Die Globalisierung ist ein “alter Hut”, der die Welt seit Jahrtausenden prägt. Nachdem Lucys Nachfahren eine gewisse Verbreitung in Afrika erreicht hatten, machten sie sich im Laufe von vielen Generationen in immer neue Regionen der Welt auf. Dabei kam es immer wieder zu Situationen natürlicher Nachbarschaft, kulturellen Beziehungen und Konkurrenz: Kultureller Austausch über große Distanzen (Ägypter, Griechen, neuzeitliches Europa) Völkerwanderungen (Germanen und Rom), Expansionen, die zum Untergang von Kulturen führten (vorkolumbianische Völker Mittel- und Südamerikas, Konstantinopel), Exploration neuer Handelsrouten (Araber, Europäer) usw..
Jede Raumzeit, die von sozialen Agenten besiedelt wird, kann “globalisiert” werden. Die soziotechnischen Züge dieser Globalsierung können unterschiedlich ausfallen. Was wir heute unter Globalsierung verstehen, beruht im Wesentlichen auf technologischen Faktoren. (“What makes globalisation today appear so dramatic and sometimes controversial, Mr Chanda reckons, is its visibility. He points out that in 1453 it took 40 days for the pope to learn that Constantinople had fallen to the Turks. In 2001, by contrast, “the twin towers of the World Trade Centre fell in real time, on live television, as the world watched on in horror.”“) Die Ökonomie spielt für das Bestehen des Phänomens eine nachgeordnete Rolle. Der Kapitalismus ist nicht die Ursache der Globalisierung, sondern seine Randbedingung.
Die Globalisierung verändert die Welt so mächtig wie das Wetter. Wie dieses kann man sie nicht einfach loswerden. Vielleicht kann man sie gestalten, aber sicher nicht wie ein physisches Objekt oder eine politische Rede, denn soziales Handeln hat oft unintendierte Konsequenzen, die manchmal sogar das Gegenteil dessen darstellen, was in der Absicht der Urheber lag. Man wird behutsam die Randbedingungen beeinflussen müssen, um der Globalisierung eine gewünschte Richtung zu geben. Insgesamt ist ein solches Unterfangen aber nicht ungefährlich – eine technokratische Gestaltung eines sozialen historischen Phänomens ist bislang noch selten gelungen. Jedenfalls wird man den Individuen ihre freie wirtschaftliche Betätigung wohl kaum untersagen können, prinzipiell (technisch) nicht, aber auch ethisch nicht, weil es eine Verletzung der Würde bedeutet, einem Menschen die selbstbestimmte Gestaltung oder Verbesserung seiner Situation zu verbieten.
Der Kapitalismus ist nicht der Kern des Problems, auch wenn politische Ideologien diese monokausale Erklärung propagieren. Globalsierung ist ein Problem der Ressourcen, der Technik und der Ethik.
(Dies ist mein Beitrag für die Blogparade zum Thema Globalisierung)


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[...] geht von einer philosophischen Betrachtungsweise (Philoblogger, Philosophieblog (2 Mal)), über politische Jan Filter (2 Mal), und gesellschaftliche [...]