Selber ein Poster machen. [via]

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Neuauflage von Freges Aufsatzsammlung

Bei Vandenhoeck & Ruprecht ist der von Günther Patzig herausgegebene Sammelband “Funktion, Begriff, Bedeutung”, der fünf Aufsätze von Gottlob Frege sowie ein Vorwort des Herausgebers enthält neu aufgelegt worden. Merkwürdigerweise weist die Seite des Verlags dies als “1. Auflage, 2008″ aus, obwohl diese Aufsatzsammlung unter dem gleichen Titel bereits 1962 bei Vandenhoeck & Ruprecht erschien. Davon habe ich beispielsweise ein Exemplar der “6. Auflage, 1986″. Ob sich in der neuen Auflage gegenüber der Ausgabe von 1962 etwas geändert hat, ist der Verlagsseite nicht zu entnehmen.

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Eine aufrichtige Stellenausschreibung für Philosophen

Hier ist eine Stellenanzeige für eine Universität in der amerikanischen Provinz wiedergegeben, die 1986 tatäschlich so erschienen ist. Ich könnte mir mehr davon auch für aktuelle, deutsche Ausschreibungen vorstellen, bei der nicht nur die Studierenden realistisch geschildert werden:

“Our students tend to be poorly prepared for college level work, intellectually passive, interested primarily in partying, and culturally provincial in the extreme.”

[via]

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AC Grayling nimmt Fullers “Intelligent Design” auseinander

Im New Humanist hat A.C. Grayling unter dem herrlichen Titel “Origin of the Specious” ein Buch von Steven Fuller über das sogenannte “Intelligent Design” untersucht – das, so Graylings Fazit, nicht allein schlecht sei, sondern auch einen weiteren Nagel in den Sarg der Theorie des Intelligent Design schlage.

Graylings Beitrag bereitet großes Vergnügen, indem er einerseits die britische Klarheit in der Analyse verworrener Konstrukte exemplifiziert, andererseits mit polemischen Schmankerln garniert ist, die keinen Zweifel an seiner Position aufkommen lassen:

It is sometimes hard to know whether books that strike one as silly and irresponsible, like Dissent over Descent, the latest book from Steve Fuller, are the product of a desire to strike a pose and appear outrageous (the John Gray syndrome), or really do represent that cancer of the contemporary intellect, post-modernism. I suppose putatively sincere extrusions of the post-modern sensibility might henceforth deserve to be known as “the Steve Fuller syndrome”.”

Wer Spaß an bester britischer Kritik eines klaren Kopfes hat, dem sei der Text sehr empfohlen.
Und – the fun continues: Fuller hat auf Graylings Beitrag geantwortet, Grayling schließlich wieder darauf.
[via Brian Leiter]

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Familie Wittgenstein

Alexander Waugh hat eine Biografie der Familie Wittgenstein geschrieben, in der besonders Ludwigs Bruder Paul im Mittelpunkt steht. “The House of Wittgenstein: A Family at War” erscheint am Montag in Großbritannien, und ist für den 24. Februar 2009 in den USA angekündigt. Einen Auszug daraus kann man beim Telegraph lesen.

Es gibt bereits zahlreiche Rezensionen im englischsprachigen Web:
- von Ray Monk bei Standpoint.Online
- die von Kevin Jackson bei TimesOnline erscheint in der morgigen Druckausgabe,
- von Simon Heffer bei Literary Review
- eine von Noel Malcolm und eine weitere von Duncan Fallowell beim Telegraph
- von Susanna Rustin ein Gespräch mit dem Autor im Guardian

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Barry Smith über Philosophie und Neurowissenschaften, blindes Sehen und Spiegelneurone

Im neuesten Podcast von Philosophy Bites spricht Barry Smith über die Anregungen, die die Philosophie aus den jüngsten neurowissenschaftlichen Entdeckungen erfährt. Als philosophisch interessante Phänomene werden das sogenannte blinde Sehen, bzw. Rindenblindenheit sowie die in den Sozial- und Geisteswissenschaften viel beachteten Spiegelneurone, die eine Grundlage für das Erlernen von Sprache und sozialem Verhalten sein sollen, erwähnt.

Dabei ist die Bedeutung der Spiegelneurone für psychokulturelle Vermögen wie Sprache oder Empathie bisher wissenschaftlich nicht belegt. Sie wurden 1995 von Giacomo Rizzolatti bei Tierversuchen entdeckt, aber die theoretische Lücke zwischen neuronalem Befund und psychischem Verhalten ist noch nicht gefüllt. Allerdings ist dieses Forschungsgebiet zur Erklärung psychischer, sozialer und kultureller Phänomene vielversprechend. So machen beispielsweise nicht-kanonische Verfahren der Psychotherapie wie Psychodrama oder Videotherapie Gebrauch von der Annahme eines neuronalen Korrelats sozialen Lernvermögens.
V.S. Ramachandran hat bei Edge einen Artikel veröffentlicht, indem er der Imitation auf Grundlage der Spiegelneuronen einen entscheidenden Beitrag zur menschlichen Evolution einräumt. Diesen Artikel hat er einige Jahre später an gleicher Stelle mit einem Beitrag über “Spiegelneurone und das Gehirn im Tank” ergänzt.

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Moral ohne Gott. Natürlich.

Ronald Aronson hat “Living Without God: New Directions for Atheists, Agnostics, Secularists, and the Undecided” veröffentlicht, das Doug Ireland im New Humanist sehr begrüßt. Gut. Wichtig. Zurecht. Aber wtf? Die Moralphilosophie füllt seit 2500 Jahren ganze Bibliotheken mit Konzepten, die ohne Gott und übernatürliche Wesen auskommen. Das ist state of the art. Wie wäre es mit Aristoteles, mit David Hume, Voltaire, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, John Stuart Mill, Bertrand Russell, John Leslie Mackie, John Rawls, Richard M. Hare, usw. usw.?
Also, vermutlich ein interessantes Buch. Aber mal grundsätzlich zur heißen Luft, die da derzeit umgewälzt wird: religiöse Konzeptionen sind weit zurück in der Defensive, weit und breit kein argumentatives Land zu sehen für sie. [via TPM]

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Eine Linke, die weder infantil noch roboterhaft ist

… schwebt auch Bernard-Henri Lévy vor, der mit seiner Kritik auf Abwehr bei der festgefahrenen Linken stößt und Illusionen bei der Rechten weckt, die er deutlich zurückweist (“I’ve always voted for the Left, and I’m voting for the Left this time, too.
Carlin Romano bespricht im Chronicle Lévys neues Buch “Left in Dark Times: A Stand Against The New Barbarism

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Wolf Biermann erhält sein in der DDR verwehrtes Philosophiediplom

Wolf Biermann erhält zusätzlich zur Ehrendoktorwürde von der Humboldt-Universität Berlin sein Diplom als Philosoph, das ihm seinerzeit in der DDR verwehrt worden war, obwohl er alle Prüfungen abgelegt hatte. “Die Verleihung der Ehrendoktorwürde bietet der Humboldt-Universität auch die Gelegenheit, einer lange versäumten Pflicht nachzukommen, nämlich die Übergabe des Diploms für das Fach Philosophie, das ihm 1963 aus politischen Motiven vorenthalten worden ist.” (Quelle)

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