Man ist es leid, ob im näheren Umfeld oder auf der großen politischen Bühne: die stumpfsinnigen Fanatiker und Realitätsausblender, die mit ihrer verkürzten Weltsicht den Rest der Menschheit meinen beglücken zu müssen, die die Stammesrituale und Hordengewalt frühzeitlicher Kleingruppen in großen, komplexen Gesellschaften praktizieren oder anstreben, wobei sie sich der Moral ihrer Umwelt enthoben fühlen, sie begegnen einem immer wieder, und es gibt auch noch Zeitgenossen, die derlei Appelle an rudimentäre emotionale Dispositionen für die eigene emanzipierte Reflexion halten.
Ist es so, dass Männer anfälliger für Extremismus sind als Frauen? Und dass sie biologisch als Verteidiger ihrer Höhle oder auch Konkurrent um die Häuptlingskeule gewissermaßen dazu disponiert sind? Und dass Frauen eher einen Rigorismus im Nahbereich pflegen: nämlich in bezug auf die Sofakissen, respektive Höhlenfelle und die soziale Unterhaltung? Aber ob Höhlenzucht oder Stammesethik – man muss immer weiter zeigen, dass uns das heute nirgendwohin als ins reale und moralische Elend führt.
Was macht jemanden zum Extremisten?
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#1 by Wolfgang on 2006/08/02 - 10:20 am
Auf der Blogroll fehlt heroicdreams.blogg.de. Sascha studiert Philosophie und ist garantiert kein Kantianer!
#2 by Philoblogger on 2006/08/02 - 12:22 pm
Jedenfalls danke für den Hinweis. Hinweise auf philosophische Blogs sind hier sehr willkommen, wenn auch derzeit die Anzeige und Organisation der Blogroll etwas hakt. Ich muss da mal wieder ein bisschen reparieren (wenn ich Zeit finde), damit ich sie aktuell halten kann.
#3 by siggi on 2006/08/13 - 12:57 pm
Das Wörtchen “…macht” ist die eigentliche Perle im Eingangssatz. Wenn es nicht nur rethorisch gemeint ist, steht es am Anfang einer sehr komplexen Problematik. Nix für Blogs ;-)
Ich empfehle eine Mischung aus Entwicklungsspychologie, Kohlberg (ja, ja, aber trotz allem immer wieder), Clare Graves und seine Werteebenen, vielleicht a bisserl Wilber bis zur maximal rationalen Ebene. Daraus kann man sich durchaus anwendungsfähige Skalpelle basteln um die genetischen Determinismen als auch die kommunikativen Ping-Pongs zu erkennen. Die anwendung darf nur nicht zu reflexartig werden.
Aber manchmal ist eine Zigarre auch nur eine Zigarre und nix tieferes. Siehe im Fall Lebanon/Israel der einfache Rekurs auf die Landkarten seit 1880. Sehr erhellend.
#4 by Philoblogger on 2006/08/15 - 2:06 pm
Die gängigen entwicklungspsychologischen Ansätze halte ich hier auch für sehr informativ. Meine obige Intuition ist ja eher soziobiologisch. Es scheint, als würde das bei Aggressionen etc. eine erhebliche Rolle spielen.
#5 by Philoblogger on 2006/08/16 - 1:26 pm
Neue Studie: Terrorismus hat offenbar weniger mit Armut als mit Stabilität politischer Freiheiten zu tun.
#6 by siggi on 2006/08/17 - 3:50 pm
…oder/und das wiederum mit den Werten, die individual- und entwicklungspsychologisch durch die Akteure gelebt wird. Feine Tabelle, brauchbares Modell. Kohle erklärt da nix.