Archive for April, 2006

Hallo Realität, hallo Zukunft

Bernard-Henri Levy sprach vorhin auf Arte über seine Amerikaerfahrungen auf den Spuren von Tocqueville und von einer im Vergleich zu den kreativen, provokativen Konservativen nahezu “komatösen Linken”. Eine allgemein sehr treffende Bezeichnung, wenn er nicht die amerikanische Linke gemeint hätte, die immerhin in Einzelfällen zu Äußerungen mit Gegenwartsbezug in der Lage ist. Die europäische und die deutsche Linke ist demgegenüber schon eher im mumifizierten Stadium, und versichert der Welt regelmäßig voller Trotz, dass sie nicht gedenkt, aus dem Totentanz aufzuwachen. Als wenn es nicht wirklich etwas zu tun gäbe! Um des Optimismus willen: erklären wir den Patienten beschönigend für komatös. Vielleicht gibt es eines Tages schweres medikamentöses Geschütz, mit dem man ihm in die Realität zurückverhelfen kann. Man müsste es ihm allerdings gegen seinen Willen einflößen.

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Monkeys

Some of the monkeys read Nietzsche” – while the rest proclaims religious leaders.

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DRM und Digitales Wasserzeichen

In vielen Downloadshops für Musik wird ein Digitales Rechtemanagement angewendet, das die Verwendungsmöglichkeit der erworbenen Dateien einschränkt. Alternativ kommen Digitale Wasserzeichen zum Einsatz, die vordergründig keine Einschränkungen bewirken. Sie verändern die akustische Information in lauteren Bereichen der Musikdatei durch ein eindeutiges, nicht wahrnehmbares Identifikationsmerkmal des Käufers, das nicht manipulierbar ist. »Wer nicht über den Schlüssel des Wasserzeichens verfügt, kann noch nicht einmal feststellen, ob überhaupt ein Wasserzeichen in eine Datei eingebettet ist. Damit dürfte in der Praxis das Wasserzeichen kaum entfernbar sein, da kein Angreifer überprüfen kann, ob er erfolgreich war. Tests haben gezeigt, dass die IPSI-Wasserzeichen selbst eine analoge Rundfunkübertragung und Aufnahme vom Lautsprecher auf Tonband überstehen« (Martin Steinebach vom Fraunhofer IPSI).
Faktisch bringt das Digitale Wasserzeichen gleichwohl Einschränkungen mit sich – die akustische Qualität ist manipuliert, was empfindsame Liebhaber feiner Musik (bspw. Jazz, Klassik) stören dürfte. Außerdem lässt sich die erworbene Musik nicht mehr problemlos veräußern (verschenken, verkaufen (wie die alte Plattensammlung auf dem Flohmarkt)), denn der ursprüngliche Käufer hat keine Handhabe bezüglich des Tuns des neuen Besitzers. Drittens sind die Daten des Käufers mit den Signaturinformationen auf lange Sicht bei einem Unternehmen hinterlegt, was Fragen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre aufwirft.

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“Weblogs: Verdichtung durch Kommentar”

Jörg Dünne beschreibt und interpretiert ausführlich seine Beobachtungen zur Weblogpraxis mit interessanten historischen und technischen Details in seinem Aufsatz “Weblogs: Verdichtung durch Kommentar“.

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Weniger Blockaden bei Gentechnik?

Den politisch-industriellen Irrsinn in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf: Die Unionsfraktion im Bundestag will die Hürden für die Anwendung der “grünen Gentechnik” herabsetzen. Eine schwierige Sache. Denn die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Unternehmen nicht ausreichend um die Folgen kümmern, sondern bei Verunreinigung bislang unveränderten Saatgutes sogar Patentansprüche gegen die Geschädigten geltend machen. Rechtliche, ethische und ökologische Standards möchten sie natürlich ihren Interessen anpassen. Andererseits ist technischer Fortschritt in dieser Sache sowohl notwendig als auch unvermeidlich. Wer den internationalen Anschluss nicht verpassen will, könnte ja mal eine Gesetzgebung gegen Praktiken marktbeherrschender Biotechnikunternehmen erlassen – das Gegenteil ist der Fall: der ökonomischen Usurpation der Natur und gesellschaftlicher Interessen wird durch die Bioindustrie enormer Vorschub geleistet. Das können auch die nicht wollen, die die Gentechnik mit Hoffnungen abwägen. [via Konsumblog]

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