Awesomeness

Being awesome – was ist das? Und braucht man das? Und das Gegenteil ist der zynische Sucker (also der miesepetrige Besserwisser, der das deutschsprachige Internet beherrscht). Und was ist (und was bedeutet) “High Five”? Nick Riggle klärt bei Aeon auf. Es geht weniger um Tugend als um Massenpsychologie. Da stellt sich natürlich die Frage, ob das immer so gut ist. Aber letzten Endes ist die Welt des Zynikers nichts anderes als ein elendes “black hole of the suckiverse” (Riggle). Dann lieber eine Ethik der Awesomeness. Nick Riggle jedenfalls ist “game”. Wäre Aristoteles das auch?

Qualitätsprobleme bei eBooks

Ein derzeit augenfälliger Nachteil von E-Books ist die nicht selten geringe Textqualität. Zahlreiche Rechtschreibfehler, manchmal kuriose Absätze, nicht funktionierende oder nicht existente Seitenverweise, überhaupt eine meistens fehlende Referenzierbarkeit (“Seitenzahlen”), Formatierungsprobleme, die sich offenbaren, wenn man die Schriftgröße ändert – dies sind einige der Ärgernisse, denen man als E-Book-Leser regelmäßig begegnet.

Joanna Cabot berichtet bei Teleread, dass Texte offenbar nach der Konvertierung ins E-Book-Format nicht mehr geprüft werden.

Ist die Vermögenssteuer oder eine andere Steuer die richtige Maßnahme?

Die Steuerdiskussionen sind für Laien nur schwer nachvollziehbar, insbesondere weil man schnell den Eindruck gewinnt, dass dabei Dinge als ausgemacht postuliert werden, deren Für und Wider man als Rezipient der Rhetorik nicht einmal ansatzweise kennt.

Durch Thomas Piketty ist die Diskussion um die Vermögenssteuer wieder in den Blickpunkt gerückt. Kenneth Arrow denkt bei Crooked Timber darüber nach, ob sie das Ungleichheitsproblem zu lösen in der Lage wäre, welche nachteiligen Effekte sie hätte und ob man nicht eine andere Alternative erwägen sollte.

Utilitaristen sind keine Psychopathen

In den letzten Jahren konnte man von sozialpsychologischen Experimenten lesen, deren Resultate zeigten, so hieß es, dass Personen mit utilitaristischen Überzeugungen seltener Mitleid und Hilfsbereitschaft an den Tag legten als der Durchschnitt. Massimo Pigliucci weist nun im Philosophers’ Magazine und in seinem Weblog darauf hin, dass es sich bei dem hier so bezeichneten Utilitarismus gar nicht um Utilitarismus, sondern um rationalen Egoismus handele – zwei in der Moralphilosophie klar voneinander unterschiedene Positionen. Wenn eine ganze moralphilosophische Strömung aufgrund mangelnder Philosophiekenntnisse durch eine falsche Assoziation mit psychoptahischen Tendenzen diskreditiert werde, so sei das eine Mahnung, mit Bezeichnungen und Begriffen behutsam umzugehen, so Pigliucci.

Karl Philipp Moritz – Aufklärer und früher Psychologe

Karl Philipp Moritz, Autor des “Anton Reiser“, war Schriftsteller und Spätaufklärer. Heinriche Heine hebt ihn in seiner “Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland” besonders hervor:

“Da ich von den philosophischen und religiösen Zuständen jener Zeit einen Begriff geben möchte, muß ich hier auch derjenigen Denker erwähnen, die mehr oder minder in Gemeinschaft mit Nicolai zu Berlin tätig waren und gleichsam ein Justemilieu zwischen Philosophie und Belletristik bildeten. Sie hatten kein bestimmtes System, sondern nur eine bestimmte Tendenz. Sie gleichen den englischen Moralisten in ihrem Stil, und in ihren letzten Gründen. … Ihre Tendenz ist ganz dieselbe, die wir bei den französischen Philanthropen finden. … In der Moral sind sie Menschen, edle, tugendhafte Menschen, streng gegen sich selbst, milde gegen andere. Was Talent betrifft, so mögen wohl Mendelssohn, Sulzer, Abbt, Moritz, Garve, Engel und Biester als die ausgezeichnetsten genannt werden. Moritz ist mir der liebste. Er leistete viel in der Erfahrungsseelenkunde.”

Moritz war der Herausgeber des “Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte” – eine der frühen psychologischen Zeitschriften.

Die Universitätsbibliothek Bielefeld hat die Zeitschrift digitalisiert und macht sie online zugänglich: “Gnothi sautón oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde

Xenophanes und Popper über Wahrheit und Vermutungswissen

Die sokratische Einsicht, dass wir uns unseres Wissens nie ganz sicher sein können, verband Karl Popper mit dem von Xenophanes bekannten Motiv, “suchend das Bessere zu finden”. Das Paideia-Blog hat einen guten Artikel dazu geschrieben.

Bachs Porträt in Leipzig

In seiner BBC-Doku über Johann Sebastian Bach (hier bereits erwähnt) erzählt John Eliot Gardiner, dass er in seiner Kindheit quasi unter den Augen Bachs groß geworden sei. Ein Porträt Bachs emigrierte nämlich mit seinem Besitzer während der Nazi-Diktatur nach England und kam so ins Haus Gardiner. Nach verschiedenen anderen Aufenthalten kommt das Bild nun ins Bach-Archiv in Leipzig, berichtet die FAZ. Die New York Times schreibt ausführlich von der kleinen Zeremonie, mit der Gardiner das Bild in Princeton, der Heimat seines bisherigen Besitzers, abholt. Auch der Guardian, die Japan Times und viele andere Publikationen weltweit berichten.