Stanislaw Lem ist gestern im Alter von 84 Jahren gestorben. Lem ist einer von den Autoren, die mich früh dazu angeregt haben, mich mit Philosophie zu beschäftigen. Er war ein brillanter, ironischer, pessimistischer Aufklärer, der die Welt, die menschliche Zivilisation und ihre Entwicklung klar gesehen und beschrieben hat. Dabei hat er immer nur reklamiert, das Selbstverständliche zu sagen. Gerade daran mangelt es uns aber so fundamental – ohne Stanislaw Lem wird dieser Mangel noch gravierender werden. Seine Hoffnung war es, dass sich die Welt in die richtige Richtung entwickelt – sein Realismus brachte ihn stets zu dem Fazit, dass Filz, Dummheit und Gier uns ins Elend stürzen.
* Ein Interview (1996) (von W. Orlinski)
* Gestrige Meldung bei der Deutschen Welle.
* Interview von Florian Rötzer (1996)
* Interview von 2005
* Podcast mit Gregor Ziolkowski bei Deutschlandradio Kultur
* “Menschen sind schrecklich und die Zukunft düster” – Artikel bei Welt.de
* Uwe Czaniera hat ein Interview mit Stanislaw Lem geführt, das in dem Band Einladung zum Denken abgedruckt ist.
* Lems Kolumnen in der Telepolis
#1 by jge on 2006/04/11 - 8:25 am
Und vergessen wir nicht seinen Humor… Während ich mit Lems Philosophie des Zufalls (seiner Literaturtheorie) nicht viel anfangen konnte, weil sich die vielen zutreffenden Beobachtungen nicht zum großen Bild fügen wollten, sind mir die literarischen Gedankenexperimente z.B. der Sterntagebücher immer lieb gewesen.
#2 by Philoblogger on 2006/04/11 - 9:47 am
Das geht mir genauso – der Philosophie des Zufalls konnte ich (bislang?) nicht viel abgewinnen außer verschiedenen Details, die “Sterntagebücher” aber fand ich immer unterhaltsam und inspirierend. Und seine Interviews habe ich immer sehr genossen: jemanden, der einfache und richtige Dinge klar (und ein bisschen launisch) ausspricht – wo gibt es das schon?