Wolf Singer schreibt in der FAZ über Merkmale der Meditation aus Sicht der Gehirnforschung. Dabei schildert er zunächst die Bedeutung der Synchronisation für alle Arten von geistigen Aktivitäten: “Die Repräsentation liegt also nicht an einem bestimmten Ort im Gehirn, sondern organisiert sich als verteilter Aktivitätszustand – als Aktivitätswolke, die sich durch Synchronizität ausweist.” Die Aufgabe des Gehirns ist es, Lösungen zu finden. “Eine nicht ganz abwegige Hypothese ist, dass sich Lösungen dadurch auszeichnen, dass hinreichend viele Neuronen in hinreichend weit verteilten Regionen hinreichend lange synchron aktiv sind. … Mein Verdacht ist, dass der zentralnervöse Zustand, den Meditierende herbeiführen, dem Zustand des Habens einer Lösung entspricht. Und das tut gut. Gleichzeitig werden die Inhalte, die im Bewusstsein aufscheinen, als passend empfunden.” Anschließend versucht Singer, mögliche positive Effekte der Meditation zu beschreiben und zu erklären.
Wolf Singer ist einer breiteren Öffentlichkeit durch seine Kritik am Begriff der Willensfreiheit bekannt geworden (hier ein Interview zu Habermas Einwänden gegen Singers Position). In der philosophischen Diskussion (bspw. E. Tugendhat, P. Bieri) wird diese Kritik aber oft als Fehldeutung des Freiheitsbegriffes bewertet.
Neurologie der Meditation
Comments
6 Responses to “Neurologie der Meditation”



Danke für den Eintrag. Leider ist der FAZ-Link tot. :(
Ah, sorry. Jetzt geht er wieder.
Oh je, da hat Wolf Singer mal wieder große Löcher in dicke Bretter gebohrt, ohne dass er die passende Schraube dafür hat ;-) Und wo er wieder die Korrelate aus seiner “Tesla-Forschung” hernimmt bleibt ein Geheimnis, welches erst noch gelüftet werden muss……..
Hauptsache, man bleibt im Gespräch..und der Neurohype geht weiter….
Bei Suhrkamp ist jetzt auch ein Buch von ihm dazu erschienen. Ich kann das fachlich nicht beurteilen, muss mich auf meine Intuition verlassen, wenn das Argument irgendwie konsistent klingt. Aber das mit dem Hype – das kommt mir bekannt vor auch von anderen “Stars”, die mit ihrer fachlichen Autorität plakativ populäre Thesen aus anderen Bereichen vertreten, bei denen man sich die Augen reibt, die aber Medien, Öffentlichkeit, Politik, Mäzene usw. glücklich machen.
Stephan Schleim hat ein gutes Buch über die Forschungsmethoden der Neurowissenschaften geschrieben und bei http://www.brainlogs.de, in seinem Blog “Menschenbilder” beleuchtet er die eher “philosophische” Seite der Neurowissenschaften.
Dazu:
“Bilder” vom Gehirn und was wirklich “dahinter” steckt….
Danke für die Links.