Stil in der Philosophie


Brian Leiter sammelt Vorschläge zur Beantwortung der Frage, welche Philosophen man Studenten empfehlen sollte, wenn man ihnen guten Stil zeigen will. John McDowell, Martin Heidegger, Jacques Derrida (und ich würde Hegel hinzufügen) sollte man stilistisch nicht zum Vorbild nehmen.

Aus den Kommentaren kann ich vielen Vorschlägen für guten Stil zustimmen: Hilary Putnam, Bertrand Russell, Karl Popper, David Hume, Peter Singer, vielleicht auch Descartes. Aus dem gegenwärtigen deutschsprachigen Raum fallen mir auf Anhieb Günther Patzig und Hans Albert ein. Welche Vorschläge haben Sie?

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  1. #1 by elsa on 2008/07/15 - 11:46 am

    Welche Vorschläge haben Sie?

    Wenn’s auch ein sog. Nihilist unter den Philosophen sein darf (?), dann würde ich E.M.Cioran vorschlagen – am besten übersetzt von Paul Celan in “Die Lehre vom Zerfall”. Gerade dieses in den 1950ern erschienene Buch von ihm halte ich stilistisch für ein unvergleichliches Meisterwerk, für einen Solitär an bilder- und analogienreicher Sprache. Dass ich es inhaltlich ebenso hoch einschätze, versteht sich von selbst; sonst würde ich es erst gar nicht empfehlen.

    (P.S.: Verstehe eigentlich sowieso nicht – wenn ich das als (laienhafte) Leserin dieses schönen Blogs einmal sagen darf – warum hier fast nur konstruktivistische Denker zu Wort kommen, d. h. warum vorzugsweise nur ihnen das Wort geredet wird. Auf eine nihilistisch anmutende Dekonstruktion lässt sich IMHO besonders gut neu bauen ;-).

  2. #2 by Georg on 2008/07/20 - 6:30 am

    Als positive Beispiele würde ich Montaigne und Schopenhauer anführen, als negatives Sloterdijk: wegen Schwafelei und Undeutlichkeit.

  3. #3 by Björn on 2008/07/21 - 12:15 pm

    @elsa: Eine stilistische Empfehlung zu Cioran habe ich, glaube ich, auch schon woanders gelesen.
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich zu “Dekonstruktion” in deinem Sinne etwas sagen kann. Der Begriff wird ja unterschiedlich reklamiert. Prinzipiell halte ich die Dekonstruktion seit jeher für ein gebräuchliches Werkzeug in der Philosophie, gerade auch bei den Autoren, die ich häufiger erwähnt habe. Aber ich denke, ich betrete dieses Gelände lieber nicht.

    @Georg: Dem würde ich zustimmen :-)

  4. #4 by elsa on 2008/07/21 - 9:17 pm

    @ Björn: Und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich den Begriff in Ciorans Sinn reklamiert habe; schon der *Nihilist* ging ihm zu weit ;-).

    Ja, vermintes Gelände. Nietzsche war vorher dort und hat tiefe Fussstapfen hinterlassen; Cioran hat sie sprachlich elegant umgangen.

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